Sommer­zeit Meldung

Kommenden Sonn­tag werden die Uhren umge­stellt. Nachts um zwei springt der Zeiger auf 3 Uhr. Die Sommer­zeit endet am 25. Oktober - dann wird die Uhr wieder um eine Stunde zurück­gedreht, und der Wecker klingelt später.

Am 29. März ist es wieder einmal so weit: Die Sommer­zeit beginnt. Die Umstellung sorgt nicht nur alljähr­lich für schwere Augen­lider und zahlreiche Verspätungen – sie soll angeblich auch ernst­hafte Erkrankungen wie Herz­infarkt begüns­tigen. test.de erklärt, welche Risiken die Zeit­umstellung tatsäch­lich birgt – und gibt Tipps, wie Sie damit umgehen können.

Stress für die innere Uhr

Die Umstellung auf die Sommer­zeit, in diesem Jahr in der Nacht zum 29. März, bringt die innere Uhr vieler Menschen durch­einander. Die möglichen Folgen reichen von Müdig­keit und Konzentrations­problemen bis hin zu länger anhaltenden Schlafstörungen. Immer wieder wird die Zeit­umstellung auch mit einem erhöhten Herz­infarkt­risiko in Zusammen­hang gebracht − belegt ist das bislang nicht. Die wenigen Studien zum Thema kommen zu unterschiedlichen Ergeb­nissen.

Risiko bei Schicht­arbeitern belegt

Ein Zusammen­hang zeigt sich bislang nur bei Schicht­arbeitern. In einer groß angelegten Über­sichts­arbeit mit über 2 Millionen Teilnehmern verglichen kana­dische Wissenschaftler das Risiko von Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen bei Schicht­arbeitern mit dem bei Arbeitnehmern mit 40-Stunden-Woche. Da der Biorhythmus der Schicht­arbeiter unter den häufig wechselnden Schlaf­zeiten leidet, sind diese wohl dauer­haft einem höheren Herz­infarkt­risiko ausgesetzt.

Keine Vorteile für die Umwelt

Die gesundheitlichen Beschwerden durch die Zeit­umstellung klängen hingegen in der Regel nach zwei Wochen ab, erklärte die Bundes­regierung in einer Stellungnahme zu den Auswirkungen der Sommerzeit aus dem Jahr 2005. Ursprüng­lich war die Sommer­zeit im Jahr 1980 einge­führt worden, um das Tages­licht effektiver zu nutzen, so Energie zu sparen und die Umwelt zu schonen. Mehrere Studien belegten schon kurze Zeit später, dass die Sommer­zeit „im Hinblick auf den Energieverbrauch keine Vorteile“ biete – was die Bundes­regierung auch in ihrer Stellung­nahme aus dem Jahr 2005 erneut bestätigte.

Wirt­schaftliche Gründe für die Zeit­umstellung

Es gehen zahlreiche Petitionen zur Abschaffung der Sommer­zeit bei der Bundes­regierung ein. Die häufigsten Begründungen: Die Zeit­umstellung spare keine Energie und sei zudem eine gesundheitliche Belastung für die Bevölkerung. Der Haupt­grund, die Zeit trotzdem weiterhin umzu­stellen, sei das Ziel, in ganz Europa eine einheitliche Zeitzone beizubehalten, so die Bundes­regierung in einer Pressemeldung vom November 2014. Denn nur so könne der EU-Binnenmarkt funk­tionieren. Deutsch­land „solle keine Zeit­insel bleiben“, während die übrigen EU-Staaten weiterhin die Uhren umstellen – eine Abschaffung könne nur gemein­sam beschlossen werden.

Neube­wertung der Sommer­zeit

Sommer­zeit-Kritiker können dennoch weiter hoffen: Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag untersucht aktuell die Auswirkungen der Zeit­umstellung auf Energieverbrauch, Wirt­schaft und Gesundheit, um diese gegebenenfalls neu zu bewerten. Je nach Ausgang der Unter­suchung könnte die Abschaffung der Zeit­umstellung wieder zum Thema werden. Das Projekt soll noch in diesem Jahr abge­schlossen werden. Grund­sätzlich wäre es übrigens auch denk­bar, dauer­haft die Sommer­zeit zu behalten und damit die langen hellen Sommer­abende zu bewahren. Dies fordert unter anderem die Initiative für einen Volksentscheid zur Sommerzeit.

So wappnen Sie sich gegen Müdig­keit und Schlaf­mangel

Bis neue Erkennt­nisse vorliegen, bleibt nur die Möglich­keit, sich mit dem alljähr­lichen Vorstellen der Uhren auf die Sommer­zeit zu arrangieren. Hier die wichtigsten Tipps:

  • Früher schlafen. Gehen Sie schon einige Tage vor der Zeit­umstellung früher ins Bett und ziehen Sie auch das Abend­essen vor.
  • Helles Licht. An den ersten Tagen nach der Umstellung kann es helfen, schon morgens Zuhause, aber auch am Arbeits­platz für helles Licht zu sorgen.
  • Frische Luft. Bei Müdig­keit am Tag hilft ein Spaziergang an der frischen Luft.
  • Leichte Kost. Abends sollten Sie zunächst auf schwere Mahl­zeiten, Koffein und Alkohol verzichten.
  • Doktor fragen. Halten sich Schlaflosig­keit oder Über­müdung hartnä­ckig über mehrere Wochen, sollten Sie das mit Ihrem Arzt besprechen.

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