Sonnenschutzmittel für Kinder Test

Sie werben mit besonders guter Hautverträglichkeit und hohen Lichtschutzfaktoren. Doch nicht alle Sonnenschutzmittel für Kinder bieten genügend Sicherheit.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Sonnenschutzmittel für Kinder

Kinder sammeln Sonnenstrahlen. Bis zum 18. Lebensjahr bekommen sie oft mehr als die Hälfte der ultravioletten Strahlung ab, der sie im Laufe eines ganzen Menschenlebens ausgesetzt sind. Denn sie verbringen weitaus mehr Zeit im Freien als Erwachsene. Um Sonnenbrände zu vermeiden, braucht die empfindliche Kinderhaut besonderen Schutz. Wir haben im Sommer 2008 zwölf Sonnenschutzmittel für Kinder mit Lichtschutzfaktor 30 (LSF 30) unter die Lupe genommen. Immerhin sechs Produkte schnitten „gut“ ab. Bei den übrigen sechs Produkten fielen jedoch einige Schatten auf die Prüfergebnisse.

Besonders duster war das Testergebnis für die Sonnensprays von Penny und Rewe: Deren Lichtschutzfaktor entsprach nur etwa der Hälfte des ausgelobten LSF 30. Das ist gefährlich, denn dadurch droht der Sonnenbrand viel früher als erwartet. Und es sind vor allem die Sonnenbrände in der Kindheit, die das Risiko erhöhen, später im Leben an Hautkrebs zu erkranken.

UVA- und UVB-Schutz

Für Hautkrebs werden an erster Stelle die UVB-Strahlen verantwortlich gemacht. Auf die bezieht sich auch der Lichtschutzfaktor. Nun sollen auch die UVA-Strahlen, die vor allem die Hautalterung beschleunigen, stärker berücksichtigt werden. Nach einer EU-Empfehlung muss der UVA-Schutz ab 2009 mindestens ein Drittel des UVB-Schutzes betragen. Produkte, die die Vorgabe einhalten, tragen ein kreisrundes Logo, in dem „UVA“ steht. Bereits in diesem Sommer prangte es auf vier Testprodukten. Fünf weitere boten auch ohne Logo einen ausgewogenen Lichtschutz. Das Nivea-Sonnenspray und die Lavera-Sonnenmilch erfüllten diese Anforderungen nicht und bekamen in diesem Punkt ein „Mangelhaft“.

Organische und mineralische Filter

Als einziger Hersteller setzte Lavera bei seiner Sonnenmilch ausschließlich auf mineralische Lichtschutzfilter. Winzige Teilchen aus Titandioxid reflektieren die UV-Strahlen wie ein Spiegel. Das funktioniert auch gut im UVB-Bereich, im UVA-Bereich hingegen fällt die Leistung stark ab.

Im Gegensatz zu den mineralischen Filtern, die auf der Haut verteilt werden, dringen die organischen Filter in die oberste Hautschicht ein. Bei Nivea kamen nur organische Filtersubstanzen zum Einsatz, doch auch hier reichte der UVA-Schutz nicht aus. Die übrigen Hersteller kombinierten organische Filter mit Titandioxid und boten einen „guten“ UVA-Schutz.

Konservierungsstoffe und Parfüms

Acht der getesteten Produkte sind ohne Zusatz von Konservierungsstoffen. Ohne sie besteht die Gefahr, dass sich Keime vermehren – gerade in der Sommerwärme und am Strand. Im Labor wurden den Produkten Keime zugesetzt und ihre Entwicklung beobachtet: Die Ladival-Sonnenmilch aus der Apotheke reduziert die Keime zu wenig und schnitt hier deshalb nur „ausreichend“ ab. Fast jedes zweite geprüfte Sonnenschutzmittel war außerdem frei von Parfümstoffen. Das ist wichtig für Kinder, die allergisch auf bestimmte Duftstoffe reagieren. Andererseits kann ein angenehmer Duft aber auch nützlich sein, wenn er die Motivation steigert, sich einzucremen.

Anwendung und Dosierung

Nach der neuen EU-Empfehlung sollen Hinweise auf der Verpackung über die richtige Anwendung informieren. Alle Hersteller setzten diese Vorgaben mehr oder weniger deutlich um. Auch waren alle Produkte – wie ausgelobt – wasserfest.

Vor allem bei Sonnenmilch gab es aber Probleme bei der Entnahme. Bei hohen Temperaturen tropfte sie oft viel zu dünnflüssig aus der Flasche – das erleichtert den Eltern nicht gerade das Eincremen. Dann „sammeln“ die Kinder womöglich mehr Sonnenstrahlen, als gut für sie sind.

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