Sommer-Spezial der Deutschen Bahn Meldung

Bahnfahren zum Normalpreis ist und bleibt teuer. Statt die Preise für Fernzüge dauerhaft zu senken, bietet die Deutsche Bahn lediglich zeitlich begrenzte Sonderaktionen. Ab Sonntag, 12. Juni, ist es wieder so weit: Die Bahn verkauft Sommertickets. Billige Fahrkarten bekommt allerdings meistens nur, wer außerhalb der Stoßzeiten reist. test.de sagt, wo sonst noch Haken liegen.

Sommer-Spezial

Das so genannte Sommer-Spezial gilt für inländische Fahrten im ICE, IC und EC zwischen 15. Juni und 15. August 2005. Je nach Verfügbarkeit kostet die einfache Strecke innerhalb Deutschlands 29 oder 39 Euro, hin und zurück im teuersten Fall also 78 Euro. Das rentiert sich vor allem bei relativ weiten Strecken wie zum Beispiel von Hamburg nach Frankfurt am Main oder von Berlin nach München. Ein Preisvergleich mit anderen Tarifen wie Sparpreis 50, BahnCard und Ländertickets ist in jedem Fall ratsam.

Nur wenige Tickets

Hauptproblem beim Sommer-Spezial: Es gibt nur wenige Tickets zu diesem Preis - durchschnittlich eine Handvoll pro Zug. Züge während der Hauptverkehrszeiten am Wochenende, zum Ferienbeginn und -ende haben entweder gar keine oder nur wenige Sommertickets. Bessere Chancen auf billige Tickets bestehen in Zügen, die unter der Woche, frühmorgens oder am späten Abend fahren. Daher ist schnelles Buchen angesagt - möglichst gleich am 12. Juni. Sommertickets sind am Automaten oder im Internet zu haben. Am Schalter kosten sie pro Strecke fünf Euro extra.

Mit Einschränkungen

Die Bahn will mit dem Sommer-Spezial nach eigenen Aussagen Neukunden von ihrem Service überzeugen. Doch leider gibt es gerade bei diesem Angebot kaum Service. Statt dessen gelten drei Tage Vorverkaufsfrist, feste Zugbindung, kein Mitfahrerrabatt, kein BahnCard-Rabatt und kein Umtausch. Wer sein Sommerticket zurückgeben will, bekommt keinen Cent erstattet. Das ist alles andere als kundenfreundlich. Einzige positive Neuerung gegenüber der letzten Sommeraktion: Kinder bis 14 Jahren fahren kostenlos bei ihren Eltern mit, wenn sie auf dem Fahrschein eingetragen sind.

Limitierte Reiselust

Für Reisen über deutsche Grenzen hinaus bietet die Bahn ebenfalls Sonderpreise. Mit Sommer-Spezial-Europa geht es von allen inländischen Bahnhöfen für 39 Euro pro Strecke nach Amsterdam, Brüssel, Prag, Wien oder Zürich. Reisezeitraum: 15. Juni bis 15. August 2005. Mit Europa-Spezial kosten One-Way Tickets in Städte wie Breslau, Kopenhagen, Mailand und Zürich zwischen 19 und 39 Euro. Diese Preise gelten allerdings nur auf einzelnen Strecken mit festgelegten Startbahnhöfen. Wer nicht aus den angebotenen Großstädten abfährt, muss erst in diese Städte fahren, um das Billigticket zu nutzen. Reisezeitraum: 15. Juni bis 10. Dezember 2005. Bei beiden Aktionen gilt wieder: begrenzte Kontingente pro Zug, drei Tage Vorverkaufsfrist, nur 2. Klasse, keine BahnCard- oder Mitfahrer-Rabatte, kein Umtausch, keine Rückgabe, selbst Kinder ab sechs Jahren zahlen voll. Das ist nichts für spontane Ausflüge. Die Preise gelten im Internet und am Automaten. Schaltertickets kosten pro Strecke fünf Euro mehr.

Kostenlose Platzreservierung entfällt

Für Bahnfahrer ist der 12. Juni aber auch aus anderer Sicht ein wichtiges, wenn auch weniger erfreuliches Datum. An dem Tag fällt die kostenlose Sitzplatzreservierung bei Buchungen im Internet oder am Automaten weg. Bisher gab es diesen kleinen Bonus gratis für die Anstrengungen des Selbstbuchens. Künftig kostet eine Sitzplatzreservierung am Automaten oder PC 1,50 Euro. Das ist immer noch preiswerter als am Schalter - dort kostet der Sitzplatz nach wie vor drei Euro - für regelmäßige Bahnfahrer aber trotzdem ärgerlich. Denn gerade bei vollen Zügen während des Sommer-Spezials ist eine Sitzplatzreservierung empfehlenswert.

Tipps: Im Überblick

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