Sonnen­schutz­mittel Test

Sonnenhung­rige sollten reichlich Creme, Öl oder Spray auftragen. Immerhin: Die besten Produkte sind zugleich die güns­tigsten. Auf teure ist nicht immer Verlass.

Nicht kleckern, sondern klotzen. So heißt das Motto beim Sonnen­schutz. Haut­ärzte empfehlen mittel­europäischen Bleichgesichtern einen hohen Schutz­faktor von 30 und mehr – zumindest zu Beginn des Sommer­urlaubs. Der hohe Faktor allein genügt aber nicht. Reichlich auftragen ist die Devise. Sonst wirkt das Sonnen­schutz­mittel nicht wie versprochen. Für den ganzen Körper ist mit etwa drei Esslöffeln voll zu rechnen.

Sonnen­schutz­mittel Test

Um wirk­lich den versprochenen hohen Schutz zu bekommen, heißt es reichlich eincremen: Ein 1,80 Meter großer Mann braucht für den ganzen Körper jedes Mal etwa 40 Milliliter Sonnenmilch. Das sind zirka drei Esslöffel voll. Cremt er zweimal am Tag, reicht die 250-Milliliter-Flasche gerade einmal drei Tage. Sie kostet aber auch nur knapp 3 Euro.

Um wirk­lich den versprochenen hohen Schutz zu bekommen, heißt es reichlich eincremen: Ein 1,80 Meter großer Mann braucht für den ganzen Körper jedes Mal etwa 40 Milliliter Sonnenmilch. Das sind zirka drei Esslöffel voll. Cremt er zweimal am Tag, reicht die 250-Milliliter-Flasche gerade einmal drei Tage. Sie kostet aber auch nur knapp 3 Euro.

Wenn man sich, wie erforderlich, mehr­mals am Tag eincremt, ist die Flasche schnell leer. Das kann ordentlich ins Geld gehen. Umso erfreulicher: Es gibt recht preis­werte gute Sonnen­schutz­mittel.

Die sechs besten Produkte mit Faktor 30 kommen alle von Discountern oder Drogeriemarkt­ketten. Besonders preis­wert sind Cien Sonnenmilch classic von Lidl und Lavozon Sonnen Milch von Müller. Sie kosten weniger als 2 Euro pro 100 Milliliter. Mehr als zehnmal so viel zahlt der Kunde für das teuerste Produkt im Test, das Sonnenöl von Lancaster. Es erzielt gerade noch die Note gut. Zwei geprüfte ähnlich teure Produkte schneiden sogar mangelhaft ab.

Wie viel man auch ausgibt: Am wichtigsten ist der Schutz vor ultra­violetter Strahlung. Das Mittel muss sein Versprechen einhalten – für UVA- und UVB-Strahlen. Die getesteten Produkte schützen alle vor UVB-Strahlen mindestens entsprechend ihrem Licht- oder Sonnen­schutz­faktor (LSF oder SPF) 30. Die ebenso kritischen UVA-Strahlen schirmen zwei jedoch nur mangelhaft ab: eco Sonnen­creme und A New Solar Advance Suns­creen Body Mist von Avon.

Sonnen­schutz­mittel Test

Im Labor. Erst wird gecremt, dann bestrahlt. 24 Stunden später bewerten die Tester, ob der Sonnen­schutz­faktor einge­halten wird.

Im Labor. Erst wird gecremt, dann bestrahlt. 24 Stunden später bewerten die Tester, ob der Sonnen­schutz­faktor einge­halten wird.

Der Licht­schutz­faktor gibt eine Orientierung, wie lange der Mensch mit dem Mittel in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Es sind die Ultra­violett-B-Strahlen, die Sonnenbrand und Haut­krebs verursachen. Der Faktor zeigt, wie stark das Produkt UVB-Strahlen abschirmt. Je höher der Faktor, desto länger. Wer nach eigener Erfahrung nach zehn Minuten eine rote Haut bekommt, sollte sich mit einem Produkt mit Schutz­faktor 30 dreißigmal länger ungefährdet in der Sonne aufhalten können. Doch Achtung: Haut­ärzte empfehlen, spätestens nach zwei Dritteln der rechnerisch „erlaubten“ Zeit in den Schatten zu wechseln, um die Haut zu schonen.

Genauso wichtig ist ein guter Schutz vor dem Ultra­violett-A-Strahlen­anteil im Sonnenlicht. Die meisten Produkte signalisieren es durch den Schrift­zug „UVA“ in einem Kreis. Diese Strahlen dringen tiefer in die Haut ein als UVB-Strahlen und werden ebenfalls für die Entstehung von Haut­krebs verantwort­lich gemacht, zusätzlich auch für vorzeitige Falten­bildung und Hautirritationen. Vor diesen Strahlen sollen die UVA-Filter schützen. Abge­sehen von den beiden mangelhaften Produkten machen das alle im Test gut. Die UVA-Filter haben einen Nachteil, der bislang tech­nisch unver­meid­bar ist. Sie verursachen hartnä­ckige gelb­liche Flecken auf Textilien.

Tipp: Ziehen Sie sich erst etwas über, wenn das Sonnen­schutz­mittel wirk­lich einge­zogen ist. Auf dunklen Textilien sind die Flecken nicht so stark zu sehen.

Braun wird man trotzdem

Lotionen, Öle und Sprays mit Licht­schutz­faktor 30 oder 50 gehören zur Schutz­klasse „hoch“. Sie filtern etwa 95 Prozent der Strahlung heraus. Verbraucher kaufen heute meist Sonnen­schutz­mittel dieser Kategorie. Übrigens: Wer fürchtet, damit nicht braun zu werden, irrt. Es dauert nur etwas länger. Die Pigmente bauen sich lang­samer auf. Dafür ist die Farbe beständiger.

Natürlich braucht nicht jeder einen so starken Schutz. Bereits vorgebräunte, weniger empfindliche Haut ist auch mit nied­rigeren Faktoren ausreichend vor den Strahlen abge­schirmt.

Trans­parente Sprays auf Alkoholbasis

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Sprays. Gerade Männer und Kinder lieben die trans­parenten Sprays. Sie schützen genauso gut wie andere Produkte.

Neben der klassischen Sonnenmilch wählten wir auch andere gern gekaufte Produkte für den Test aus: trans­parente Sprays, Öle aus der Sprühflasche, „Light“-Versionen der Sonnenmilch und eine Creme. In den wesentlichen Eigenschaften unterscheiden sie sich nicht. Nicht nur beim Sonnen­schutz, auch in den haut­pflegenden Eigenschaften, der Feuchtig­keits­anreicherung, können sie mithalten. Wem die übliche Sonnenmilch nicht schnell genug einzieht oder zu reichhaltig erscheint, der kann es mit einer „Light feeling“-Version versuchen, die manchmal mehr Alkohol enthält, oder auch mit einem der trans­parenten Sprays auf Alkoholbasis.

Die Haut lechzt nach Feuchtig­keit

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Sonnenmilch. Wem die normale Sonnenmilch nicht schnell genug einzieht, der versucht es mit der Light-Version.

Auch die Fans von Sonnenöl kommen auf ihre Kosten: Die beiden öligen Sprays, Garnier Ambre Solaire und Lancaster, schützen ebenfalls gut vor der Sonne. In der Feuchtig­keits­anreicherung kommen sie aber über befriedigend nicht hinaus.

Die durch Sonne, Wind und Salz­wasser strapazierte Haut lechzt nach Feuchtig­keit. Wer sie schon während des Sonnenbads mit Feuchtig­keit versorgen will, hat die Wahl zwischen etlichen Produkten, die das sehr gut oder zumindest gut können. Sie speichern die Feuchtig­keit auch über Stunden in der Haut (siehe „Feuchtig­keits­anreicherung“ in der Tabelle).

Die meisten Sonnen­schutz­mittel des Tests versprechen, wasser­fest zu sein. Wir haben diesmal darauf verzichtet, zu prüfen, ob es stimmt. Der Grund: Für das praktische Leben bringt die Angabe der Wasser­festig­keit wenig. Ein Produkt darf sich schon dann als wasser­fest bezeichnen, wenn nach zweimal 20 Minuten Baden nur noch die Hälfte des ursprüng­lichen Schutzes vorhanden ist.

Tipp: Reiben Sie sich nach dem Baden und Abtrocknen erneut ein – egal ob es sich um ein wasser­festes Sonnen­schutz­mittel handelt oder nicht.

Viermal Minus­punkte für Keime

Frisch geöffnet wiesen die Produkte keine bedenk­liche Keimzahl auf. Trotzdem waren vier nur ausreichend in der mikrobiologischen Qualität: Alverde von dm und eco – beide Naturkosmetik – sowie Annemarie Börlind und La Roche-Posay. Das stellten die Tester beim Konservierungs­mittel-Belastungs­test fest. Bei dieser Prüfung tragen sie bewusst Keime in die Produkte ein. So wie es auch im Alltag passieren kann. Bei einem sorgfältig konservierten Produkt sterben die Keime inner­halb einer bestimmten Zeit mehr­heitlich ab. Wenn das nicht in ausreichendem Maß geschieht, gibt es Minus­punkte.

Die Lotionen von Annemarie Börlind und Vichy bekamen Kritik für die Entnahme: Beide werden bei hohen Temperaturen so dünn­flüssig, dass sie schnell durch die Finger rinnen und nur noch schwer dort zu platzieren sind, wo man sie braucht.

Alle sind gut verträglich

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Sonnenbrand. Wenn er einen doch einmal erwischt, hilft nur kühlen – und raus aus der Sonne.

An der Haut­verträglich­keit gab es im Test nichts auszusetzen. Die Probanden zeigten keinerlei Auffälligkeiten. Zur Information von Allergikern und Haut­ärzten sind in der Tabelle die Substanz­gruppen aufgeführt, die im Einzel­fall zu Haut­re­aktionen führen können. Manch einer verträgt zum Beispiel die organischen Filter­substanzen nicht. Viele Hersteller setzen auch deshalb verstärkt anorganische Filter wie Titan­dioxid und Zink­oxid ein. Aber auch da steht eine Befürchtung im Raum: Diese Pigmente werden zum Teil in derartig winziger Partikelgröße (Nanop­artikel) einge­setzt, dass die Winzlinge durch die Haut in den Organismus wandern könnten – mit unbe­kannten Folgen. Auf diese Frage gibt es noch immer keine rundum befriedigende Antwort. Laut Bundes­amt für Risiko­be­wertung können Nanop­artikel gesunde Haut nicht durch­dringen. Was bei geschädigter Haut passiert, ist aber nach wie vor unklar. Jedenfalls müssen die Anbieter ab dem nächsten Jahr auf den Verpackungen angeben, wenn sie Nanop­artikel einsetzen.

Sonnen­schutz­mittel gehören zu den wenigen Kosmetika, deren Wirk­samkeit eindeutig bewiesen ist. Ein gutes Mittel üppig aufzutragen bietet einen gewissen Schutz. Allein auf die Sonnenmilch, -creme oder das Sonnenöl verlassen sollten Sie sich jedoch nicht. Schützen Sie sich vor allem durch Textilien und bleiben Sie häufiger mal im Schatten. Dann kommt Ihre Haut sicher durch den Sommer.

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