Sonnen­schutz­folien im Test: Hitze­schutz für das Fenster

Sonnen­schutz­folien im Test - Hitze­schutz für das Fenster

Den Sommer auskosten. Folien schi­cken viel Strahlung zurück in den Himmel.

Die Sonnen­schutz­folien im Test halten Hitze draußen und ersparen bestenfalls den Kauf eines Klimageräts. Allerdings dunkeln sie Räume ab und erhöhen im Winter die Heiz­kosten.

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Test Sonnen­schutz­folien im Test 11.06.2021
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Hitze­schutz fürs Fenster

Knallt die Sonne im Sommer auf zwei Quadrat­meter Fens­terfläche, hat das einen ähnlichen Effekt wie ein 1 500-Watt-Heizlüfter. Manche Dach­geschoss­zimmer heizen sich schier unerträglich auf. Klimageräte befördern die Wärme nach draußen. Noch besser ist es, wenn die Hitze gar nicht in den Raum gelangt. Sonnen­schutz­folien können das verhindern. Sie werden am Fenster (außen) angebracht und schi­cken einen Groß­teil der Sonnen­strahlen direkt wieder gen Himmel. Im Raum bleibt es kühl. Modell­rechnungen der Stiftung Warentest zeigen, dass Sonnen­schutz­folien das schaffen: Mit Ihnen lassen sich die Hitzestunden über 26 Grad um bis zu 76 Prozent reduzieren.

Das bietet der Sonnen­schutz­folien-Test der Stiftung Warentest

  • Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Bewertungen für 11 Sonnen­schutz­folien mit unterschiedlich starker Hitzereduktion. Sie stammen von Anbietern wie 3M, Bruxsafol, Llumar oder Velken. Selbst montiert, kosten die Folien etwa zwischen 17 und 63 Euro pro Quadrat­meter (qm). Bringen Fachleute sie auf, sind bis zu 120 Euro fällig. Alle Sonnen­schutz­folien im Test sind gut oder befriedigend. Unterschiede gab es vor allem in der Hand­habung und Witterungs­beständig­keit. Es gibt mehrere Testsieger-Folien, die güns­tigste von ihnen ist für unter 20 Euro/qm zu haben.
  • Kauf­beratung und Tipps. Wir sagen, was Sie beim Hitze­schutz für Ihre Fenster beachten müssen und wie Sie vermeiden, dass die Wahl der Sonnen­schutz­folie zu Ärger mit den Nach­barn führt.
  • Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus test 6/2021.

Wie funk­tionieren die Sonnen­schutz­folien aus unserem Test?

Sonnen­schutz­folien bestehen aus mehreren Schichten, die teils hauchdünn mit Metall bedampft sind. Sie spiegeln große Teile der auftreffenden Strahlung und die Wärme dringt nicht durch das Fenster. Stark reflektierende Sonnen­schutz­folien ließen in unserem Test nur 13 bis 20 Prozent der Sonnen­strahlen in den Raum.

Um wie viel Grad sinkt die Raum­temperatur?

Um zu verdeutlichen, welch großen Unterschied die Folien machen, ermittelte die Stiftung Warentest die Temperaturen in einem Dach­geschoss: Durch vier Quadrat­meter große schräge Fenster heizt sich der Raum im Hoch­sommer auf bis zu 56 Grad Celsius auf. Das ist extrem, aber in Deutsch­land durch­aus möglich. Mit den Testsiegern aus der Gruppe der sieben stark reflektierenden Folien würde die maximale Temperatur 34 Grad Celsius betragen.

Für welche Räume eignen sich Hitze­schutz­folien?

Dunkle Sonnen­schutz­folien eignen sich vor allem für stark über­hitzte Räume im Dach­geschoss. Wir haben für verschiedene nach Süden gerichtete Zimmer mit großen Fens­tern ermittelt, wie viele Stunden im Jahr die Raum­temperatur 26 Grad über­schreitet, und wie sie mit Wärmeschutz­folien sinkt. Die stark Reflektierenden senken die Über­hitzungs­stunden um etwa zwei Drittel.

Auf schrägen Dach­fens­tern stört die starke Spiegelung der Folien keine Nach­barn. Für Wohn­räume mit vertikalen Fens­tern sind weniger stark reflektierende Folien die bessere Wahl. Die spiegeln nicht so stark und stören Gegen­über­wohnende weniger. Trotzdem hielten sie 55 bis 60 Prozent der Sonnen­energie ab. Damit verringern sie die Über­hitzungs­stunden im Raum um mehr als ein Drittel. Die Sicht ist kaum getrübt, Farben erscheinen natürlich.

Welche Nachteile haben die Folien?

Stark reflektierende Folien verdunkeln den Raum, in der Dämmerung oder mit bewölktem Himmel schalten Bewohner vermutlich früher das Licht ein. Die Sicht durch das Fenster ist wie durch eine Sonnenbrille. Vor allem rötliche Farben erscheinen verändert. Außerdem braucht der Raum im Winter zusätzliche Heiz­energie – denn die Folien bleiben dauer­haft auf den Fens­tern.

Können Laien Sonnen­schutz­folien selbst anbringen?

Drei der elf Folien verkaufen die Anbieter nur mit Montage durch geschultes Personal. Die übrigen acht Produkte lassen die Wahl zwischen Selbst­montage und Anbringung durch Experten. Der Service ist mit einem deutlichen Preis­aufschlag verbunden – wer die Folien selber anbringt, verwirkt meist die Garantie. Im Test hatten aber auch Laien kein Problem damit, die Folien fachgerecht aufzukleben. Sie gaben durchweg gute oder sehr gute Noten für die Montage. Fehler in der Hand­habung verzeihen die Folien nicht. Einmal falsch geklebt oder verknickt, schon ist die teure Folie hinüber.

Ist die Erlaubnis des Vermieters notwendig?

Veränderungen des Erscheinungs­bilds einer Immobilie erfordern meist die Zustimmung des Eigentümers oder der Eigentümer­gemeinschaft. An Dach­geschoss­fens­tern, die vom Boden und von umliegenden Gebäuden aus nicht sicht­bar sind, sollten stark spiegelnde Folien kein Problem sein. An allen anderen Fens­tern fallen weniger stark reflektierende Folien kaum auf. Ob Nach­barn Blendungen akzeptieren müssen, hängt von der Dauer und Intensität ab. Schon 30 Minuten am Tag über einen längeren Zeitraum sehen manche Gerichte kritisch.

Lassen sich die Folien leicht entfernen?

Im Test ließen sich alle rück­stands­frei entfernen. An manchen Fens­tern blieben Klebereste zurück, die sich mit etwas Montageflüssig­keit und einem Schaber lösten.

Was ist besser für die Umwelt? Folie oder Klimagerät?

Sonnen­schutz­folien sind eine klimafreundlichere Lösung als Klimageräte. Sie sind selbst unter Einbeziehung der höheren Heiz­kosten deutlich güns­tiger als Klimageräte. Ein Allheil­mittel sind sie aber nicht. Große schattenlose Fenster nach Süden oder schlechte Dämmung gleichen sie nicht aus. Wer in solchen Räumen mit sehr hoher Wärmelast dauer­haft weniger als 26 Grad Celsius haben will, muss umbauen (Dachdämmung) oder ein Klimagerät kaufen. Ist letzteres bereits vorhanden, können Folien dafür sorgen, dass die Klima­anlage im Sommer seltener zum Einsatz kommt. Das spart mehr Treib­hausgase, als im Winter für die zusätzliche Heizung wieder verbraucht wird. Die Umwelt­bilanz der zusätzlich aufgebrachten Sonnen­schutz­folie ist in diesem Fall also positiv. Am Beispiel eines Dach­geschoss­raums haben wir ausgerechnet, wie sich die Temperatur und die Heiz­kosten mit Sonnen­schutz­folien ändern (Bis zu 76 Prozent weniger Hitzestunden).

Ventilatoren: Für frische Luft

Nicht über­all sind Klimagerät oder Sonnen­schutz­folien möglich. Für schnelle Abkühlung ohne Umbauten sorgen Ventilatoren. Sie bringen die Luft in Bewegung und erzeugen so ein Gefühl von Kühle auf feuchter oder verschwitzter Haut.

Große Preis­unterschiede. Im Sommer 2020 hat die Stiftung Warentest Ventilatoren getestet: Tisch-, Stand- sowie Turmgeräte zu Preisen von 20 bis 400 Euro. Die meisten Tisch- und Standmodelle arbeiten klassisch mit Propeller, die Turmgeräte mit schaufelrad­artigen Walzen. Die Ventilatoren von Dyson saugen die Luft über ein Gebläserad im Sockel an. Alle können horizontal schwenken.

Sechs Gute. Die wenigsten Modelle erzeugen einen angenehmen Luft­strom. Einige sind laut oder lassen sich schwer zusammenbauen. An einem Modell können Kinder mit dem Finger in den Rotor fassen. Am Ende finden sich in jeder Produkt­gruppe gute, leise Geräte. Wenn Sie unseren Sonnen­schutz­folien-Test frei­schalten, finden Sie im PDF zum Testbe­richt eine Tabelle mit guten Ventilatoren.

Kühlen, Lüften, Dämmen – was wirk­lich gegen Hitze hilft, fassen wir in unserem Hitzeschutz-Special zusammen.

Nutzer­kommentare, die vor dem 26.05.2021 gepostet wurden, beziehen sich auf den Vorgängertest.

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