Sonnenschirme Test

Stabil, einfach zu bedienen und langlebig sollte ein Sonnenschirm sein. Die zwei „Mangelhaften“ bieten das nicht.

Der ärgste Feind des Sonnenschirms ist der Wind. Sobald sich ein Lüftchen regt, fängt der Schattenspender an zu flattern. Bei starkem Wind kann er kippen, brechen oder sogar wegfliegen. Also haben wir die 15 Sonnenschirme unserer Testauswahl in einen Windkanal gestellt – mit erstaunlichen Ergebnissen. Drei hielten Windge­schwindigkeiten von 60 Kilometern pro Stunde stand, von Meteorologen als „steifer Wind“ bezeichnet. Auf der Beaufortskala, der Klassifikation für Windgeschwindigkeiten, entspricht das Windstärke 7. Die meisten Schirme kippten oder brachen bei „starkem Wind“, also Windstärke 6. Doch in der Natur sind die Verhältnisse komplizierter. Anders als im Windkanal kommt der Wind hier nicht nur von einer Seite, und es können Böen auftreten, die den Schirm aus dem Gleichgewicht bringen.

Tipp: Um Schäden zu vermeiden, sollten Sie den Rat der Anbieter beherzigen und den Sonnenschirm bei aufkommendem Wind sofort schließen und sichern.

Testsieger für 820 und 250 Euro

Die 15 Markt- und Ampelschirme im Test eignen sich für Terrasse und Garten. Während der Marktschirm im klassischen Design mit Mittelstab daherkommt, ist der Ständer beim Ampelschirm auf die Seite verbannt. Da stört er viel weniger, und der Schattenplatz ist besser nutzbar.

Die beiden Testsieger, die Ampelschirme von Glatz und Schneider, bieten zudem mehrere Verstellmöglichkeiten. So kann der Nutzer den Schirm fast jedem Sonnenstand anpassen. Das hat aber seinen Preis: 495 und 250 Euro. Beim Schweizer Nobelmodell Glatz kommen noch 325 Euro für den Granitständer dazu. Das macht 820 Euro – ein Schirm für Betuchte.

Sonnenschirme Test

An den ähnlich konstruierten Schirmen von Ikea, Max Bahr und Hellweg kann sich der Nutzer an der Überwurfhülse und dem Feststellhebel die Finger klemmen.

Der günstigste „gute“ Ampelschirm, der Ikea Karlsö für 69 Euro, lässt sich dagegen nicht drehen und nur wenig neigen. Wenn die Sonne tief steht, bietet er kaum noch Schutz. Das trifft noch mehr für den billigsten „guten“ Marktschirm von Praktiker für 80 Euro zu (mit Ständer), der gar nicht verstellbar ist. Gute Verstellmöglichkeiten bietet der beste Marktschirm: Doppler Alu Pro für 170 Euro plus 129 Euro für den Ständer, der hier wie bei weiteren neun Schirmen dazugekauft werden muss. Im Lieferumfang enthalten sind nur die großen Plattenständer, allerdings ohne Platten. Die sind zwar nicht so schön wie die Granitsockel und auch schwer zu transportieren, bieten meist aber einen sicheren Stand.

Tipp: Eine interessante Alternative zum klobigen Ständer ist eine Bodenhülse, die in den Terrassenboden einbetoniert wird. Damit erreichen Sie eine optimale Standfestigkeit ohne gefährliche Stolperkanten.

Hornbach und Obi schnell schlapp

Wir haben jeden Schirm im Prüflabor 500-mal geöffnet und geschlossen, was etwa einer Nutzungsdauer von 2,5 Jahren entspricht. Die meisten überstehen das ohne nennenswerte Schäden.

Für zwei Schirme aus dem Baumarkt, von Hornbach und von Obi, war die Belastung aber zu groß. Sie sind im Dauertest schnell kaputtgegangen. Beim Obi-Schirm sind außerdem die Nähte der Bespannung etwas schwach geraten, ebenso beim Ampelschirm von Hellweg. Für die Reißfestigkeit gab es nur „ausreichend“.

Bei Derby lässt sich der Schirmstock nur unzureichend in das Halterohr des Ständers einspannen. Er wird eher eingeklemmt und hat damit keinen festen Sitz. Folge: Der Schirm steht schief.

Kurbeln, Hülsen und Hebel

Sonnenschirme Test

Bei vielen Schirmen erschweren zu kleine Kurbeln die Handhabung.

Kleine und scharfkantige Kurbeln, Hülsen und Hebel, an denen man sich die Finger klemmen kann, unkomfortable Befestigungen mittels eines Splints: Auch bei der Handhabung traten Schwachstellen zutage. So müssen zum Beispiel die Käufer der drei ähnlich konstruierten Schirme von Ikea, Max Bahr und Hellweg sie beim Aufstellen mit einer Überwurfhülse und einem Hebel oder einer Schraube sichern. Das ist umständlich und kann auch zu Verletzungen führen. Etwas eigenwillig, aber sehr einfach lässt sich der teure Ampelschirm von Glatz bedienen. Ebenfalls einfach zu handhaben und solide konstruiert ist der Schneider Rhodos für 250 Euro. Er ist der einzige Viereckschirm im Test. Mit drei mal drei Metern braucht er aber sehr viel Platz.

Sonnenschirme Test

Schneider Amalfi muss umständlich mit einem Splint gesichert werden.

Der Schirmbezug, der meist aus Polyester besteht, ist häufig abnehmbar. Man sollte ihn aber nicht waschen, denn das würde die Beschichtung zerstören.

Tipp: Bürsten Sie den Schirm nur trocken aus. Falten Sie ihn erst zusammen, wenn er vollkommen trocken ist, damit sich kein Schimmel bildet. Praktisch ist eine Schutzhülle, die bei Glatz, Schneider Rhodos und Sun Garden mitgeliefert wird. Beim Sun Garden brauchen Sie allerdings eine Leiter, um sie anzubringen.

UV-Schutz meist sogar „sehr gut“

Schirme werden hauptsächlich in hellen Farben gekauft, die, wie unser Test zeigt, meist einen „sehr guten“ UV-Schutz bieten. Selbst die beiden schlechtesten haben noch einen „befriedigenden“ UV-Schutz.

Größere Unterschiede zeigten sich dagegen bei der Lichtechtheit der dunklen Stoffe. Den meisten macht die Sonne wenig aus, nur die grünen Schirme von Derby und Globus bleichen stark aus. Nach einem sonnenreichen Sommer dürften sie deutlich mitgenommen aussehen.

Tipp: Lassen Sie sich von den hohen UV-Schutzfaktoren der Sonnenschirme nicht blenden. Der Stoff filtert UV-Licht zwar meist „sehr gut“, seitliche Reflexionen können aber durchaus zu einer erheblichen UV-Belastung führen.

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