Sind die Eltern völlig zerstritten und unfähig zu klärenden Gesprächen, können sie kein gemeinsames Sorgerecht für ihre Kinder bekommen. Das entschied das OLG Düsseldorf (Az: 6 UF 244/98).

Der von seiner Frau getrennt lebende Ehemann hatte gegen ein Amtsgerichtsurteil Beschwerde eingelegt, das seiner Gattin das alleinige Sorgerecht an den drei gemeinsamen Söhnen zusprach. Das OLG bestätigte jedoch die angegriffene Entscheidung.

Ein gemeinsames Sorgerecht der Eltern sei ausgeschlossen, wenn diese nicht mehr die Fähigkeit und Bereitschaft aufbrächten, in den Angelegenheiten der Kinder zu deren Wohl zusammenzuarbeiten. Meinungsverschiedenheiten über einzelne Fragen reichten zwar nicht als Grund dafür aus, die gemeinsame Sorge der Eltern zu beenden. Wegen des Dauerstreits um grundsätzliche Erziehungsfragen schlossen die Richter in diesem Fall eine andere Entscheidung aber aus.

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