Sonderangebote Meldung

Ein Geschäft muss Sonderangebote mindestens drei Tage lang vorrätig halten, wenn es dafür Werbung gemacht hat. Dieses Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf könnte der weit verbreiteten Praxis ein Ende setzen, nach der Kunden in den Laden gelockt werden, obwohl das Schnäppchen oft schon am ersten Tag nicht mehr zu haben ist. Was beworben wird, muss in allen Filialen vorrätig sein, entschieden die Richter. Das gilt auch, wenn eine Lebensmittelkette (hier war es Plus) branchenfremde Waren wie Computermonitore annonciert und darauf hinweist, dass sie nur vorübergehend angeboten werden (Az. 20 U 130/01).

„Das kann aber anders sein bei verderblichen Lebensmitteln, oder wenn der Händler unverschuldet Lieferprobleme hat“, erklärt Egbert Groote vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der dieses Urteil erstritt. Weiterer Haken: Da es sich um einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht handelt, können nur Mitbewerber oder Verbraucherverbände klagen, nicht aber der Kunde.

Tipp: Zwar ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Doch Betroffene können zur Verbraucherzentrale gehen. Die kann dem Händler eine Unterlassungserklärung schicken. Bei erneutem Verstoß wird dann eine Geldstrafe fällig.

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