Sonnenschutzmittel: Gut geschützt ab 2 Euro

Dick eincremen, heißt die Devise beim Sonnenschutz. Erfreulich, dass es auch sehr preiswerte gute Mittel gibt.

Auch wenn die guten Testergebnisse überwiegen – noch immer gibt es Sonnenschutzmittel, die zu viel versprechen: in diesem Test Vichy Capital Soleil Sonnenschutz-Gel-Milch, Ilrido Sonnen Gel und Ultrasun Sports clear gel formula. Sie unterschreiten den ausgelobten Lichtschutzfaktor um mehr als 20 Prozent. Hier droht ein Sonnenbrand deutlich schneller, als zu erwarten wäre. Das ist mangelhaft. Und Clarins Sun Care Soothing Cream fiel durch, weil es nicht ausreichend vor UVA-Strahlung schützt.

Für Normalempfindliche Faktor 20

Im internationalen Gemeinschaftstest untersuchten wir diesmal 26 Sonnenschutzmittel – Milch, Sprays, einige Gele und Cremes – aus der Schutzklasse „mittel“, überwiegend mit Lichtschutzfaktor 20. Sie empfehlen sich am Urlaubsanfang für Menschen, die normal empfindlich auf die Sonne reagieren. Sensiblere Hauttypen oder Wassersportler, die den ganzen Tag an der Sonne sind, sollten Produkte mit „hohem“ oder „sehr hohem“ Schutz wählen. Dazu zählen die Faktoren 30, 50 und 50+.

Vor Sonnenbrand schützen

Sonnenschutzmittel Test

Beachtenswert: Angaben zu Lichtschutzfaktor, Schutzklassen und UVA-Schutz.

Beachtenswert: Angaben zu Lichtschutzfaktor, Schutzklassen und UVA-Schutz.

Vor den ultravioletten Strahlen der Sonne zu schützen, ist die wesentliche Aufgabe eines Sonnenschutzmittels. Der aufgedruckte Lichtschutzfaktor gibt an, wie stark das Mittel vor den mittelwelligen UVB-Strahlen schützt. Setzt sich ein Mensch zu viel von diesen Strahlen aus, kann das nicht nur zu Sonnenbrand führen, sondern Jahre später auch zu Hautkrebs.

Der Lichtschutzfaktor gibt einen Anhaltspunkt dafür, wie lange der Mensch mit dem Sonnenschutzmittel in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Je höher der Faktor, desto länger. Wer nach eigener Erfahrung nach zehn Minuten eine gerötete Haut bekommt, sollte sich mit einem Produkt mit Lichtschutzfaktor 20 zwanzigmal länger ungefährdet in der Sonne aufhalten können. Theoretisch jedenfalls. Hautärzte raten aber, spätestens nach zwei Dritteln der „erlaubten“ Zeit in den Schatten zu wechseln.

UVA geht tief unter die Haut

Sonnenschutzmittel Test

Im Labor: Es wird reichlich gecremt, dann bestrahlt und am Sonnensimulator überprüft, ob der versprochene Lichtschutzfaktor eingehalten wird.

Alle Mittel im Test versprechen auch, vor den UVA-Strahlen zu schützen. Das signalisiert meist das kreisrunde Logo auf den Verpackungen, in dem UVA steht. Diese längerwelligen Strahlen dringen tiefer in die Haut ein als UVB. Sie werden für das vorzeitige Altern der Haut und für manche Hautreaktion verantwortlich gemacht, auch für die Entstehung von Hautkrebs.

Um in diesem Strahlenbereich wirkungsvoll schützen zu können, muss das Verhältnis des UVA- und UVB-Faktors mindestens 1 : 3 betragen. Fast alle Testprodukte halten dieses Verhältnis ein. Nur Clarins schützt hier nicht ausreichend und gehört damit zu den Schlusslichtern des Tests.

Einen technisch bislang nicht lösbaren Nachteil haben alle UVA-Filter: Sie verursachen hartnäckige Flecken auf Textilien.

Tipp: Lassen Sie das Sonnenschutzmittel erst einziehen, bevor Sie sich anziehen, oder verzichten Sie auf helle Bekleidung, denn da sind die Flecken stärker sichtbar.

Wasserfest in Grenzen

Sonnenschutzmittel Test

Ist die ausgelobte Wasserfestigkeit wirklich vorhanden? Zur Überprüfung bestimmen die Tester den Lichtschutzfaktor nach dem Duschen erneut.

Alle Produkte loben auch „Wasserfestigkeit“ aus. Davon sollte man sich nicht zu viel versprechen. Ein Sonnenschutzmittel darf sich schon dann als „wasserfest“ bezeichnen, wenn es nach zweimal 20-minütigem Wasserkontakt noch die Hälfte des ursprünglichen Schutzes bietet. Trotz aller Versprechungen schaffen acht Mittel nicht einmal das. Sie können wir auch insgesamt nicht mehr gut nennen.

Tipp: Vergessen Sie auch bei „wasserfesten“ Mitteln nicht, sich nach dem Baden und Abtrocknen erneut einzucremen.

Nicht jedes Mittel pflegt die Haut gut

Um die strapazierte Haut zu pflegen, empfehlen sich Mittel, die mindestens eine gute Feuchtigkeitsanreicherung bieten. Etliche haben sich im Test sogar als sehr gut erwiesen. Nur befriedigend sind Tiroler Nussöl, Lancaster, Clarins und Ultrasun.

Vermehrt mit anorganischen Filtern

Auch an der Hautverträglichkeit gab es im Test nichts auszusetzen. Die Probanden zeigten keinerlei Auffälligkeiten, nachdem sie die Mittel benutzten.

Allergiker, Hautärzte und andere Interessierte finden in der Tabelle die Substanzgruppen, die im Einzelfall zu Hautreaktionen führen können. Manch einer verträgt zum Beispiel die organischen Filtersubstanzen nicht. Viele Hersteller setzen auch deshalb verstärkt anorganische Filter wie Titandioxid und Zinkoxid ein. Diese Pigmente werden zum Teil in derartig winziger Partikelgröße – Nanopartikel – eingesetzt, dass die Befürchtung aufkam, die „Zwerge“ könnten durch die Haut in den Organismus wandern – mit unbekannten Folgen. Auf diese Frage gibt es noch immer keine wissenschaftlich befriedigende Antwort. Das Bundesamt für Risikobewertung weiß zwar, dass Nanopartikel gesunde Haut nicht durchdringen können. Was bei geschädigter Haut passieren kann, ist aber noch unklar. Erst ab 2013 müssen die Anbieter von Sonnenschutzmitteln auf den Verpackungen angeben, wenn Nanopartikel enthalten sind.

Etliche unsinnige Werbeversprechen

Sonnenschutzmittel Test

Kritik: Angaben wie „ohne Parabene“ bedienen Befürchtungen, für die es aktuell keine gesicherte Grundlage gibt.

Kritik: Angaben wie „ohne Parabene“ bedienen Befürchtungen, für die es aktuell keine gesicherte Grundlage gibt.

Die Tester haben sich nicht nur um den Inhalt, sondern auch um die Anwendungshinweise auf den Verpackungen der Sonnenschutzmittel gekümmert (siehe Tipps). Auch für unsinnige Werbeversprechen bekommt manch ein Produkt Minuspunkte. So bemängeln die Experten zum Beispiel die Aussage „dermatologisch getestet“ als Werbung mit Selbstverständlichkeiten. Und den Hinweis zum Eincremen – „once a day“ – sollte man seiner Haut zuliebe keinesfalls befolgen.

Auch das Werbeversprechen „ohne Parabene“ erntet Kritik der Tester. Diese Aussage bedient Befürchtungen, für die es aktuell keine gesicherte Grundlage gibt. Diese Konservierungsmittel werden schon seit Jahrzehnten zur Haltbarmachung eingesetzt und haben sich bislang als gut verträglich erwiesen.

Tipp: Um in den Genuss der vollen Wirkung zu kommen, sollten Sie das Sonnenschutzmittel Ihrer Wahl wirklich reichlich auftragen. Sonst verringert sich die sonnenbrandfreie Zeit. Als Faustregel gilt: Für den ganzen Körper sollten es etwa 3 Esslöffel Sonnenmilch sein. Und alle paar Stunden ist die Prozedur zu wiederholen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1119 Nutzer finden das hilfreich.