Sonnenschutzmittel Test

Das günstigste „gute“ Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 30 im Test stammt von Rossmann, das teuerste von Lancaster. L'Oréal und Vichy fallen hier durch.

Keine Angst: Ein Bleichgesicht bleibt man auch mit Lichtschutzfaktor 30 nicht. Es dauert nur etwas länger, bis die Haut sich bräunt. Dafür wird die Farbe sanfter, gleichmäßiger und beständiger.

Auch für Kinder und Wassersportler

Diese „hohen Schutz“ versprechenden Produkte schlucken rund 95 Prozent der aggressiven Sonnenstrahlen, lassen aber noch genug durch, damit die Haut langsam ihre eigenen Schutzmechanismen aufbauen kann: die Lichtschwiele (Verdickung der obersten Hautschicht) und die Bräunung. Gerade für blasse Mitteleuropäer mit empfindlicher Haut oder Wassersportler, die den ganzen Tag an Luft und Sonne sind, empfehlen sich Lichtschutzmittel mit hohem Schutzfaktor. Für Kinder sowieso. Solche Lotionen, Cremes und Sprays setzen sich bei Hautbewussten immer mehr durch.

„Gut“ muss nicht teuer sein

Sonnenschutzmittel Test

Besonders für Kinder gilt: Reichlich eincremen und die Aktion von Zeit zu Zeit wiederholen. Doch ist der Lichtschutzfaktor einmal ausgereizt, hilft auch kein Nachcremen mehr. Spätestens dann heißt es: Hemd überziehen und raus aus der Sonne.

Unter den Sonnenschutzmitteln im Test sind auch recht teure wie die „gute“ Lotion von Lancaster und die „befriedigende“ von Shiseido. In der Parfümerie zahlt man für sie mehr als 20 Euro pro 100 Milliliter. Auch die Exklusivangebote aus der Apotheke gehören nicht gerade zu den Schnäppchen.

Doch unser Test zeigt: Zuverlässiger Sonnenschutz muss nicht teuer sein. Besonders günstig und „gut“ sind vor allem Sun Ozon Sonnen Milch von Rossmann für 2,50 Euro sowie Aldi (Nord)/Ombra Sun Care Sonnen Creme für 2,67 Euro (umgerechnet auf die Vergleichsmenge von 100 Milliliter). Aber Achtung bei Aldi: Es handelt sich hier um Aktionsware, die möglicherweise nicht ständig erhältlich ist.

Ob man nun ein Spray oder eine Lotion wählt, ist eine Frage der Vorliebe. Der eine sprüht, der andere cremt halt lieber. Die Unterschiede in den Produkteigenschaften sind jedenfalls nicht so gewaltig, wie die Marketingexperten sie gern darstellen. Am wichtigsten ist, dass die Mittel den aufge­druckten Lichtschutzfaktor einhalten. Er gibt an, wie stark sie vor den Ultraviolett-B-Strahlen schützen, die Sonnenbrand und Hautkrebs verursachen. Die meisten bewältigen diese Testhürde „gut“.

„Mangelhaft“ für L'Oréal und Vichy

Doch immer noch gibt es Sonnenschutzmittel, die deutlich zu viel versprechen. Bei L'Oréal Solar Expertise und Vichy Capital Soleil ist der Lichtschutz um mehr als 20 Prozent niedriger als auf der Packung angegeben. Hier droht ein Sonnenbrand deutlich schneller als nach der Deklaration zu erwarten wäre. Deshalb heißt ihr test-Qualitätsurteil „mangelhaft“.

Bei Börlind hingegen hat man des Guten zu viel getan: Der Lichtschutzfaktor 30 wird um mehr als 200 Prozent überschritten. Das konnte nur mit „ausreichend“ bewertet werden. Schließlich sollten Lichtschutzfilter mit Bedacht eingesetzt werden, vor Übertreibungen wird auch wegen möglicher Risiken für die Haut gewarnt.

Was der Lichtschutzfaktor aussagt

Nochmal zur Erinnerung: Der Lichtschutzfaktor gibt einen Anhaltspunkt dafür, wie lange man mit dem Mittel in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Je höher der Faktor, desto länger. Beispiel: Wer nach eigener Erfahrung nach zehn Minuten eine rote Haut bekommt, sollte sich mit einem Produkt mit Lichtschutzfaktor 30 dreißigmal länger ungefährdet in der Sonne aufhalten können. Doch Achtung: Hautärzte empfehlen, spätestens nach zwei Dritteln der „erlaubten“ Zeit in den Schatten zu wechseln.

Alle Mittel schützen entsprechend dem neuen Logo – UVA im Kreis – auch vor UVA-Strahlen. Sie dringen tiefer in die Haut ein als UVB-Strahlen und werden ebenfalls für die Entstehung von Hautkrebs verantwortlich gemacht, zusätzlich aber auch für vorzeitige Faltenbildung und Hautirritationen. Für einen wirkungsvollen Schutz vor diesem Strahlenbereich muss das Verhältnis von UVA:UVB-Faktor mindestens 1 : 3 betragen. Das halten alle ein. Einen Nachteil haben die UVA-Filtersubstanzen allerdings: Sie können hartnäckige gelbliche Flecken auf Textilien verursachen. Bislang ist das technisch noch nicht vermeidbar.

Tipp: Warten Sie nach dem Cremen etwas ab, bevor Sie etwas überziehen oder verzichten Sie auf helle Bekleidung .

Kein Verlass auf „wasserfest“

„Wasserfeste“ Sonnenschutzmittel versprechen nicht nur beim Badeurlaub Vorteile, sondern auch bei starkem Schwitzen. Man sollte aber nicht zu viel erwarten. Ein Sonnenschutzmittel darf sich schon dann als „wasserfest“ bezeichnen, wenn es nach zweimal 20-minütigem Baden noch die Hälfte des ursprünglichen Schutzes bietet. Das ist nicht mehr allzu viel, aber dennoch erfüllen immerhin acht der getesteten Produkte die Prüfanforderungen für die Aussage „wasserfest“ nicht. Mit dem Aufdruck wird also oft zu großzügig verfahren.

Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich nach jedem Bad erneut einreiben.

Der Haut auch Feuchtigkeit geben

Sonnenschutzmittel Test

Unser Test zeigt: Auf die Wasserfestigkeit der Sonnenschutzmittel ist nicht immer Verlass. Deshalb ist es wichtig, sich nach jedem Bad erneut gründlich einzucremen. Und auch die „Sonnenterrassen“ wie Schultern, Nase und Füße nicht vergessen.

Die Haut braucht nicht nur Schutz vor zu viel Sonne, sie braucht auch Pflege. Denn Sonne, Wind, Sand und Salzwasser laugen sie aus, sie lechzt nach zusätzlicher Feuchtigkeit. Zur Pflege empfehlen sich deshalb Sonnenschutzmittel mit mindestens „guter“ Feuchtigkeitsanreicherung. Etliche haben sich im Test in dieser Hinsicht sogar als „sehr gut“ bewiesen, darunter auch die besonders preiswerte Sonnenmilch dm/Sun Dance für 1,68 Euro pro 100 Milliliter. Wegen der mangelnden Wasserfestigkeit ist sie allerdings insgesamt nur „befriedigend“.

An der Hautverträglichkeit der Sonnenschutzmittel gab es nichts auszusetzen. Die Probanden zeigten keinerlei Auffälligkeiten. Zur Information von Allergikern und Hautärzten sind in der Tabelle die Substanzgruppen aufgeführt, die im Einzelfall zu Hautreaktionen führen können.

Sonnenschutzmittel gehören zu den wenigen Kosmetika, deren Wirksamkeit eindeutig bewiesen ist. Trotzdem sollte man ihnen nicht die alleinige Verantwortung für die Haut überlassen, sondern sich auch mit Textilien vor den Strahlen schützen und häufiger mal im Schatten bleiben. Und unbedingt die Anwendungshinweise auf den Verpackungen beachten. Besonders wichtig: Um den vollen Schutz zu bekommen, muss man sich reichlich eincremen. Ein Erwachsener braucht für den ganzen Körper etwa drei Esslöffel Sonnenmilch. Wird weniger aufgetragen, verringert sich auch die sonnenbrandfreie Zeit.

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