Sonnen­schutz­mittel für Kinder Test

Hut auf! Genau wie Sonnen­creme ist eine Kopf­bedeckung im Sommer unver­zicht­bar.

Eine Sonnenmilch und eine Creme im Test schneiden mangelhaft ab. Einige Hersteller versprechen zu viel in Sachen Wasser­festig­keit. Doch die Auswahl an guten Produkten ist groß.

Seinen Sonnenhut lässt Lukas am liebsten verschwinden. „Ich versuche immer, ihn zu verstecken“, sagt der Siebenjäh­rige. „Ich mag nichts auf dem Kopf haben, aber meine Eltern sagen, das muss sein.“ Auch um lästiges Eincremen kommt Lukas nicht herum. „Ein Sonnenbrand pikst und tut weh“, weiß er. „Deshalb schmieren mich meine Eltern mit Sonnen­creme ein. Mir gefällt das nicht. Ich finde Sprays besser.“

Kinder­haut ist empfindlich, sie braucht besonders viel Schutz vor Sonnen­strahlen – nicht nur im Urlaub am Meer oder in den Bergen, sondern auch im Alltag auf Spiel­platz, Terrasse oder Balkon. Dass Lukas' Eltern hartnä­ckig bleiben, ist richtig. Aber mit welchen Cremes, Lotionen und Sprays gehen sie auf Nummer sicher?

Nivea liegt knapp vorn

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Sonnen­schutz für Kinder - Der Audio-Podcast zum Thema.

Mit 10 der 19 geprüften Sonnen­schutz­mittel für Kinder treffen Eltern die richtige Wahl. Die Produkte sind insgesamt gut. Knapp vorn liegt Sun Kids pflegende Sonnenmilch von Nivea. Sieben Mittel sind befriedigend; von ihnen bestanden vier den Test auf Wasser­festig­keit nicht. Ream und Avène patzen beim Sonnen­schutz und schneiden mangelhaft ab.

Tipp: Auch für Erwachsene mit sehr heller oder empfindlicher Haut können sich Sonnen­schutz­mittel für Kinder eignen. Die unterscheiden sich kaum von Produkten für Große, weisen aber besonders hohe Schutz­faktoren aus und sind meist duft­neutral.

Ream versagt beim Sonnen­schutz

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Zähe Masse. Die Creme von Ream verteilt sich auf der Haut nur schlecht.

Für Kinder­haut ist groß­zügiges Eincremen oberstes Gebot. Sie verfügt noch nicht über Schutz- und Abwehr­mecha­nismen wie die Fähig­keit zu bräunen oder eine verdickte oberste Haut­schicht – die sogenannte Licht­schwiele. „Sonnenbe­dingte Hautschädigungen im Kindes­alter bieten Vorschub für schwerwiegende Erkrankungen wie Haut­krebs im Erwachsenen­alter“, sagt Professorin Dr. Ulrike Heinrich, wissenschaftliche Leiterin bei Derma Tronnier, Institut für experimentelle Dermatologie an der Universität Witten/Herdecke.

Fast alle Produkte im Test halten die auf den Packungen ausgelobten Sonnen­schutz­faktoren ein. Ream Suncare jedoch versagt sowohl beim UVA- als auch beim UVB-Schutz. Außerdem ist die preisgüns­tige Sonnen­creme, die beispiels­weise Kauf­land oder Mäc Geiz im Angebot haben, so zäh, dass sie sich kaum verteilen lässt.

Avène versagt ebenfalls

UVB-Strahlen verursachen Sonnenbrand. UVA-Strahlen werden für früh­zeitige Hautalterung und Falten­bildung verantwort­lich gemacht. Lang­fristig können beide Haut­krebs verursachen. Für einen wirkungs­vollen Schutz sollten UVA-Schutz und UVB-Faktor im Verhältnis von mindestens 1 : 3 stehen. Avène erreicht dieses Verhältnis nicht. Die Sonnenmilch bietet nicht genug Schutz vor UVA-Strahlung. Das ist mangelhaft. Anders als die meisten anderen setzt der Hersteller lediglich auf eine Filter­substanz: Titan­dioxid. Auch in Naturkosmetik wird allein dieser Filter einge­setzt, im Test bei dm/Alverde und Lavera. Einen hohen UVA-Schutz damit zu erreichen, ist schwierig. Die beiden schaffen es, sie loben aber auch nur einen Sonnen­schutz­faktor von 30 statt 50+ aus.

Nanoteilchen in fast allen Produkten

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Nanoteilchen. Wo sie drin sind, steht es drauf.

Nanoteilchen. Wo sie drin sind, steht es drauf.

Titan­dioxid ist ein anorganischer Filter – im Test der einzige neben den ansonsten organischen Filtern. Die Hersteller bezeichnen ihn häufig als mineralischen Filter. Fast alle Sonnen­schutz­mittel enthalten Titan­dioxid – in diesen Fällen stets als Nanop­artikel. Anders kann der Filter die ausgelobte Schutz­wirkung nicht entfalten. Seit Juli 2013 müssen Kosmetik­hersteller Nanop­artikel in der Inhalts­stoff­liste auf der Packung kenn­zeichnen.

Nach derzeitigem Wissens­stand, so das Bundes­institut für Risiko­be­wertung, geht von Nanoteilchen in Kosmetika keine gesundheitliche Gefahr aus, wenn die Produkte auf gesunde Haut aufgetragen werden. Entwarnung für wunde oder verletzte Haut kann nicht gegeben werden, da gesicherte wissenschaftliche Erkennt­nisse fehlen. Drei Produkte im Test enthalten kein Titan­dioxid, darunter das gute von Hipp.

Spar­sam sonnen, Haut schonen

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Gut geschützt. Schirm und T-Shirt halten die Sonne ab.

Sonnen­anbeter sollten wissen: Der aufgedruckte Licht­schutz­faktor ist nur ein Richt­wert. Er gibt an, wie stark ein Produkt vor UVB-Strahlen und damit vor Sonnenbrand schützt. Es gilt: Je größer die Zahl, desto länger die Schutz­dauer. Bei Kindern und besonders hell­häutigen Erwachsenen kann sich die ungeschützte Haut schon nach fünf bis zehn Minuten in der Sonne röten. Tragen sie ein Sonnen­schutz­mittel mit Sonnen­schutz­faktor 30 auf, verlängert sich die Zeitspanne etwa um das 30-Fache auf 150 bis 300 Minuten.

Ausreizen sollte diese Limits jedoch niemand. Haut­ärzte raten, bereits nach etwa zwei Dritteln der Zeit aus der Sonne zu gehen. Auch Nach­cremen verlängert die errechnete Schutz­zeit nicht. Und pralle Mittags­sonne ist gerade für Kinder tabu.

Tipp: Sonnen­schutz­mittel sind halt­barer, als viele denken. Wenn Konsistenz und Geruch noch stimmen, können Sie Produkte aus dem Vorjahr weiterhin benutzen.

Auch Sprays reichlich auftragen

Genau wie Lukas bevor­zugen viele Kinder Sprays. „Sie sind einfacher aufzutragen, aber gerade bei Sprays besteht die Gefahr, dass nicht genug davon auf die Haut gelangt“, warnt Professorin Heinrich. „Mit Lotionen und Cremes gelingt das eher. “ Sorgen, dass die Kleinen dann unter Vitamin-D-Mangel leiden, müssen sich Eltern nicht – selbst wenn sie ihr Kind konsequent mit Sonnen­schutz­mitteln eincremen. Nach Einschät­zung von Medizinern verbringen sie im Allgemeinen so viel Zeit im Freien, dass ihr Körper genug Vitamin D produziert. Mehr Informationen finden Sie in der Meldung Vitamin D: Sonne pur oder Sonnencreme?

Baden und Sport mindern Schutz

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Wasser­fest? Denkste. Nicht alle Produkte im Test halten das Versprechen ein.

Laut allgemeiner Prüf­vorschrift ist ein Sonnen­schutz­mittel bereits dann „wasser­fest“, wenn es nach zweimal 20 Minuten Baden noch die Hälfte der ursprüng­lich gemessenen UVB-Schutz­leistung bietet. „Extra-wasser­feste“ Produkte müssen viermal 20 Minuten Baden durch­halten. Fünf Produkte im Test halten nicht, was ihre Anbieter versprechen – Garnier Ambre Solaire, Bübchen, Daylong, Vichy und Avène. Generell ist die Auslobung kritisch zu sehen, da sie Verbraucher zu sehr in Sicherheit wiegt.

Tipp: Um rundum geschützt zu sein, sollten Sie Sonnen­schutz­mittel groß­zügig auftragen, vor allem nach jedem Baden, Abtrocknen und wenn die Kleinen schwitzen. Auch feuchte Tücher und Wasch­lappen mindern den UV-Schutz, wenn Sie damit Gesicht und Finger der Kinder reinigen.

Nicht allen Verbrauchern ist die Wirkung von Wasser und Schweiß bewusst. Dass sie sich nach dem Baden noch auf den voll­ständigen Schutz von „wasser­festen“ Produkten verlassen, gaben 17 Prozent von rund 3 000 Umfrageteilnehmern auf test.de an. 25 Prozent glauben, dass die Wirkung trotz Schwitzens fast dieselbe bleibe.

Lukas freut sich auf seinen nächsten Strand­urlaub. Um Sonnen­creme kommt er wohl nicht herum. Zum Glück findet sich auch sein Hut immer wieder.

[Update 25.06.2015] Noch zu haben

Diese acht guten Sonnen­schutz­mittel für Kinder aus test 7/2014 sind laut Auskunft der Anbieter (Befragung Mai 2015) noch unver­ändert im Handel erhältlich.

Marke und Produktbezeichnung

Sonnen­schutz­faktor laut Anbieter

Inhalt (ml) / Mitt­lerer Preis ca. (Euro)

test-Qualitätsurteil

Nivea Sun Kids pflegende Sonnenmilch1

50+

200 / 13,00

GUT (1,9)

Ladival Sonnen­schutz Milch für Kinder

50+

200 / 17,20

GUT (2,1)

Lidl / Cien Sun Sonnen­spray für Kinder2

50

250 / 5,50

GUT (2,1)

Müller / Lavozon Sonnen Milch für Kinder

50

200 / 4,45

GUT (2,1)

Ross­mann / Sunozon Sonnenmilch Kids

50

200 / 4,00

GUT (2,1)

Eucerin Kids Sun Lotion

50+

150 / 18,60

GUT (2,2)

Hipp Sonnenmilch Ultra-Sensitiv Baby Sanft3

30

200 4 / 9,95

GUT (2,3)

La Roche-Posay Samtige Sonnen­schutz-Milch, Anthelios Dermo-kids

50+

100 / 18,00

GUT (2,3)

    Preise Stand Anbieterbefragung: Mai 2015

    • 1 Verpackung verändert.
    • 2 Etikett verändert.
    • 3 Laut Anbieter inzwischen Deklaration geändert.
    • 4 Auch in anderen Gebindearten erhältlich.

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