Sonnen­allergie: Wenn die Haut juckt und brennt

Jeder Fünfte betroffen. Wer sich im Urlaub plötzlich intensiv der Sonne aussetzt, kann böse Über­raschungen erleben: Etwa 20 Prozent der Bevölkerung, meist Frauen, leiden nach längerer Sonnen­abstinenz unter poly­morpher Licht­dermatose (PLD), im Volks­mund Sonnen­allergie genannt.

Typische Merkmale. Stark juckende Pickelchen, Bläschen oder Knötchen an Körper­stellen, die nicht an die Sonne gewöhnt sind. Manchmal klingen die Symptome nach einigen Tagen von selbst ab, in anderen Fällen braucht es Wochen. Die Ursachen der Haut­re­aktionen sind nach wie vor unbe­kannt. Wenn man Glück hat, treten sie nicht mehr auf. Schließt der Haut­arzt andere licht­bedingte Krankheiten aus, lässt sich vorbeugend einiges tun.

Tipps: Bleiben Sie besonders zu Beginn der Ferien erst einmal im Schatten. Sie sollten der Haut Zeit lassen, sich an die Sonne zu gewöhnen.

  • Verwenden Sie Sonnen­schutz­produkte mit hohem Schutz­faktor, sowohl im UVB- als auch im UVA-Bereich.
  • Eine lang­same Licht­gewöhnung mit künst­licher Bestrahlung unter ärzt­licher Aufsicht kann vorbeugend ebenfalls hilf­reich sein. Nach der Licht­abhärtung vertragen Betroffene die Sonne meist gut. Das Solarium hilft dagegen nicht.
  • Ärzte und Apotheker empfehlen zur Vorbeugung oft Kalzium, Anti­histaminika oder Betakarotin. Andere raten zu Fisch­ölkapseln, Folsäure oder auch homöo­pathischen Mitteln. Viele Betroffene schwören auf die genannten Präparate, die Wirk­samkeit wird von Experten aber nicht einheitlich beur­teilt.
  • Wenn Sie trotz vorbeugender Maßnahmen juckende Pickelchen oder Knötchen bekommen, helfen kühlende Umschläge und korti­kosteroidhaltige Cremes. Sie müssen die betroffenen Haut­stellen unbe­dingt vor weiterer Sonnen­strahlung schützen.

Mallorca-Akne? Lassen Sie vom Haut­arzt abklären, ob es sich bei Ihnen um eine PLD handelt oder ob zum Beispiel die sogenannte Mallorca-Akne dahintersteckt. Sie kommt weit­aus seltener vor als die PLD, sieht für Laien aber oft genauso aus. Wer an Mallorca-Akne leidet, sollte emulgator- und fett­freie Sonnen­schutz­gele benutzen. Auch andere Kosmetik­produkte wie After-Sun-Lotionen oder Haut­cremes müssen dann fett- und emulgatorfrei sein – zumindest in der Urlaubs­zeit.

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