Solar­strom So lohnt sich Photovoltaik

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Solar­strom - So lohnt sich Photovoltaik
Solardach. Die Bundes­regierung will die Photovoltaik stark ausbauen. Einige Bundes­länder haben bereits eine Solardach­pflicht für Neubauten beschlossen. © Adobe Stock / slavun

Höhere Vergütungs­sätze, bessere Strom­erträge, keine lästigen Steuern mehr: Wie Sie jetzt mit Solar­strom Geld sparen und verdienen können.

Ab 2023 wird es für Haus­eigentümer voraus­sicht­lich deutlich einfacher, Solar­strom auf dem Dach zu erzeugen. Die Bundes­regierung plant eine umfassende Steuerbefreiung für Betreiber kleiner und mitt­lerer Solar­kraft­werke mit einer Leistung bis zu 30 Kilowatt (kW). Dafür sollen künftig weder Einkommensteuern noch Umsatz­steuern anfallen.

Die Steuer­änderungen müssen noch den Bundes­tag und den Bundes­rat passieren. Das Gesetz zur Reform des Erneuer­baren-Energien-Gesetzes (EEG) ist dagegen in Teilen schon seit Ende Juli in Kraft. Die wichtigsten Änderungen: Betreiber neuer Solar­strom­anlagen bekommen mehr Geld. Und es gibt jetzt zwei völlig unterschiedliche Tarife für den Solar­strom, den sie ins öffent­liche Netz einspeisen. Die Experten der Stiftung Warentest haben gerechnet, wie sich die Reform der Solar­förderung auf die Wirt­schaftlich­keit neuer Photovoltaikan­langen auswirkt. Ergebnis: Eine Solar­anlage auf dem Dach wird in den meisten Fällen lohnen. Renditen von 3 bis 6 Prozent sind über einen Zeitraum von 20 Jahren auch bei vorsichtiger Kalkulation drin.

Warum sich die Unter­suchung „Solar­strom“ für Sie lohnt

  • EEG-Reform. Der Bundes­tag hat die neue Solar­förderung beschlossen: Seit 30. Juli 2022 gibt es für Betreiber neuer Solar­anlagen mehr Geld – vor allem für Haus­eigentümer, die ihren Strom komplett ins öffent­liche Netz speisen. Wir erläutern die Details der Reform, wer davon profitiert und wie die neuen Vergütungs­sätze die Wirt­schaftlich­keit der Anlagen beein­flussen.
  • Renditen für Anlagen mit und ohne Speicher. Lohnt sich eine Solar­anlage? Unsere Tabellen und Grafiken zeigen, welche Renditen nach der EEG-Reform möglich sind und wie sich zum Beispiel unterschiedliche Eigen­verbrauchs­anteile auswirken. Und mit unserem Solar­rechner können Sie Kosten, Erträge und Rendite Ihrer Photovoltaik-Anlage detailliert ermitteln.
  • Tipps für die Planung. Die Experten der Stiftung Warentest erklären, welche Dächer sich zur Solar­strom­erzeugung eignen und worauf Haus­eigentümer bei Kauf und Planung ihrer Anlage achten sollten.
  • Kaufen oder Mieten. Unser Praxis­test zeigt: Angebote zum Kaufen und Mieten einer PV-Anlage sind oft schwer vergleich­bar, Wirt­schaftlich­keits­berechnungen der Anbieter häufig lückenhaft und unver­ständlich.
  • Steuern. Für Solar­strom­produzenten gelten bisher noch komplizierte Steuer­regeln. Doch ab 2023 plant die Bundes­regierung eine umfassende Steuerbefreiung für kleine und mitt­lere Photovoltaikanlagen. Wir erläutern die geplanten Neuregelungen – und was Anlagentreiber bis dahin beachten müssen.
  • Altanlagen. Nach 20 Jahren fallen Photovoltaikanlagen aus der EEG-Förderung heraus. Wir sagen, welche Möglich­keiten die Besitzer haben, ihre Solar­anlage auch danach noch profitabel weiter zu betreiben.

Eigen­verbrauch oder Voll­einspeisung

Nach der EEG-Reform gibt es jetzt zwei Betreibermodelle mit unterschiedlichen Vergütungs­sätzen:

  • Modell Eigen­verbrauch. Eigentümer, die ihren erzeugten Strom teil­weise selbst verbrauchen, bekommen künftig bis zu 8,2 Cent pro Kilowatt­stunde (kWh), die sie ins öffent­liche Netz einspeisen – wie bisher im Jahr der Inbetrieb­nahme und in den 20 Folge­jahren. Das sind 25 Prozent mehr als bisher und im Gesetz­entwurf zunächst vorgesehen.
  • Modell Voll­einspeiser. Verkaufen Anlagen­betreiber den erzeugten Strom komplett an den Netz­betreiber, erhalten sie künftig bis zu 13 Cent pro Kilowatt­stunde – doppelt so viel wie bisher. Davon profitieren vor allem Haus­eigentümer, die ausreichend Dach­fläche für eine relativ große Anlage haben.

Besitzer neuer Solar­anlagen müssen sich also entscheiden: Entweder sie verbrauchen einen Teil des erzeugten Solar­stroms selbst und sparen damit Strom­kosten. Oder sie speisen den Strom komplett ins öffent­liche Netz. Dann bekommen sie eine deutlich höhere Einspeise­vergütung, sparen aber keinen Cent bei der Strom­rechnung. Wir haben berechnet, was für wen güns­tiger ist – je nach Anlagengröße, Strom­preis und möglichem Eigen­verbrauch.

Zwei Tarife für Solar­strom

Vergütungs­sätze für die Einspeisung von Solar­strom ins öffent­liche Netz (Cent pro kWh).

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Kosten und Erträge sorgfältig kalkulieren

Gute Erträge sind möglich, fallen Haus­eigentümern aber nicht in den Schoß. Die Einspeise­vergütung wurde zwar erhöht, doch Solar­anlagen sind zuletzt immer teurer geworden. Damit sich die Investition lohnt, müssen Haus­eigentümer auf den Preis achten und die voraus­sicht­lichen Erträge und Kosten ihrer Anlage sorgfältig kalkulieren. Die Experten der Stiftung Warentest erklären, mit welchen Anschaffungs­kosten und laufenden Betriebs­kosten sie rechnen müssen, wie hoch die Erträge für die Strom­einspeisung und die ersparten Strom­kosten ausfallen und welche steuerlichen Regeln zu beachten sind.

Renditen für Anlagen mit und ohne Speicher

Wir haben berechnet, welche Renditen und Über­schüsse Solar­strom­erzeuger je nach Anlagen­preis, Strom­ertrag und Eigen­verbrauchs­anteil für unterschiedliche Betreibermodelle erzielen:

  • Anlagen ohne Speicher mit Eigen­verbrauch und Über­schusseinspeisung
  • Anlagen mit Speicher, Eigen­verbrauch und Über­schusseinspeisung
  • Anlagen mit Voll­einspeisung ins öffent­liche Stromnetz (ohne Speicher und Eigen­verbrauch)

Dabei zeigen wir anhand von Grafiken, wie sich der Eigen­verbrauchs­anteil sowie die Höhe und Entwick­lung des Strom­preises auf die Rendite auswirkt.

Tipps: Welche Möglich­keiten es gibt, die Sonnen­energie zu nutzen, erklären wir in unserem umfang­reichen Special zur Solartechnik. Die voraus­sicht­liche Rendite Ihrer geplanten Solar­anlage können Sie mit unserem kostenlosen Solarrechner ermitteln.

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172 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Profilbild Stiftung_Warentest am 06.09.2022 um 12:40 Uhr
Eigenverbrauch, aber keine Netzeinspeisung

@Alsogut1: Die Überschusseinspeisung zu untersagen, kommt einer Verweigerung des Netzanschlusses gleich (der Anschluss soll ja gerade der Stromeinspeisung dienen).
Grundsätzlich gilt:
- Netzbetreiber sind gesetzlich verpflichtet, Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien unverzüglich und vorrangig an ihr Netz anzuschließen (§ 8 EEG).
- Nach § 11 EEG müssen Netzbetreiber grundsätzlich den gesamten Strom aus erneuerbaren Energien abnehmen. Sie sind zur Vergütung des Stroms verpflichtet (§ 19 EEG).
- Sofern erforderlich, müssen Netzbetreiber ihre Netze entsprechend dem Stand der Technik optimieren, verstärken und ausbauen, um die Abnahme, Übertragung und Verteilung des Stroms aus erneuerbaren Energien sicherzustellen (§ 12 EEG).
- Eine Ausnahme gibt es nur, wenn der Netzausbau für den Netzbetreiber wirtschaftlich unzumutbar ist. Dies ist vom Netzbetreiber nachzuweisen. Die Verweigerung des Netzanschlusses oder der Überschusseinspeisung ist demnach nur in seltenen Ausnahmefällen möglich.
Wir können nur empfehlen, bei den Stadtwerken nachzuhaken und detaillierte Nachweise darüber zu verlangen, warum eine Überschusseinspeisung nicht möglich sein soll und warum ein ggf. erforderlicher Netzausbau für den Netzbetreiber wirtschaftlich unzumutbar sein soll.
Bei der Clearingstelle Energie finden Anlagenbetreiber mehrere Verfahren zur Konfliktlösung zwischen Anlage- und Netzbetreibern:
www.clearingstelle-eeg-kwkg.de/verfahren-und-verfahrensablauf .

Profilbild Stiftung_Warentest am 05.09.2022 um 09:32 Uhr
Test für Solarpanele

@LenchenMö: Nein, wir können Ihnen leider nicht Testergebnissen zu den aktuell auf dem Markt befindlichen Modulen dienen.

LenchenMö am 04.09.2022 um 09:43 Uhr
Test für Solarpanele

Ich würde gerne die Aufstellung der Paneele Selbst durchführen. Gibt es einen Test für die Einzelkomponenten einer Solaranlage?
Besonders Langlebigkeit würde mich interessieren.

WB1450 am 01.09.2022 um 20:36 Uhr
@olshra

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olshra am 28.08.2022 um 12:51 Uhr
Effektiven Vogelschutz bei der Planung vorsehen

Bei der Planung und Installation einer PV-Anlage sollte auch auf eine effektive Vogelabwehr geachtet werden. Gelegentlich werden billige Drahtgewebe eingesetzt, die sich bei Sturm, Eis und Schnee davon machen. Schnell lernen z. B. Tauben, dass sie es sich unter den Platten gemütlich machen können, wenn ihnen der Zutritt nicht verwährt wird und bauen dort Nester. Neben dem Überhitzungsrisiko für die Module bei Wärmestau durch die Nester kommt der Vogeldreck hinzu. Es gibt professionelle Lösungen am Markt. Die paar Euro sind gut investiertes Geld.