Sonnenschutzmittel (Juni): Shiseido-Lotion nur „mangelhaft“

Sonnenschutzmittel Test

Selbstschutz: Zeigen Sie dem Sonnenbrand die kalte Schulter.

Wer im Sommer nicht nur bekleidet im Schatten sitzen möchte, schützt die Haut am besten mit einem Sonnenschutzmittel vor den sengenden Strahlen. Doch nicht jede Lotion hält, was sie verspricht.

Ein Sonnenschutzmittel ist ganz klar „mangelhaft“, wenn es den aufgedruckten Lichtschutzfaktor nicht einhält. Schließlich ist dieser Faktor die entscheidende Eigenschaft, die Produkte überhaupt zu kaufen. Diesmal traf es die Shiseido Sun Protection Lotion, mit 16,70 Euro pro 100 Milliliter das teuerste Produkt im Test. Sie unterschritt den deklarierten Schutzfaktor um mehr als 20 Prozent. Statt des versprochenen Faktors von 15 weist sie im Durchschnitt nur 11 auf. Mit dem geringeren Schutz droht ein Sonnenbrand deutlich schneller als erwartet.

Ohne Fehl und Tadel

Die Konkurrenten im Test bestanden die Prüfung des Lichtschutzfaktors ohne Fehl und Tadel. Sie erhielten insgesamt „gute“ oder „befriedigende“ test-Qualitätsurteile. Aus dem riesigen Angebot an Sonnenschutzmitteln haben wir Lotionen ausgewählt, die einen Lichtschutzfaktor von 12 oder 15 angeben. Einige der für diesen Sommer aktuellen Produkte, zum Beispiel von Nivea oder Rossmann, waren zum Zeitpunkt unseres Tests noch nicht auf dem Markt. Wir werden sie später einkaufen, prüfen und die Testergebnisse dann in test nachreichen.

Für Menschen mit normal empfindlicher Haut bieten Mittel mit Lichtschutzfaktor 10 bis 15 einen ausreichenden Schutz: Es werden etwa 90 Prozent der aggressiven Strahlen herausgefiltert. Viel mehr hat auch Faktor 20 nicht zu bieten: Hier lassen die Filter rund 95 Prozent der Strahlung nicht durch. Für Sonnenbader mit sehr empfindlicher Haut kann das allerdings entscheidend sein.

Ein hundertprozentiger Schutz ist übrigens selbst mit Lichtschutzfaktoren von 50 und mehr nicht zu erreichen. Er ist auch nicht wünschenswert. Denn ein Minimum an Sonne braucht der Mensch, zum Beispiel, um die Vitamin-D-Bildung zu ermöglichen, die wichtig für Knochen und Zähne ist. Ein gewisses Quantum an Sonnenstrahlen ist auch nötig, damit die Haut ihre eigenen Schutzmechanismen wie Bräune und Lichtschwiele, das ist die Verdickung der obersten Hautschicht, entwickeln kann.

Gegen den Sonnenbrand

Die auf den Verpackungen aufgedruckten Lichtschutzfaktoren beziehen sich allein auf den Schutz vor den mittelwelligen Ultraviolett-B-Strahlen, die Sonnenbrand und Hautkrebs fördern. Doch auch die längerwelligen Ultraviolett-A-Strahlen sind nicht zu vernachlässigen: Sie dringen tiefer in die Haut ein, lassen sie vorzeitig altern und sind oft schuld an unliebsamen Hautreaktionen. Ein Zusammenhang mit der Entstehung von Hautkrebs wird ebenfalls diskutiert. Deshalb bieten moderne Sonnenschutzmittel auch einen Schutz vor diesem Strahlenbereich.

Vergleichbare Angaben zur Höhe beziehungsweise Stärke des UVA-Schutzes sucht man bislang vergeblich. Zwar gibt es mittlerweile ein einheitliches Messverfahren (siehe „UVA-Schutz“), eine Bewertung dieser Ergebnisse trauen sich die Experten aber noch nicht zu. Der Grund: Bislang weiß niemand so richtig, wie viel UVA-Strahlen für den Menschen sinnvoll sind und ab welcher Menge sie schädlich werden. Eindeutig sichtbare Signale wie ein Sonnenbrand treten als Reaktion auf UVA nämlich nicht auf.

Für den Urlaub am Wasser

„Wasserfester“ Sonnenschutz ist für den Urlaub am Meer, aber auch bei starkem Schwitzen zu empfehlen. Alle Testlotionen versprechen Wasserfestigkeit. Wir haben diesmal auf eine Überprüfung verzichtet, da in den Tests der letzten Jahre keine einzige Sonnenlotion in diesem Prüfpunkt Probleme hatte. Für die Praxis gilt aber: Sie sollten sich nach dem Baden und Abtrocknen immer neu eincremen. Nach langem Kontakt mit Wasser lässt der Schutz in jedem Fall nach.

Für die Pflege ausgedörrter Haut

Ein gutes Sonnenschutzmittel soll die Haut nicht nur vor aggressiven Strahlen schützen, sondern auch pflegen. Denn Sonne, Wind und Wasser trocknen sie aus. Sie lechzt nach Feuchtigkeit. Die besten Feuchtigkeitsspender im Test waren die Lotionen von Drospa/Ihr Platz Alando, Delial, Biotherm und Sundance von dm und Budnikowsky. Noch nach Stunden konnten wir bei diesen Produkten ein Plus an Feuchtigkeit nachweisen. Schluss­licht mit nur „ausreichender“ Feuchtigkeitsanreicherung war auch hier Shiseido. Außerdem ist dieses Mittel nicht ganz einfach zu dosieren. Sehr dünnflüssig rinnt es einem durch die Finger.

Gegen Hautreaktionen

Unsere Testpersonen vertrugen die Lotionen gut. Nur ganz vereinzelt kam es zu unbedeutenden, schnell vorübergehenden Hautreaktionen. Je nach Empfindlichkeit können Hautirritationen aber auch bei Lichtschutzmitteln auftreten. Dann werden meist Konservierungsmittel, Parfüms, Emulgatoren oder Farbstoffe dafür verantwortlich gemacht. Für Empfindliche haben wir deshalb in der Tabelle deutlich gemacht, welche Produkte frei von diesen Inhaltsstoffen sind.

Selbst die Lichtschutzfilter sind nicht für jede Haut verträglich. Die hormonelle Wirkung, die einigen Filtern nachgesagt wird, erwies sich bislang als haltlos – zumindest für die eingesetzten Konzentrationen. Dennoch reagiert manche Haut empfindlich auf diese Substanzen.

Als besonders hautfreundlich gelten anorganische Filter (Titandioxid, Zinkoxid). Nur eine getestete Lotion setzt ausschließlich auf diese Art der Filter: Weleda Edelweiß, eine Sonnenmilch der „ganzheitlichen Naturkosmetik“, insgesamt aber nur „befriedigend“.

Damit Ihre Haut den Sommer gut übersteht, sollten Sie die „Tipps“ beachten. Von den Herstellern erfahren die Käufer zum Teil recht wenig zur korrekten Anwendung ihrer Sonnenschutzmittel.

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