Sonnenschirme Test

Stabil, einfach zu bedienen und langlebig sollte ein Sonnenschirm sein. Die Stiftung Warentest hat 15 große Sonnenschirme für Garten und Terrasse untersucht. Zwei erfüllen die Anforderungen nicht. Die Tester bewerteten sie mit „mangelhaft“. Einen "guten" Schirm gibts ab 69 Euro.

Schirm für Betuchte

Sonnenschirme werden in zwei Bauformen angeboten: Marktschirme sind die klassischen Modelle mit Mittestab. Bei Ampelschirmen ist der Ständer auf die Seite verbannt. Da stört er viel weniger, und der Schattenplatz ist besser nutzbar. Bei zehn Schirmen im Test kostet der Ständer extra. Testsieger sind die Ampelschirme von Glatz und Schneider. Sie bieten zudem mehrere Verstellmöglichkeiten und lassen sich so fast jedem Sonnenstand anpassen. Das hat aber seinen Preis: 495 und 250 Euro. Beim Schweizer Nobelmodell Glatz kommen noch 325 Euro für den Granitständer dazu. Zusammen macht das 820 Euro – ein Schirm für Betuchte.

Günstig und gut

Der günstigste „gute“ Ampelschirm ist der Ikea Karlsö für 69 Euro. Er lässt sich allerdings nicht drehen und nur wenig neigen. Steht die Sonne tief, bietet er kaum noch Schutz. Das trifft noch mehr für den billigsten „guten“ Marktschirm von Praktiker für 80 Euro zu (mit Ständer). Er ist gar nicht verstellbar. Gute Verstellmöglichkeiten bietet dagegen der beste Marktschirm: Doppler Alu Pro für 170 Euro plus 129 Euro für den Ständer.

Erstaunliche Ergebnisse im Windkanal

Der ärgste Feind des Sonnenschirms ist der Wind. Sobald sich ein Lüftchen regt, fängt der Schattenspender an zu flattern. Bei starkem Wind kann er kippen, brechen oder sogar wegfliegen. Der Test im Windkanal brachte erstaunlichen Ergebnisse: Drei Schirme hielten Windgeschwindigkeiten von 60 Kilometern pro Stunde stand. Meteorologen nennen das immerhin „steifer Wind“: Windstärke 7. Die meisten Schirme kippten oder brachen bei „starkem Wind“, also Windstärke 6. In der Natur sind die Verhältnisse allerdings komplizierter: Hier kommt der Wind nicht nur von einer Seite. Dazu können Böen auftreten, die den Schirm aus dem Gleichgewicht bringen. Am besten daher: den Schirm bei aufkommendem Wind rechtzeitig schließen.

Zwei machen schlapp im Dauertest

500-mal öffnen, 500-mal Schließen – das musste jeder Schirm im Prüflabor überstehen. Die Tester simulierten so eine Nutzungsdauer von etwa 2,5 Jahren. Die meisten Schirme bewältigten die Prozedur ohne nennenswerte Schäden. Für zwei aus dem Baumarkt – von Hornbach und Obi – war die Belastung aber zu groß. Sie machten im Dauertest schnell schlapp. Auch das Qualitätsurteil lautet dadurch "mangelhaft". Beim Obi-Schirm sind außerdem die Nähte der Bespannung etwas schwach geraten, ebenso beim Ampelschirm von Hellweg. Für die Reißfestigkeit gab es nur „ausreichend“. Beim Derby lässt sich der Schirmstock nur unzureichend in das Halterohr des Ständers einspannen. Er wird eher eingeklemmt und hat damit keinen festen Sitz. Folge: Der Schirm steht schief.

Handhabung mit Mängeln

Auch in Sachen Handhabung brachte der Test Mängel zutage: Kleine und scharfkantige Kurbeln, Hülsen und Hebel, an denen man sich die Finger klemmen kann sowie unkomfortable Befestigungen mittels eines Splints. Beispiel: Die Käufer der drei ähnlich konstruierten Schirme von Ikea, Max Bahr und Hellweg müssen diese beim Aufstellen mit einer Überwurfhülse und einem Hebel oder einer Schraube sichern. Das ist umständlich und kann auch zu Verletzungen führen. Etwas eigenwillig, aber sehr einfach lässt sich der teure Ampelschirm von Glatz bedienen. Ebenfalls einfach zu handhaben und solide konstruiert ist der Schneider Rhodos für 250 Euro. Er ist der einzige Viereckschirm im Test. Mit drei mal drei Metern braucht er aber sehr viel Platz.

UV-Schutz meist „sehr gut“

Schirme werden hauptsächlich in hellen Farben gekauft, die meist einen „sehr guten“ UV-Schutz bieten. Selbst die beiden schlechtesten sind immerhin noch „befriedigend“. Größere Unterschiede zeigten sich dagegen bei der Lichtechtheit der dunklen Stoffe. Den meisten macht die Sonne wenig aus, nur die grünen Schirme von Derby und Globus bleichen stark aus. Nach einem sonnenreichen Sommer dürften sie deutlich mitgenommen aussehen.

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