Sonnenbrillen Test

Eine „gute“ Sonnenbrille kann 180 Euro kosten. 8 Euro reichen aber auch. Gute optische Qualität bekommt man sogar schon für 1 Euro. Zweimal hieß es „mangelhaft“ für Sonnenbrillen von H&M, eine davon für Kinder.

Getönte Augengläser gehören im Film zu Sheriffs, Cops und Gangstern. Für die Men in Black sind sie das Markenzeichen, für die Blues-Brothers waren sie es auch. Sonnenbrillen sind schick und trendy, aber weit mehr als modisches Beiwerk. Wie empfindlich Augen auf Sonnenlicht reagieren können, brachte die Wissenschaft ans Licht: UV-Strah­­l­ung kann die Horn- und Netzhaut in Mitleidenschaft ziehen. Wirksamen UV-Schutz brauchen alle, die im Freien aktiv sind oder Augenkrankheiten haben.

Was eine Sonnenbrille leisten muss

Sonnenbrillen Test

Die Hornhaut absorbiert UVB, die Augenlinse einen großen Teil UVA. Das sichtbare Blaulicht gelangt fast vollständig auf die Netzhaut. Die Dauerbelastung durch Strahlung kann zur Trübung der Augenlinse und Erkrankung der Netzhaut führen oder diese verschlechtern. Die Makula (Gelber Fleck) ist der Ort des schärfsten Sehens auf der Netzhaut.

Die Hornhaut absorbiert UVB, die Augenlinse einen großen Teil UVA. Das sichtbare Blaulicht gelangt fast vollständig auf die Netzhaut. Die Dauerbelastung durch Strahlung kann zur Trübung der Augenlinse und Erkrankung der Netzhaut führen oder diese verschlechtern. Die Makula (Gelber Fleck) ist der Ort des schärfsten Sehens auf der Netzhaut.

Sonnenschutzbrillen dienen hauptsächlich zwei Zielen: dem Schutz der Augen vor solarer UV-Belastung sowie dem Schutz vor Blendung.

Während die UV-Belastung in der Großstadt durch Smog und Abgase vermindert wird, ist sie durch starke Reflexion des Lichtes an hellem Sand oder am Wasser erhöht. In den Höhenlagen von Gebirgen ist die UV-Belastung ebenfalls größer. Frisch gefallener Schnee reflektiert Licht sogar bis zu 80 Prozent. Diskutiert wird auch die Notwendigkeit, den Blaulichtanteil zu reduzieren.

Blendung durch grelles Sonnenlicht setzt die Sehschärfe herab und kann physische Beschwerden wie Augenbrennen oder Kopfschmerzen auslösen. Störungen der Wahrnehmung beeinflussen auch die innere Grundstimmung. Wichtig nicht zuletzt: die Verkehrstauglichkeit.

Käufer können die Qualität einer Sonnenbrille und ihre Eigenschaften begrenzt prüfen. Bei etlichen Qualitätsmerkmalen sind sie aber auf die korrekte Kennzeichnung und vollständige Kundeninformation angewiesen, die per EU-Richtlinie vorgeschrieben ist. Die Brillen müssen mit einem CE-Kennzeichen versehen sein. Genannt und eingehalten werden müssen Filterkategorie und Anwendungsbe­reich, die Art des Filters, die Lichtdurchlässigkeit. Vorge­schrie­ben sind ein Warnhinweis, nicht direkt in die Sonne zu sehen, und unter anderem Angaben zu Pflege und Reinigung. Die Anforderungen sind also hoch, auch für Billigware.

Die Testergebnisse

Sonnenschutz: Die gute Nachricht zuerst. Ob billig oder teuer, die Filterwirkung vor schädlichen UV-Strahlen hielten alle Sonnenbrillen ein, unabhängig vom Preis – ob es sich nun um eine 1-Euro-Brille handelte oder um eine für 180 Euro.

Die optische Neutralität, also das farbechte und unverzerrte Sehen, ist meist ebenfalls gut. Die Brille von Graffitti für 2,50 Euro und die 5-Euro-Brille von Tchibo etwa erhielten ein „Sehr gut“, die Kik-Sonnenbrille für 1 Euro ein „Gut“.

Allerdings: Die Kindersonnenbrille von H&M war optisch nicht neutral, genügte nicht den Anforderungen – test-Qualitätsurteil „mangelhaft“. Bemerkenswert, dass die Sonnenbrille mit dem schlechtesten optischen Testergebnis ausgerechnet eine Kinderbrille ist: Bei Kindern mit noch labilem beidäugigen Sehen ist eine optisch nicht neutrale Brille besonders nachteilig, weil sich so eine Augenfehlstellung einstellen oder verschlechtern kann. Gerade Kinder soll­ten wegen der möglichen Langzeitschäden immer eine gute Sonnenbrille tragen.

Kennzeichnung: Ärgerlich, trotz der Norm­vorschriften gibt es bei der Kennzeichnung viel Schatten. Bei jeder dritten getesteten Brille wurden die Angaben, die Kunden die richtige Auswahl erleichtern sollen, nur lückenhaft befolgt. Das führte zu einer Abwertung beim test-Qualitätsurteil. Bei der H&M-Erwachsenenbrille stimmte die Filterkategorie nicht. Deklariert war Kategorie 3, eingehalten wurde nur Kategorie 2.

Schutz vor Nickelallergie: Bei einigen Brillen hielt der Lacküberzug der Metallbügel dem Schweißbelastungstest nicht stand. Nickel könnte austreten und „Nickelallergikern“ Sorge bereiten. Bei Esprit, Kik sowie Filtral Kindersonnenbrille gab es Verarbeitungsprobleme durch scharfkantige Verschraubungen oder Kanten im Nasen-/Ohrenbereich.

Kratzfestigkeit: Kratzbeständig waren zum Beispiel die Sonnenbrillen von Sergio Tacchini, Persol, Ray-Ban, H&M und der Eschenbach-Brillenvorsatz. Nicht beschichteter Kunststoff verkratzt oft schneller als Glas. Wer auf Lebensdauer Wert legt, sollte Glas oder kratzfest beschichteten Kunststoff wählen.

Farben im Straßenverkehr

Besonders gut augenverträglich für Autofahrer sind die Glas- oder Kunststofftö­nungen braun, rosébraun, grün und grau. Die meisten Brillen sind verkehrstauglich, weil sie hell genug sind und kaum Verfälschungen der Farbwahrnehmung zeigen. Probleme kann es aber geben, wenn jemand eine Farbsinnstörung hat – etwa jeder zehnte Mann kann bestimmte Farben nicht richtig unterscheiden. Machen Sie mit der Sonnenbrille einen Farbensehtest an der Ampel.

Setzen Sie übrigens als Verkehrsteilnehmer die Sonnenbrille rechtzeitig ab: Schlechte Lichtverhältnisse und Dämmerung mindern den guten Durchblick und die Sicherheit. Denken Sie als Autofahrer auch daran, dass die Windschutzscheiben heute meist getönt sind.

Autofahrer und Sportler

Bei modischen, eng an die Kopfform angepassten Brillen kommt es vor, dass die Gläser einen optischen Abbildungsfehler haben. Vor allem Autofahrer und Sportler, die auf ein gutes, ermüdungsfreies Sehen angewiesen sind, sollten ihre Sonnenbrillen eher im Fachhandel kaufen.

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