Sonderkündigungsrecht im 9,9 Cent-Tarif Meldung

Der Mobilfunkanbieter Talkline kündigt derzeit zahlreichen Kunden im so genannten 9,9 Cent-Tarif die Verträge. Hintergrund: In vielen Fällen rechnet sich der Tarif für den Anbieter nicht. Um die Kunden los zu werden, lässt Talkline sie sogar mit ihrem subventionierten Handy ziehen. Zuvor versucht das Unternehmen allerdings, die Bestandskunden zum Abschluss anderer Talkline-Tarife zu überreden. test.de erklärt, welche Möglichkeiten Kunden des 9,9 Cent-Tarifs von Talkline haben.

Von 9,9 auf 49 Cent pro Minute

Der so genannte 9,9 Cent-Tarif bezieht seinen Namen aus dem monatlichen Paketpreis von 19,80 Euro und den darin enthaltenen 200 Gesprächsminuten. Wer den Tarif vor dem 12. Dezember 2005 abgeschlossen hat, konnte diese 200 Gesprächsminuten bisher für Gespräche in alle deutschen Mobilfunknetze und ins Festnetz nutzen. Für Talkline ist das aber zu teuer. Daher können Neukunden seit 12. Dezember die Inklusivminuten nur noch für netzinterne Gespräche und Anrufe ins Festnetz nutzen. Alle anderen Telefonate kosten 49 Cent pro Minute. Auch der Preis für Gespräche ab der 201. Minute stieg von 39 auf 49 Cent je Minute. Das ist vergleichsweise teuer. Ab 1. März sollen nun auch Bestandskunden zu diesen Konditionen telefonieren, die ihren Vertrag vor dem 12. Dezember abgeschlossen haben. Da dies eine deutliche Preiserhöhung ist, haben sie ein Sonderkündigungsrecht.

Subventioniertes Handy mitnehmen

Derzeit ruft Talkline alle betroffenen Kunden an. Laut Auskunft von Talkline-Pressesprecher Ole Struck haben sie die Wahl zwischen dem neuen 9,9 Cent-Tarif, dem Free-S-Tarif oder der Kündigung. Wer den neuen 9,9 Cent-Tarif wählt, dem erlässt Talkline den Paketpreis für drei Monate. Wer in den Free-S-Tarif wechselt, bekommt einmalig ein Gesprächsguthaben von 50 Euro. Wer kündigt, kann trotzdem sein subventioniertes Handy behalten und die bisherige Rufnummer mitnehmen, sofern dies bei dem neuen Anbieter möglich ist.

Kündigung nicht rechtens

Unter rechtlichen Gesichtspunkten muss allerding niemand die Kündigung hinnehmen. In seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen behält sich Talkline ein Kündigungsrecht nur für den Fall vor, dass der Kunde seine Rechnung nicht zahlt oder zahlungsunfähig ist. Im vorliegenden Fall kündigt Talkline jedoch Verträge, weil sich das Unternehmen mit dem Tarif verkalkuliert hat. Das ist kein hinreichender Grund. Unternehmerische Fehler berechtigen nicht zur außerordentlichen Kündigung. Anders bei Preiserhöhungen: Diese sind nach den Geschäftsbedingungen zwar möglich. Doch Paragraph 315 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) fordert für einseitige Preiserhöhungen billiges Ermessen. Dies liegt bei der Erhöhung von 9,9 auf 49 Cent pro Minute vermutlich nicht vor.

Mobilcom: 9,9 Cent-Tarif unverändert

Einen identischen Tarif wie den alten 9,9 Cent-Tarif bietet auch Mobilcom. Einziger Unterschied: Mobilcom gibt kein subventioniertes Handy zum Vertrag. Wer unbedingt weiterhin zu den Bedingungen des 9,9 Cent-Tarifs telefonieren will, kann zu Mobilcom wechseln. Auf Nachfrage versicherte Mobilcom, dass dieser Tarif unverändert bleibt. Preiswerte Alternativen bieten allerdings auch Prepaid-Anbieter. Eine Übersicht der günstigsten Tarife finden Sie in den Infodokumenten:

Download: Die günstigsten Tarife für Normaltelefonierer
Download: Die günstigsten Tarife für Vieltelefonierer
Download: Die günstigsten Tarife für Businesstelefonierer
Download: Die günstigsten Tarife für MMS/SMS-Fans

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