Sonnenschutzmittel Test

Sonne tut gut, wenn sie achtsam genossen wird. Sonnenschutzmittel können dabei helfen. Sie müssen auch nicht teuer sein.

Sommer, Sonne, Ferienzeit. Wer sich nach dem regnerischen Frühjahr auf die wärmenden Strahlen freut, sollte das Sonnenbaden nicht zu ungestüm angehen. Zu viel Sonne schadet der Haut. Also öfter mal im Schatten bleiben, sich mit Textilien schützen – und zusätzlich mit dem richtigen Sonnenschutzmittel eincremen. Für uns eher blasse Nord- und Mitteleuropäer empfehlen sich für die ersten intensiven Sonnenkontakte Mittel mit Lichtschutzfaktoren von mindestens 15 oder 20. 22 davon haben wir getestet. Sie kosten – umgerechnet auf die Vergleichsmenge von 100 Milliliter – zwischen 1,00 und teuren 26 Euro.

Nicht alle sind rundum zu empfehlen

Die Mehrzahl erzielte „gute“ Qualitätsurteile, darunter auch sehr preiswerte. Müller/Cadeavera, Ladival und Lancaster kamen über „befriedigend“ nicht hinaus. Die „ausreichenden“ Schlusslichter der Konkurrenz sind die Naturkosmetikprodukte von Lavera und Dr. Hauschka. Sie konnten vor allem deshalb nicht mit den „guten“ Konkurrenten mithalten, da sie beim UVA-Schutz patzten und die Haut bestenfalls „befriedigend“ mit Feuchtigkeit anreicherten. Auch Hawaiian Tropic ist nur „ausreichend“. Dieses Sonnenöl musste sich auch in anderen Prüfpunkten Kritik gefallen lassen. Es versorgt die Haut nur „ausreichend“ mit zusätzlicher Feuchtigkeit und fiel gegen die Konkurrenten auch deutlich in der mikrobiologischen Qualität und der Wärme- und Kältebeständigkeit ab.

Lichtschutzfaktor eingehalten

Eins haben alle Mittel im Test gemeinsam: Sie halten den ausgelobten Lichtschutzfaktor ein und schützen entsprechend vor den Ultraviolett-B-Strahlen, die Sonnenbrand und Hautkrebs fördern. Der Lichtschutzfaktor gibt einen Anhaltspunkt dafür, wie lange man mit dem Mittel in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Je höher der Faktor, desto länger. Beispiel: Wer nach eigener Erfahrung nach zehn Minuten eine rote Haut bekommt, soll mit einem Produkt mit Lichtschutzfaktor 15 fünfzehnmal länger ungefährdet sonnenbaden können. Also zweieinhalb Stunden. Doch das ist blanke Theorie. Denn der Lichtschutzfaktor ist ein im Labor ermittelter Durchschnittswert, der stark schwanken kann. Hautärzte empfehlen deshalb, spätestens nach zwei Dritteln der „erlaubten“ Zeit in den Schatten zu wechseln.

Etwa drei Esslöffel Sonnenmilch

Für alle Mittel gilt: Um in den Genuss des vollen Schutzes zu kommen, muss man sich dick eincremen. Ein Erwachsener braucht für den ganzen Körper etwa drei Esslöffel Sonnenmilch. Wird weniger aufgetragen, verringert sich auch die Zeit, die man ohne Sonnenbrand am Strand verbringen kann.

Zu wenig UVA-Schutz

Nicht nur die UVB-, sondern auch die UVA-Strahlen sind mit Vorsicht zu genießen: Sie dringen tief in die Haut ein, lassen sie vorzeitig altern und sind oft schuld an unliebsamen Hautreaktionen. Ein Zusammenhang mit Hautkrebs wird ebenfalls diskutiert. Deshalb bieten moderne Sonnenschutzmittel auch einen Schutz vor diesem Strahlenbereich. Nach aktuellem Wissensstand geht man davon aus, dass der notwendige Schutz vor UVA-Strahlung dann gegeben ist, wenn das Verhältnis von UVA- zu UVB-Faktor mindestens 1 : 3 beträgt. Spätestens ab nächstem Jahr müssen alle Sonnenschutzmittel diese Anforderung erfüllen und signalisieren das dem Verbraucher durch ein neues Logo auf der Verpackung – UVA im Kreis. Unsere Tabelle zeigt, dass die meisten Produkte bereits heute das geforderte Verhältnis von 1 : 3 einhalten. Nur Müller/Cadeavera, Ladival, Hawaiian Tropic, Dr. Hauschka und Lavera schwächelten im UVA-Bereich. Besonders der in der Naturkosmetik (Dr. Hauschka und Lavera) favorisierte anorganische Filter Titandioxid kann die UVB-Strahlung zwar gut abschirmen, die entsprechende Leistung im UVA-Bereich fällt dagegen stark ab. Andere Anbieter, die anorganische mit organischen Filtern mixen, haben hier meist mehr Erfolg.

Hartnäckige Flecken auf Textilien

Eins muss man bei verstärktem Schutz vor UVA bislang noch in Kauf nehmen: Die Filtersubstanzen können Textilien hartnäckig gelblich verfärben. Tipp: Lassen Sie die Sonnenschutzmittel vor dem Anziehen gründlich einziehen und tragen Sie Bekleidung, die auch hohe Waschtemperaturen aushält.

Zu wenig Feuchtigkeit

Ein gutes Sonnenschutzmittel soll die Haut nicht nur vor zu viel Sonne schützen, sondern sie auch pflegen. Denn Sonne, Sand und Wind trocknen sie aus. Sie braucht zusätzliche Feuchtigkeit. Viele versorgen die Haut über Stunden „sehr gut“ mit Feuchtigkeit. Müller/Cadeavera, Lavera, Garnier, Piz Buin und Lancaster bieten hingegen nur „Befriedigendes“. Bei Dr. Hauschka und Hawaiian Tropic ist die Feuchtigkeitsanreicherung sogar nur „ausreichend“.

Für gesunde Haut verträglich

An der Hautverträglichkeit der Produkte gab es nichts auszusetzen. Unsere Probanden zeigten keinerlei Auffälligkeiten. Zur Information von Allergikern und Hautärzten haben wir in der Tabelle die Substanzgruppen aufgeführt, die im Einzelfall zu Hautreaktionen führen können.

Wasserfest gilt nur begrenzt

Bis auf das Lancaster-Spray sind alle Mittel „wasserfest“. Zu viel versprechen sollte man sich davon aber nicht. Nach den Prüfvorschriften darf sich ein Sonnenschutzmittel schon dann als „wasserfest“ bezeichnen, wenn es nach zweimal 20-minütigem Wasserkontakt nur noch die Hälfte des ursprünglichen Schutzes bietet. Deshalb nach dem Baden unbedingt erneut eincremen. Damit Ihre Haut heil durch den Sommer kommt, sollten Sie sich aber nicht blind auf das Sonnenschutzmittel verlassen. Auch das beste Produkt entbindet einen nicht von Selbstverantwortung für die Haut. So sollten die Anwendungshinweise auf den Verpackungen unbedingt sorgfältig befolgt werden.

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