ADAC-Testsieger Turanza T005 von Bridge­stone: Bestnoten auf nasser und trockener Fahr­bahn.

Der ADAC hat 16 Sommerreifen getestet. Erfreulich: Die Reifen der Größe 185/65 R 15 holen alle passable Noten, zwei sind gut. Nicht so erfreulich: Bei den größeren Reifen 215/65 R16 C für Vans, Kleinbusse und Trans­porter sieht es schlechter aus.

Reifen für VW Polo, A-Klasse und Co

Der ADAC hatte 16 Modelle der Reifengröße 185/65 R15 H im Test – von 48 bis 99 Euro das Stück. Diese Reifen sind bis zu einer Höchst­geschwindig­keit von 210 Stundenkilo­metern ausgelegt. Sie passen auf eher kleinere Autos. Testsieger ist der Bridge­stone Turanza T005 für 83 Euro. Er hat Bestnoten auf nasser und trockener Fahr­bahn.

Bridge­stone hält lange, fordert aber viel Sprit

Ein gutes Brems­verhalten wird oft mit weichem Gummi – also hohem Verschleiß des Reifens – bezahlt. Der Reifen muss früher durch einen Neuen ersetzt werden. Der Bridge­stone liegt mit der Verschleiß­note Gut noch im grünen Bereich, sein Kraft­stoff­verbrauch liegt allerdings im Vergleich recht hoch. Und: Der Tiranza ist gemein­sam dem Good­year Efficient-Grip Performance und dem Fire­stone Roadhawk der Lauteste im Test.

Vrede­stein als knapper Zweiter

Knapp hinter dem Bridge­stone rollt der 74 Euro teure Vrede­stein Sport­rac 5 ins Ziel. Etwas schwächer beim Fahr­verhalten auf trockener und nasser Fahr­bahn als der Sieger, ist der Vrede­stein dafür etwas leiser, braucht weniger Sprit und ist der Zweit­beste beim Verschleiß. Mit Abstand am längsten rollt der dritt­platzierte Michelin Cross­climate+ für 99 Euro. Er macht seinen nied­rigen Verschleiß leider mit einem hohen Preis wett. Für Sparfüchse dürfte da unter dem Strich wenig gewonnen sein. Zudem ist der Michelin auf nasser Fahr­bahn etwas, auf trockener Straße sogar deutlich schlechter als die beiden Testsieger. Dafür kann er bis 240 km/h gefahren werden – statt wie die anderen bis 210 km/h.

Maxxis Mecotra 3 Preis-Leistungs-Sieger für 58 Euro

Mit 58 Euro ist der Maxxis Mecotra 3 einer der güns­tigsten im Test. Sein Fahr­verhalten auf nasser Fahr­bahn ist etwas mau, auf trockener ist er gut und sein Kraft­stoff­verbrauch ist der nied­rigste im Test. Wer die befriedigende Note bei Regenwetter akzeptiert, hat hier einen Preis-Leistungs-Sieger. Abzu­raten ist vom Billigsten im Test, dem Linglong Green-Max HP010 für 48 Euro. Er ist nicht nur relativ schwach auf trockener Fahr­bahn, sondern reibt sich mit Abstand am schnellsten ab. Da bleiben die ersparten Euros schnell wieder auf dem Asphalt kleben.

Die voll­ständige Tabelle findet sich hier beim ADAC.

Ziel­konflikt bei den Trans­porterreifen

Zum ersten Mal hat der ADAC in diesem Jahr Reifen der Größe 215/65 R16 C getestet. 16 Modelle von 96 bis 153 Euro das Stück. Die Kategorie C wird vorwiegend im gewerb­lichen Bereich für Trans­porter einge­setzt (das C steht für Commercial oder Cargo). Ein Beispiel wäre der Ford Transit. Aber auch Campingmobile oder Vans wie den Volks­wagen T6 („Bully“) oder Personen­trans­porter wie den Mercedes Vito können solche Reifen nutzen. Trans­porter fahren oft sehr viele Kilo­meter im Jahr. Deshalb ist bei den Reifen eine hohe Lauf­leistung gewünscht. Dies führt offensicht­lich zu einem Ziel­konflikt: Im Test war der Griff auf nasser Straße fünf mal Befriedigend, zwei mal Ausreichend und neun mal Mangelhaft. Lange Brems­wege und instabile Seiten­führung monierten die Tester des ADAC.

Apollo Altrust vorn

Testsieger ist der Apollo Altrust mit einem recht güns­tigen Preis von 106 Euro. Apollon ist der grie­chische Gott unter anderem der Heil­kunst, der Weissagung und der Künste. Es handelt sich hier jedoch um ein indisches Unternehmen mit Fabriken auch in Europa. Der Apollo Altrust war der beste unter den dicken Reifen auf der trockenen Fahr­bahn und liegt mit einem guten Befriedigend auch bei Nässe vorn. Allerdings ist sein Verschleiß und sein Sprit­verbrauch recht hoch für einen C-Reifen. Der Zweit­platzierte Good­year Efficient Trip Cargo ist tatsäch­lich effizienter beim Kraft­stoff­verbrauch und fast der Beste beim Abrieb – dafür bremst er etwas länger als der Apollo. Er kostet aber schon 139 Euro. Recht ähnlich bei etwas höherem Verschleiß ist der Pirelli Carrier für 137 Euro.

Continental Van Contact 200: Nied­riger Sprit­verbrauch, hoher Preis

Erwägens­wert ist noch der Continental Van Contact 200, weil er weniger Sprit verbraucht als fast alle anderen im Test und einen einigermaßen geringen Verschleiß aufweist. Allerdings kostet er 143 Euro und hat auf trockener Fahr­bahn nur noch ein schlechtes Befriedigend aufzuweisen.

Große Unterschiede bei der Lauf­leistung

Die Unterschiede bei der Lauf­leistung machen in der Praxis zehn­tausende Kilo­meter aus. Der Test­beste in dieser Kategorie bei den Trans­porterreifen ist der Sava Trenta 2. Er war erst nach 80 000 Kilo­metern reif für den Reifen­wechsel, erkauft sich das aber mit einem Mangelhaft beim Brems­verhalten auf nasser Fahr­bahn. Der Zweit­platzierte Good­year kommt bei viel besserem Fahr­verhalten auf immerhin noch fast 60 000, der spritsparende Continental auf gut 40 000, Testsieger Apollo nur auf gut 30 000 Kilo­meter. Dafür bremst der Apollo einen Trans­porter von 80 km/h auf null in 47 Metern. Mit dem Sava steht der Wagen erst nach circa 55 Metern. Und mit einem Pkw-Reifen statt einem Trans­porterreifen wären es unter 40 Meter.

Die komplette Tabelle mit den Trans­porterreifen finden sie hier beim ADAC.

Bewertungs­kriterien

Der wichtigste Prüf­punkt war mit einem 40-prozentigen Anteil an der Gesamt­note „Fahren und Bremsen auf Nasser Fahr­bahn samt Aquaplaning“. „Verhalten auf trockener Straße“ und „Verschleiß“ gingen mit je 20 Prozent in die Testnote ein, „Geräusch (innen und außen)“ sowie „Kraft­stoff­verbrauch“ mit je 10 Prozent. Der Kraft­stoff­verbrauch wird bei Fahrten mit konstant 100 km/h ermittelt. Beim Verschleiß werden erst 15 000 Kilo­meter gefahren. Daraus wird die verbleibende Lauf­leistung hoch­gerechnet bis zum Abrieb des Profils auf die gesetzliche Mindest­profiltiefe von 1,6 Milli­metern.

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