Steuern: Die wichtigsten Steuer­regeln für private Strom­produzenten

Steuerlich gelten Haus­eigentümer als Gewer­betreibende, wenn sie den erzeugten Solar­strom ganz oder teil­weise ins öffent­liche Netz einspeisen. Vorteil: Sie können sich die für die Anlage gezahlte Umsatz­steuer vom Finanz­amt zurück­holen.

Umsatz­steuer zurück­holen

Weil ihre Solar­anlage im Jahr weniger als 17 500 Euro Einnahmen bringt, sind Haus­eigentümer von der Umsatz­steuer befreit. Doch meist lohnt es sich, auf diese Steuerfreiheit für Klein­unternehmer zu verzichten. In diesem Fall erstattet das Finanz­amt die Umsatz­steuer, die sie für ihre Anlage gezahlt haben. Hat sie insgesamt 10 000 Euro gekostet, sind das 1 597 Euro.

Nachteil: Der Eigentümer muss Umsatz­steuer auf den selbst­genutzten Strom zahlen. Dafür setzt das Finanz­amt pro Kilowatt­stunde den Netto­preis (ohne Umsatz­steuer) an, den der Anla­gebetreiber sonst für Haus­halts­strom vom Energieversorger zahlt. Außerdem muss der Eigentümer dem Netz­betreiber 19 Prozent Umsatz­steuer auf die Einspeise­vergütung in Rechnung stellen und ans Finanz­amt weiterleiten.

Einkommensteuer abrechnen

Gewinn oder Verlust aus dem Betrieb ihrer Solar­strom­anlage müssen Eigentümer in der Einkommensteuererklärung ermitteln, indem sie die jähr­lichen Einnahmen und Ausgaben gegen­über­stellen.

  • Betriebs­einnahmen sind die vom Netz­betreiber gezahlte Vergütung inklusive Umsatz­steuer und die vom Finanz­amt erstattete Umsatz­steuer. Dazu kommt der Wert des selbst­genutzten Stroms. Maßgeblich sind die anteilig darauf entfallenden Herstellungs­kosten (Abschreibung und laufende Kosten).
  • Betriebs­ausgaben sind abge­führte Umsatz­steuern, Versicherungs-, Reparatur- und Wartungs­kosten und Kreditzinsen. Dazu kommt die Abschreibung von jähr­lich 5 Prozent der Anlage­kosten. Im Jahr der Anschaffung erkennt das Finanz­amt zusätzlich eine Sonder­abschreibung von 20 Prozent der Anschaffungs­kosten an. Die Sonder­abschreibung kann auch beliebig auf die ersten fünf Jahre verteilt werden.

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