Sonnenschutzmittel Test

Sommer, Sonne, Sonnenbrand: Helle Haut verträgt nur wenig Sonne. Fünf bis zehn Minuten am Tag sind für Europäer mit sehr heller Haut schon Maximum. Wer länger in die Sonne will, braucht Lichtschutzmittel. Am besten reichlich Creme oder Lotion mit hohem Lichtschutzfaktor. Viel hilft viel, heißt die Devise. Teuer ist gut, stimmt dagegen nicht. Die teuerste Sonnenlotion im Test ist mangelhaft. test.de zeigt die besten Mittel und gibt Tipps für eine gesunde Bräune. Im Test: Sonnenmilch mit Lichtschutzfaktor 12 bis 15.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Sonnenschutzmittel

Schutzfaktor nicht eingehalten

Edle Kosmetik steht gemeinhin für besondere Pflege. Beispiel: Die Sun Protection Lotion von Shiseido. Die japanische Nobelmarke ist teuer, wirkt aber nur mäßig. Shiseido hält den Lichtschutzfaktor nicht ein. Statt Faktor 15 gibts im Schnitt nur Faktor 11. Zwanzig Prozent weniger Schutz als versprochen. Ein Beispiel für Hauttyp I: Wer ohne Schutz nach fünf Minuten in der Sonne rote Haut bekommt, ist mit Lichtschutzfaktor 15 für bis zu 75 Minuten geschützt (5 Minuten x Faktor 15 = 75 Minuten). Die Shiseido-Lotion schützt kaum für eine Stunde (5 x 11 = 55). Mangelhaft, urteilen die Experten der Stiftung Warentest.

Auf die Filter kommt es an

Lichtschutzfilter sind das wichtigste in jeder Sonnenmilch. Sie reduzieren die Energie der Sonnenstrahlen. Es gibt organische und anorganische Filter. Organische Filter wirken chemisch: sie absorbieren die UV-Strahlung. Anorganische Filter wirken physikalisch: sie reflektieren die Strahlung. Beides funktioniert. Die meisten Sonnenschutzmittel basieren auf organischen Filtern. Die Anbieter kombinieren oft mehrere Substanzen. Anders bei Weleda. Die Naturkosmetikmarke setzt nur einen anorganischen Filter ein: ultrafeines Titandioxid. Das ist mancher Sonnenanbeterin sympathischer als die chemisch wirkenden Filter.

Weleda ohne organische Filter

Die Weleda Edelweiß Sonnenmilch mit Titandioxid verspricht Lichtschutzfaktor 15 und erreicht ihn auch. Nachteil der Weleda Sonnenmilch: sie spendet der Haut nicht viel Feuchtigkeit. Testurteil insgesamt nur befriedigend. Noch weniger Feuchtigkeit bringt die Sun Protection Lotion von Shiseido. Doppelte Enttäuschung – nachdem sie schon den Lichtschutzfaktor nicht eingehalten hat. Eine kleine Flasche Sun Protection mit 150 Millilitern kostet 25 Euro. Das ist Rekord im Test. Dünnflüssig ist die teure Lotion obendrein. Schon bei 20 Grad im Schatten rinnt sie einfach durch die Finger. Fazit: insgesamt mangelhaft. Billigere Produkte sind besser.

Drospa liegt vorn

Kauftipp: Die Alando Sun Sonnenmilch von Drospa/Ihr Platz. 100 Milliliter kosten nur 1,30 Euro. Die Sonnenmilch schützt tadellos und bringt der Haut viel Feuchtigkeit. Testurteil: gut, Note 1,6. Billiger sind die Lotionen von Lidl, Schlecker, dm und Budnikowsky. 100 Milliliter kosten hier 80 Cent bis einen Euro. Alle vier Lotionen schützen gut und pflegen gut. Nachteil: Die Lotionen von Lidl, dm und Budnikowsky sind etwas dünnflüssig. Rundum gut sind die Lotionen von Biotherm und Delial. Hier stört nur der Preis: Biotherm kostet stolze 15 Euro, Delial immerhin 3,75 Euro pro 100 Milliliter.

Neu: Schutz ohne Einwirken

Wer seine Haut liebt, sollte sie stets reichlich mit Sonnenschutzmitteln versorgen. Cremes und Lotionen wirken am besten, wenn sie satt aufgetragen werden. Nach dem Baden muss nachgecremt werden – auch bei wasserfesten Lotionen. Die Schutzwirkung lässt sonst nach. Die bisher empfohlene Einwirkzeit von 20 bis 30 Minuten ist dagegen nicht unbedingt erforderlich. Sonnenschutzmittel wirken sofort. Das haben neue Studien ergeben. Schaden kann die Einwirkzeit allerdings nicht. Vorteil: Wenn die Sonnenmilch in die Haut eingezogen ist, bleibt die Kleidung sauber.

Sonnenzeit nicht ausreizen

Wichtig: Die Sonne strahlt in verschiedenen Wellenbereichen. Kritisch für die Haut sind UVA und UVB. UVA-Strahlen lassen die Haut vorzeitig altern, UVB-Strahlen rufen den Sonnenbrand hervor. Lichtschutzmittel schützen gegen beide Wellenlängen. Wie gut sie gegen UVA-Strahlen schützen, ließ sich bisher nicht vergleichbar ermitteln. Es gab kein einheitliches Messverfahren. Das gibt es nun. Doch es fehlt eine Bewertung der Ergebnisse. Welcher UVA-Schutz ist gut, welcher ist schlecht? Das können die Experten noch nicht sagen. Die Stiftung Warentest bewertet deshalb nur den Schutz vor UVB-Strahlen. Wer sicher gehen will, reizt die maximale Sonnenzeit nicht aus. Zuviel Sonne ist ungesund: Beide Wellenlängen – UVA und UVB – können die Haut verändern und zu Hautkrebs führen.

Teil II: 16 Sonnencremes im Test
Komplett + interaktiv: Test Sonnenschutzmittel aus der Zeitschrift test

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