Solar­anlage Special

Auf vielen Dächern und an vielen Fassaden ist noch Platz für eine Solar­anlage. Sei es für Solarkollektoren, die warmes Wasser erzeugen und die Heizung unterstützen, oder für Solarmodule zur Strom­erzeugung. Umwelt­schonend und effizient funk­tionieren beide Varianten. test.de informiert über die verschiedenen Möglich­keiten und gibt praktische Tipps. Zum Beispiel, welche Flächen Ihres Hauses sich optimal nutzen lassen, damit Sie Sonnentage künftig noch mehr genießen können.

Welche Möglich­keiten gibt es?

Wer sich für Solar­technik interes­siert, muss eine Frage ganz am Anfang klären: Welche Art von Sonnen­energienut­zung soll es denn sein? Je nach Lage, Ausrichtung und Form des Gebäudes stehen verschiedene sinn­volle Varianten zur Auswahl:

  • Passive Solar­energienut­zung am Gebäude: Mithilfe einer pfiffigen Architektur lässt sich mit wenig Aufwand viel bewirken. Wenn die Sonne im Winter tief steht, können große Fens­terflächen auf der Südseite jede Menge Wärme einfangen. Moderne Fenster bieten hierfür gute Voraus­setzungen.
  • Wintergärten: Auch vor das Haus gesetzte Glas­anbauten können als „Sonnenfalle“ und „Pufferzone“ vor der Fassade dienen. Wirk­lich Energie sparen lässt sich hier allerdings nur, wenn sie im Winter nicht beheizt werden.
  • Luft­kollektoren: Sie nutzen den Glas­haus­effekt, also das Einfangen von Licht­energie hinter einer Glasscheibe. Die Wärme lässt sich über eine Lüftungs­anlage oder mithilfe einer Wärmepumpe ins Haus holen.
  • Solarkollektoren: Für die Warm­wasser­erzeugung und – immer öfter – auch für die Unterstüt­zung der Heizung erfreuen sich ther­mische Solar­anlagen mit unterschiedlichen Kollektorarten und Speichergrößen wachsender Beliebtheit.
  • Solar­strommodule: Die Photovoltaik bietet die Chance, Solar­energie direkt in Strom umzu­wandeln und diesen ins Netz einzuspeisen.

Gute Gründe, aktiv zu werden

Eigenheim­besitzer haben die Qual der Wahl. Alles zusammen geht nicht – und schon gar nicht alles zur gleichen Zeit. Hier einige Tipps, die bei der Entscheidung helfen können, welches Projekt Vorrang haben soll:

Tipp: Über­legen Sie, welche Arbeiten am Haus demnächst anstehen. Wenn das Dach ohnehin saniert werden muss, kann der gleich­zeitige Einbau einer Solar­anlage besonders günstig sein. Falls die Fassade sanierungs­bedürftig ist, sollte man sich nicht aufs Ausputzen und Anpinseln beschränken. An südwärts gerichteten Wänden kommen radikale Alternativen in Frage: Alte Fenster entfernen und Teile des Mauer­werks heraus­brechen, um so Platz für große Fens­terfronten zu gewinnen. Und muss demnächst die Heiz- oder Warm­wasser­anlage auf Trab gebracht werden, ist dies der ideale Zeit­punkt, um zugleich eine Solar­anlage zu installieren.

Chancen für Zukunfts­investitionen

Kurz- oder mittel­fristig erforderliche Bauarbeiten können zwar ein will­kommener Anlass sein, um über den Einsatz erneuer­barer Energien nach­zudenken und ihn kostengünstig zu realisieren. Aber Bauherren sollten sich durch diese Chance nicht zu Entscheidungen verleiten lassen, die sie später einmal bereuen. Ein Beispiel: Die Kollektoren fürs Warm­wasser werden so ungünstig auf dem Dach platziert, dass für die später geplante Montage von Solar­strommodulen kaum noch Platz ist.

Tipp: Planen Sie zukunfts­orientiert. Denken Sie schon heute darüber nach, wie Sie Ihr Haus in 10 oder 20 Jahren mit Energie versorgen möchten. Lassen Sie sich von Profis beraten, wie ein Gesamt­konzept aussehen könnte. Eine solche Planung wird – abge­sehen vom Neubau – kaum kurz­fristig zu realisieren sein. Doch mit den richtigen Ideen kann man leichter schritt­weise vorgehen. Ohne das Risiko, sich mit kurz­sichtigen Maßnahmen etwas zu verbauen.

Strom oder warmes Wasser?

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Je knapper der Platz auf der sonnen­verwöhnten Südseite des Hauses, desto wichtiger ist es, Prioritäten zu setzen. Kollektoren für die Warm­wasser­gewinnung arbeiten mit hohem Nutzungs­grad und benötigen meist nur 4 bis 6 Quadrat­meter. Vakuum­röhrenkollektoren nutzen kleine Flächen besonders effektiv; hier reichen oft zwei Drittel dieser Fläche.

Tipp: Selbst wenn Sie das Wasser kurz­fristig noch nicht mithilfe der Sonne erwärmen können oder wollen, sollten Sie sich diesen Hand­lungs­spielraum für die Zukunft sichern. Planen Sie möglichst die Option ein, dass Kollektoren früher oder später die Heizung unterstützen können. Für Einfamilien­häuser sind meist 10 bis 15 Quadrat­meter erforderlich.

Photovoltaik jetzt oder später?

Solar­strom­anlagen bean­spruchen deutlich mehr Fläche am Gebäude. Wünschens­wert sind 20, 30 oder mehr Quadrat­meter für die Solarmodule. Deren Preise sind in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken.

Tipp: Angesichts nied­riger Zinsen und gesunkener Preise könnte die Investition derzeit günstig sein. In jedem Fall empfehlen wir gründliche Preis­vergleiche bei mehreren Installateuren – und zwar nicht nur bei den orts­ansässigen. Die Preis­gestaltung hängt unter anderem davon ab, ob der Installateur durch eine Sammel­bestellung vieler Module einen attraktiven Rabatt ergattern kann und einen Teil davon in Form güns­tiger Preise an Sie weitergibt. Ob sich die Investition rechnet, verrät unser Solarrechner. Gehen Sie auf Nummer sicher und wählen Sie Qualitäts­produkte namhafter Hersteller, die verläss­lich deren Leistung garan­tieren. Beauftragen Sie Installateure, die auf jahre­lang erfolg­reich laufende Referenz­anlagen verweisen können.

Mehr Möglich­keiten als gedacht

Bauherren, die gezielt nach Möglich­keiten zur Nutzung der Solar­energie suchen, entdecken an ihrem Haus oft erstaunlich viele Flächen, an denen sich Module und/oder Kollektoren installieren lassen:

  • Süddach: Neigt sich ein großer Teil des Daches in südliche Richtung, lassen sich hier nicht nur zahlreiche Photovoltaikmodule installieren, sondern zusätzlich einige Kollektoren für die ther­mische Nutzung.
  • Südost und Südwest: Dächer mit dieser Ausrichtung schmälern die Ausbeute um weniger als 10 bis 20 Prozent.
  • Flachdach: Relativ große Flächen und bequeme Montagemöglich­keiten machen auch Flachdächer zu güns­tigen Stand­orten für Solar­anlagen aller Art.

Tipp: Für die Erzeugung von Solar­strom ist eine Modulneigung von 30 Grad optimal, auch bei 20 bis 50 Grad gibt es kaum weniger Ertrag. Solar­anlagen für Warm­wasser profitieren oft von stärkerer Neigung – vor allem wenn sie auch die Heizung unterstützen sollen: Sie sollten sich möglichst an der im Winter­halb­jahr tief­stehenden Sonne orientieren. Im Sommer schadet das nicht, denn dann herrscht ohnehin ein Über­angebot an Sonnen­energie.

Auch die Fassade nutzen

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Sind die Dächer in Ost-West-Richtung geneigt, bietet sich die gen Süden gerichtete Giebelwand als optimale Fläche an. Zum Beispiel lassen sich winkelförmige Unterge­stelle anbringen, auf die dann Module oder Kollektoren montiert werden.

Tipp: Nutzen Sie die Neben­effekte der an der Fassade angebrachten Module und Kollektoren. Sie schützen die Fenster darunter vor Regen und dienen im Sommer als Schattenspender.

Wintergarten, Garage, Carport

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Wintergärten und andere groß­zügig verglaste Anbauten leiden oft im Sommer unter unerträglicher Hitze. Die beste Problemlösung: Wer statt Glasdach Solar­anlagen wählt, spart aufwendige Beschattungs­technik. Auch über Terrassen kann dies sinn­voll sein. Auch die Dächer von Abstell­anlagen für Autos bieten sich als Aufstellungs­ort für Solar­anlagen an; sie werden häufig immer größer und sind für Montagezwecke leicht erreich­bar.

Fazit: Ein güns­tiges Plätz­chen für eine Solar­anlage bietet sich fast auf oder an jedem Haus. Viele Beispiele beweisen, dass sich die Solar­technik auch architekto­nisch schön einfügen lässt – als Vorzeige­objekt.

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