Solarstrom Meldung

Für Solarstrom gibt es künftig weniger Geld. Hauseigentümer, die ihre Solarstromanlage ab 1. Juli in Betrieb nehmen, erhalten für den erzeugten Strom 16 Prozent weniger als heute. Aber auch die Preise für Anlagen werden voraussichtlich weiter sinken.

[update 23.02.2010]

Die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP haben sich darauf verständigt, die Einspeisevergütung für Solarstrom von Dachanlagen ab 1. Juli um 16 Prozent zusätzlich zu kürzen. Demnach erhalten Eigenheimbesitzer, die ihre Hausdachanlage ab Juli ans Netz anschließen, statt 39,14 Cent nur noch 32,88 Cent für jede Kilowattstunde, die sie ins öffentliche Netz einspeisen. Auch für Betreiber, die ihren Strom selber nutzen, sinkt die Vergütung um ca. acht Prozent. Sie erhalten statt bisher 22,76 Cent nur noch 20,88 Cent für die Kilowattstunde. Bei Sonnenstrom von Freiflächenanlagen soll die Förderung um 15 Prozent fallen. Ganz gestrichen werden nach dem Willen der Koalitionsfraktionen die Subventionen für Solarstrom, der von Anlagen auf Ackerflächen erzeugt wird.

Außerordentliche Kürzung

Stand 20.01.2010. Bundesumweltminister Norbert Röttgen kürzt die Vergütungssätze für Solarstrom ab 1. April generell um 15 Prozent außer der Reihe. Eigentümer, die eine typische Hausdachanlage bis zu einer Leistung von 30 kW nach dem Stichtag ans Netz anschließen, erhalten statt 39,14 Cent nur noch 33,27 Cent für jede Kilowattstunde, die sie ins öffentliche Netz einspeisen. Die abgesenkte Vergütung für Anlagen auf Freiflächen tritt ab 1. Juli in Kraft. Eine Ausnahme soll es für Solaranlagen auf Ackerflächen geben. Hier soll die zusätzliche Kürzung sogar 25 Prozent betragen.

Rendite ist immer noch gut

Nach Einschätzung von Finanztest-Experten Jörg Sahr geht die Rendite mit dem Absenken der Vergütung im Schnitt um gut zwei Prozentpunkte nach unten. Allerdings nur dann, wenn der Anlagenpreis auf aktuellem Niveau verharrt. Bei einem aktuellen Anlagenpreis von zirka 3 000 Euro je Kilowatt Leistung wären an Standorten mit durchschnittlicher Sonneneinstrahlung noch fünf bis sechs Prozent Rendite realistisch. Es ist aber wahrscheinlicher, dass die Preise für Solarmodule weiter in den Keller gehen. Auch die nun beschlossene Senkung der Vergütungssätze drückt auf die Preise. Wie bisher garantiert der Staat den Solarstromern die Vergütung im Jahr der Inbetriebnahme und in den 20 Folgejahren.

Strom selber nutzen ist das beste

Noch besser kommen Betreiber, wenn sie ihren Solarstrom selber nutzen. Denn die Vergütung von 22,76 Cent bleibt von der außerordentlichen Kürzung verschont. Eigenverbraucher sparen den Strompreis, den sie sonst von ihrem Versorger für durchschnittlich 22 Cent je Kilowattstunde einkaufen müssten. In der Summe erhalten sie fast 45 Cent abzüglich der 19 Prozent Mehrwertsteuer, die sie für den selbstgenutzten Solarstrom zahlen müssen. Für eine Anlage wie im Rechenbeispiel oben ist eine Rendite von über acht Prozent möglich, wenn der Erzeuger die Hälfte des Stroms selber verbraucht und der Strompreis jährlich um drei Prozent steigt. Bei sinkenden Anlagepreisen sind sogar zweistellige Renditen möglich.

Tipp: Die höchsten Erträge erzielen Sie, wenn Sie primär ihren Solarstrom für den Eigenbedarf nutzen. Statten Sie Ihre Anlage mit einem zweiten Stromzähler aus, der den selbstverbrauchten Solarstrom dokumentiert.

Vergütung schmilzt jedes Jahr für neue Anlagen

Bei neu in Betrieb genommenen Anlagen sinkt die staatliche Förderung für Solarstrom jedes Jahr regulär um durchschnittlich 10 Prozent. Deshalb haben Betreiber von Anlagen unter 30 kW, die zu Jahresbeginn ans Netz gegangen sind, nur noch 39,14 Cent pro Kilowattstunde (kWh) erhalten. Wer aber erstmals 2009 Solarstrom eingespeist hatte, bekam noch 43,01 Cent je kWh. Diese jährliche Absenkung der Vergütung ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt.

Aktualisierter Solarrechner

Der aktualisiere und kostenlose Vergleichsrechner Solarstrom enthält bereits die aktuellen Konditionen ab April 2010. Solaranlagen-Planer können ihre Rendite für dieses Jahr schon kalkulieren. Allerdings stehen die neuen Vergütungssätze noch unter Vorbehalt. Der Bundestag muss das geänderte EEG noch beschließen.

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