Steuernsparen als Stromproduzent

Betreiber einer Photovoltaikanlage können sich die in den Herstellungskosten enthaltene Unsatzsteuer vom Finanzamt zurückholen. Denn als kleine Stromproduzenten können sie vom so genannten Vorsteuerabzug profitieren.

Nach der Umsatzsteuerrichtlinie 2000 gilt der Betrieb einer Photovoltaikanlage als unternehmerische Tätigkeit. Voraussetzung: Durch Planung und Auslegung der Anlage steht von vornherein fest, dass überschüssiger Strom erzeugt wird, der dauerhaft gegen Entgelt in das allgemeine Netz eingespeist wird. Das ist beim Betrieb einer so genannten Zweikreisanlage, bei der der produzierte Strom vollständig abgegeben wird, stets der Fall (Erlass des nordrhein-westfälischen Finanzministeriums vom 16. Februar 2000, S 7100 ­ 171 ­ V C 4).

Wie jeder Unternehmer kann der Betreiber einer Photovoltaikanlage daher den Vorsteuerabzug beim Finanzamt geltend machen. Das ist bares Geld wert. Über die Umsatzsteuervoranmeldung bekommt er 16 Prozent Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer), die er bei der Anschaffung und für die laufenden Betriebskosten gezahlt hat, wieder zurück. Hat die Anlage insgesamt 30.000 Mark gekostet, erstattet das Finanzamt 4.138 Mark. Als "Kleinunternehmer" mit einem Jahresumsatz unter 32.500 Mark muss der Anlagenbetreiber dafür lediglich auf die Steuerfreiheit seiner Umsätze verzichten.

Dieser Verzicht fällt leicht. Denn die Umsatzsteuer, die er ans Finanzamt abführen muss, kann er zuvor dem Netzbetreiber zusätzlich zu den 99 Pfennig/KWp in Rechnung stellen. Er leitet die Steuer nur weiter, der Verwaltungsaufwand ist gering.

Meist keine Einkommensteuer

Völlig andere Spielregeln gelten bei der Einkommensteuer. Einnahmen aus dem Betrieb einer Solarstromanlage sind hier nur dann steuerpflichtig, wenn während der betriebsüblichen Nutzungsdauer von 20 bis 25 Jahren insgesamt ein Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben (Abschreibungen, Betriebskosten und Kreditzinsen), der so genannte Totalüberschuss, zu erwarten ist. In der Regel ist dies nicht der Fall. Dann bleibt der Betrieb der Anlage Privatsache. Der Betreiber muss dafür keine Einkommensteuer zahlen, kann aber auch keine Ausgaben Steuern sparend absetzen.

Im Einzelfall, etwa bei günstigem Anlagepreis und staatlichen Zuschüssen, kann sich aber ein Totalüberschuss ergeben. In diesem Fall kann der Betreiber die insbesondere bei einer Kreditfinanzierung entstehenden Anlaufverluste mit seinen übrigen Einkünften verrechnen. Er spart dadurch anfangs Steuern. Eine Steuerbelastung tritt erst später ein, wenn Überschüsse erwirtschaftet werden.

Die Abrechnung mit dem Finanzamt ist allerdings nicht ganz einfach. Wer bei überschlägiger Kalkulation seiner Anlage einen Gewinn für möglich hält, holt sich deshalb am besten Rat beim Steuerberater.

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