Eine geschiedene Frau muss ihre Steuerschuld für die vom Exmann erhaltenen Unter­halts­zahlungen begleichen, selbst wenn sie mit ihm vereinbart hat, dass er dafür einstehen soll (Az. 4 K 202/16). Das hat das Finanzge­richt Baden-Württem­berg entschieden.

Sonder­ausgaben­abzug

Hintergrund: Geschiedene, die Unterhalt zahlen, können dafür einen Sonder­ausgaben­abzug erhalten. Der Empfänger muss den Unterhalt im Gegen­zug versteuern. Der Unter­halts­zahler füllt die Anlage U und der Empfänger die Anlage SO aus. Beide zeigen so dem Finanz­amt unter anderem die Höhe des Unter­halts an.

Ehemann insolvent

In diesem Fall hatte das frühere Paar vereinbart, dass der Exmann, der den Unterhalt zahlte, die Steuerschuld der Frau über­nimmt. Da er insolvent wurde, konnte er das nicht. Die Frau hoffte deshalb, die Steuerschuld erlassen zu bekommen. Die Finanz­richter lehnten das ab: Die Vereinbarung sei ihr alleiniges Risiko, an der Steuerschuld ändere sich nichts. Sie könne nur versuchen, sich das Geld von ihrem Exmann zurück­zuholen.

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