Sonder­urlaub Meldung

Kein Tag wie jeder andere. Für besondere Anlässe kann es Sonder­urlaub geben.

Für die eigene Hoch­zeit und bei Geburt des Kindes bezahlt frei bekommen? Ein Blick in den Arbeits­vertrag kann sich lohnen. test.de sagt, wann Arbeitnehmer Sonder­urlaub beantragen können und was Gerichte in Streitfällen bisher für angemessen gehalten haben.

Arbeitnehmer können sich im Zweifel meist auf das BGB berufen

Es gibt Situationen, in denen es unzu­mutbar erscheint, zur Arbeit zu gehen: die eigene Hoch­zeit, die Geburt des Kindes, ein Trauerfall. Dann kann es bezahlten Sonder­urlaub geben. Der Chef muss von der Arbeits­pflicht frei­stellen, sofern ein persönliches Ereignis ohne Verschulden vorüber­gehend an der Arbeit hindert. Das steht im Bürgerlichen Gesetz­buch (BGB), Paragraf 616. Darauf können sich Arbeitnehmer berufen, wenn Sonder­urlaub im Arbeits­vertrag nicht ausdrück­lich ausgeschlossen ist, der Chef nicht mit sich reden lässt und weder Arbeits- oder Tarif­vertrag noch Betriebs­ver­einbarungen etwas geregelt haben. Sonder­urlaub kann es neben dem Jahres­urlaub, unbe­zahlten Frei­stel­lungen, Bildungs­urlaub, Frei­stellung wegen kranker Kinder oder Pflege­zeit von Angehörigen geben.

So haben Gerichte entschieden

Gerichte haben in folgenden Fällen bezahlten Sonder­urlaub für einen Arbeits­tag, im Einzel­fall auch zwei oder mehr Tage anerkannt:

  • Geburt des Kindes am Arbeits­tag.
  • Krankheit von Kindern unter zwölf Jahren.
  • Eigene Hoch­zeit.
  • Gerichts­termin, sofern es den Arbeitnehmer selbst betrifft oder er als Zeuge geladen ist und das Gericht persönliches Erscheinen ange­ordnet hat.
  • Beerdigung im engen Familien­kreis.

Umstritten: Familien­feiern, Umzüge

Für Familien­feiern steht Mitarbeitern kein Sonder­urlaub zu. Eine Ausnahme kann die Goldene Hoch­zeit der Eltern sein. Einen beruflich bedingten Umzug erkennen Arbeit­geber meist an, einen privaten eher nicht. Behördengänge, für die es keinen Alternativ­termin gibt, werden oft akzeptiert.

Ausgeschlossen: Natur­ereig­nisse, Stau, ehren­amtliche Tätig­keit

Auf Natur­ereig­nisse wie Schnee­verwehung oder Glatt­eis können sich Arbeitnehmer nicht berufen, auch nicht auf einen Stau im Straßenverkehr. Das sind keine „persönlichen Ereig­nisse“— eine Voraus­setzung für Sonder­urlaub. Ebenso wenig zählen ehren­amtliche Tätig­keiten in privaten Vereinen, eine Kandidatur für ein öffent­liches Amt oder ein Betriebs­jubiläum. Ausnahme: Der Chef ist kulant.

Tipp: Wer im Zweifel ist, ob Anspruch auf Sonder­urlaub besteht, sollte sich in der Personal­abteilung Rat holen. Achtung: Es gibt auch Arbeits­verträge, die Sonder­urlaub explizit ausschließen.

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