Solarmodule Meldung

Module für das Erzeugen von Solarstrom werden immer preiswerter hergestellt. Können Kunden Solarstromanlagen günstiger einkaufen, steigt die Rendite für den Strom vom eigenen Dach. Häufig verlangen Händler aber höhere Preise. test.de fragte Bernd Schüßler, Pressesprecher der Fachzeitschrift Photon.

Solarmodule billiger in der Herstellung

test.de: Das teuerste an einer Solarstromanlage sind die Solarmodule. Sinken die Preise für die Module tatsächlich?
Bernd Schüßler: Ja, im Schnitt werden Solarmodule billiger hergestellt als noch im vergangenen Jahr. Dies hat auch zu fallenden Preisen geführt. In Asien hergestellte Module sind bis zu 20 Prozent billiger als in Deutschland produzierte.

test.de: Kommen die niedrigeren Preise auch bei den kleinen Stromproduzenten an, die sich eine Anlage auf das Dach ihres Eigenheimes stellen wollen?
Bernd Schüßler: Derzeit haben Installateure von Solarstromanlagen oft so viele Aufträge, dass sie sich die Kunden aussuchen können. Und bei dieser sehr großen Nachfrage konzentrieren sich manche Handwerker auf lukrative größere Aufträge, was betriebswirtschaftlich durchaus verständlich ist. Es gibt aber auch Monteure, die Module preiswert einkaufen und die niedrigeren Kosten an die Kunden weitergeben. Es lohnt sich daher, Preise zu vergleichen.

Günstige Anlagen nur selten im Angebot

test.de: Was würde eine günstige Solaranlage für das Eigenheim in etwa kosten?
Bernd Schüßler: Die Leistung von Solarstromanlagen wird in Kilowattpeak, kurz kWp, angegeben. Dies ist die Leistung, welche die Anlage maximal, das heißt bei optimalem Sonnenschein, erzeugen kann. Daher auch „peak“, was man mit „Höchstleistung“ übersetzen kann. Für ein Einfamilienhaus sind Anlagen ab vier kWp üblich. Schaut man sich die Preise an, zu denen Installateure momentan Module einkaufen können, dürften komplett montierte und fertiggestellte Anlagen für Einfamilienhäuser ungefähr 3 000 Euro je kWp kosten. Das ist der Endpreis, außer der Umsatzsteuer kommt da nichts mehr hinzu. Große Anlagen ab 10 kWp sollten bei den derzeitigen Modulpreisen fertig installiert zum Endpreis von 2 700 Euro je kWp erhältlich sein.

Renditen von über 9 Prozent jährlich

test.de: Welche Rendite kann ein Stromproduzent mit einer solch preiswerten Anlage pro Jahr erzielen?
Bernd Schüßler: Das hängt vom Standort der Anlage und damit vom Stromertrag ab. Angenommen der anfängliche jährliche Ertrag liegt bei 950 Kilowattstunden pro kWp und man baut sich die Anlage in diesem Jahr aufs Dach, dann kann man bei einem Preis von 3 000 Euro/kWp eine Rendite von jährlich über 9 Prozent einstreichen, bei 2 700 Euro/kWp sind es über 11 Prozent, an sehr sonnigen Standorten sogar 13 Prozent. Bei Standorten mit 850 kWh Ertrag liegen die Renditen zwischen sechs und zehn Prozent. Und nicht zu vergessen: das ist auf zwanzig Jahre kalkuliert, weil man so lange die Einspeisevergütung bekommt. Die Anlagen halten aber meist über 30 Jahre. Somit hat man nach 20 Jahren noch über ein Jahrzehnt lang kostenlosen Strom. Das erhöht die oben genannten Rendite nochmals.

test.de: Händler und Monteure bieten die Anlagen aber häufig nicht so günstig an. Bis zu welchem Anlagepreis ist die Investition für den Kunde lohnend?
Bernd Schüßler: Will der Stromproduzent eine Rendite von gut sieben Prozent im Jahr realisieren und der Stromertrag etwas über 850 kWh liegt, dann sollte er für eine Kleinanlage pro kWp nicht mehr als 3 450 Euro aufwenden. Der Maximalpreis einer fertig installierten und ans Netz angeschlossenen 4 kWp-Anlage beträgt somit 13 800 Euro plus Umsatzsteuer.

Asiatische Module sind Alternative

test.de: Die günstigen Solarmodule werden oft in China, Taiwan oder Indien produziert. Gibt es Qualitätsunterschiede gegenüber europäischen Modulen?
Bernd Schüßler: Im Photon-Testlabor unterziehen wir hunderte asiatische und europäische Module verschiedenen Tests. Dabei stellen wir fest, dass es keine offensichtlichen substanziellen Unterschiede zwischen deutschen Modulen und Markenmodulen aus Asien gibt. Viele deutsche Solarunternehmen lassen ohnehin in China produzieren oder verbauen in ihren hierzulande gefertigten Modulen Zellen aus chinesischer oder taiwanischer Produktion. Aber deshalb braucht man sich keine Sorgen um die Qualität machen. Wichtig ist nur, dass die Module, egal woher sie kommen, der IEC-Norm 61215 genügen, bzw. bei Dünnschichtmodulen der IEC-Norm 61646. Die Einhaltung dieser Mindestanforderung sollte man sich vom Installateur im Angebot bestätigen lassen.

Solarstromanlagen: Über 7 Prozent Rendite im Jahr

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