Sonnenschutzmittel Test

Auch bei Pull­overwetter die Sonnencreme nicht vergessen.

Nach den Lotionen nun die Sonnencremes im Test. Und dazu noch einige Nachzügler unter den Lotionen. Drei versagten, doch auf die meisten ist Verlass.

Eine „gute“ Sonnencreme kann ein kleines Vermögen kosten: Wer die Lancôme Soleil Soft Touch Anti Wrinkle Sun Cream kauft, muss für 50 Milliliter 24,60 Euro ausgeben. Umgerechnet auf den Vergleichspreis von 100 Millilitern macht das stolze 49,20 Euro. Dabei gehören zu den „guten“ auch die preiswertesten Cremes, nämlich die von Rossmann, Lidl und Schlecker. Sie kosten je 100 Milliliter nicht mehr als 3 Euro.

Teuerste Creme nur „befriedigend“

Doch bei 49,20 Euro ist auf der Preisskala längst noch nicht Schluss. Die teuerste Creme im Test ist die Yves Rocher Prevention Soleil Anti-Age Sonnenpflege Lifting für 53 Euro pro 100 Milliliter. Sie konnte nicht ganz mithalten und schnitt nur „befriedigend“ ab – vor allem, weil sie in der Feuchtigkeitsanreicherung nichts Besonderes bot. Das gilt auch für die beiden Lancaster-Cremes für 49 Euro.

Dabei braucht die Haut gerade beim Sonnenbaden viel Feuchtigkeit, denn Son­ne, Wind und Salzwasser trocknen sie schnell aus. Die großzügigsten Feuchtigkeitsspender im Test waren die Cremes von Rossmann und Lancôme.

Die Ombra-Sonnencreme von Aldi-Nord versagte im wesentlichen Prüfpunkt: Sie hielt den versprochenen Lichtschutzfaktor nicht ein. Statt der ausgelobten 20 ließ sich im Schnitt nur ein Faktor von15 nachweisen. Das bedeutet „mangelhaft“, auch für das gleiche Produkt von Aldi-Süd, Ombia.

Die Haut nicht alt aussehen lassen

Wer Angst vor Falten hat, setzt am besten auf gute Sonnenschutzmittel. Denn zu viel der aggressiven UV-Strahlen fördern nicht nur das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Sie lassen die Haut auch früher alt aussehen, da die Elastizität des Bindegewebes vorzeitig verloren geht. Es sprechen also nicht nur gesundheitliche, sondern auch kosmetische Gründe für ein gutes Sonnenschutzmittel. Nachdem wir im letzten Heft Sonnenmilch vorgestellt haben, geht es jetzt vor allem um Cremes. Ob Sonnenmilch oder -creme – das ist vor allem Geschmackssache. Hier wie dort finden sich wirksame Produkte. Doch für einzelne Körperpartien, vor allem für das ständig dem Licht ausgesetzte Gesicht, stehen Cremes hoch im Kurs. Sie sind oft gehaltvoller und tendenziell etwas teurer als die flüssigeren Lotionen. Die eignen sich besser, um den Körper einzucremen.

Alte und neue Cremes im Regal

Insgesamt haben wir 17 Sonnencremes für diesen Test unter die Lupe genommen. Alle loben Lichtschutzfaktoren zwischen 10 und 30 aus. Die ersten Cremes kauften wir schon im Winter ein. Zum Teil sind sie noch unverändert erhältlich. Zum Teil stehen neben den älteren nun neue, laut Anbieter veränderte Produkte in den Verkaufsregalen. Wir haben beide Varianten geprüft. Gewaltige Unterschiede konnten wir nicht feststellen. Doch zum Teil sind die neueren Produkte sogar ein wenig schlechter als ihre Vorgänger, zum Beispiel bei Lidl und Schlecker.

Für Verbraucher ist oft nur schwer zu erkennen, welche Creme neu, welche schon länger im Handel ist. Die optischen Unterschiede sind oft winzig. Anhand der Deklaration der Inhaltsstoffe lassen sich ältere von neueren Produkten aber eindeutig unterscheiden.

Auch neue Lotionen auf dem Markt

Im Nachklang zu unserem Test von Sonnenschutzlotionen aus Heft 6 stellen wir nun vier weitere Lotionen vor, die erst kürzlich auf den Markt kamen. Sie versprechen Lichtschutzfaktor 10 beziehungsweise 12. An die Spitzenprodukte des Vortests kommen sie zwar nicht ganz heran, liegen aber im „guten“ Mittelfeld. Und mit Preisen von zum Teil weniger als 1 Euro pro 100 Milliliter sind sie supergünstig (Schlecker, Lidl). Doch ein „Mangelhaft“ gab es auch unter diesen Lotionen: für die Sonnenmilch von Annemarie Börlind. Statt des versprochenen Schutzfaktors von 10 kommt sie im Durchschnitt nur auf 7,5.

Die Einhaltung des ausgelobten Lichtschutzfaktors ist der wesentliche Prüfpunkt im Test. Wird er deutlich unterschritten, schützt das Produkt schlechter als versprochen. Unerwartet schnell kann es zu einem Sonnenbrand kommen. Das können wir nur „mangelhaft“ nennen. Schließlich soll der Schutzfaktor eine Orientierung bieten, wie lange man sich in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.

Wer beispielsweise ohne Lichtschutz zehn Minuten in der Sonne braten kann, ohne rot zu werden, kann das mit Lichtschutzfaktor 10 zehnmal so lange, also 100 Minuten. Jedenfalls theoretisch. Die Praxis kann davon abweichen. Denn der Lichtschutzfaktor ist ein errechneter Durchschnittswert, der gerade bei hohen Faktoren stark schwanken kann. Wer auf Nummer Sicher gehen will, wechselt seiner Haut zuliebe spätestens nach zwei Dritteln der rechnerisch möglichen Sonnenbaddauer in den Schatten und bleibt dort auch für den Rest des Tages.

Welcher Faktor ist der richtige?

Bei der Entscheidung für einen bestimmten Lichtschutzfaktor sind vor allem zwei Dinge zu bedenken: die eigene Hautempfindlichkeit und der geplante Urlaubsort. So wird man sich beispielsweise im Harz nicht so extrem vor der Sonne schützen müssen wie auf den Bahamas.

Grundsätzlich empfehlen Hautärzte, zum Urlaubsbeginn einen Schutzfaktor von mindestens 10, für Menschen mit sehr empfindlicher Haut 20 und mehr.

Sonnenbrand und Schlimmeres

Der Lichtschutzfaktor bezieht sich nur auf die Ultraviolett-B-Strahlen. Sie verursachen Sonnenbrand und fördern die Entstehung von Hautkrebs. Doch auch ein Schutz vor den längerwelligen UVA-Strahlen ist wichtig. Sie dringen tief ins Gewebe ein und lassen die Haut vorzeitig altern. Außerdem gehen etliche krankhafte Hautreaktionen auf ihr Konto. Wie weit auch diese Strahlen an der Entstehung von Hautkrebs beteiligt sind, ist noch nicht geklärt. Alle Sonnenschutzmittel versprechen deshalb auch einen Schutz vor diesem Strahlenbereich. Mittlerweile gibt es sogar eine einheitliche Messme­thode. Was bislang noch fehlt, ist eine Bewertung der Ergebnisse, die auch dem Lai­en verständlich ist und ihm den Kauf des „richtigen“ Sonnenschutzmittels erleichtert. Hoffentlich können sich die Experten bis zur nächsten Saison einigen.

Kritisch nur im Einzelfall

Unsere Testpersonen haben die Sonnenschutzmittel gut vertragen. Höchstens kurzfristig kam es zu schnell vorübergehenden Reaktionen, sodass von einer guten Hautverträglichkeit auszugehen ist. Trotzdem kann es im Einzelfall zu un­liebsamen Hautreaktionen kommen. Kon­­servierungs-, Farb- und Parfümstoffe sowie Emulgatoren werden dann meist als Verursacher ausgemacht. Auch die Lichtschutzfilter selbst bekommen nicht jeder Haut. Wer auf Anraten des Hautarztes bestimmte Substanzen meiden muss, kann sich anhand der Tabelle über die wesentlichen Inhaltsstoffe informieren.

Gern wird auch mit dem Zusatz von Vitamin E geworben. Es wirkt nachweislich als Fänger von so genannten freien Radikalen, hilft also, Zellschäden und vorzeitiger Hautalterung vorzubeugen. Dieser Zusatz ist durchaus sinnvoll, Wunder darf man davon allerdings nicht erwarten.

Auch mit guten Sonnenschutzmitteln sind einige Hinweise zu beachten, damit die Haut heil durch den Sommer kommt. Nicht alle Anbieter weisen ausreichend darauf hin:

  • Tragen Sie Sonnenschutzmittel immer reichlich auf: Viel hilft viel.
  • Die Schutzdauer pro Tag lässt sich durch mehrfaches Einreiben nicht verlängern, aber stabilisieren.
  • Intensive Mittagssonne vermeiden.
  • Auch „wasserfeste“ Mittel schützen nach dem Baden nur noch begrenzt. Deshalb immer wieder eincremen.
  • Sonnenbrand, insbesondere bei Kindern, ist unbedingt zu vermeiden.

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