Solar­strom So lohnt sich Photovoltaik

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Solar­strom - So lohnt sich Photovoltaik
Solardach. Die Bundes­regierung will die Photovoltaik stark ausbauen. Einige Bundes­länder haben bereits eine Solardach­pflicht für Neubauten beschlossen. © Adobe Stock / slavun

Höhere Förderung für Photovoltaikanlagen tritt in Kraft: Wie Sie jetzt mit Solar­strom Geld sparen und verdienen können.

Inhalt

Die neue Solar­förderung läuft: Am 29. Juli trat die Reform des Erneuer­bare-Energien-Gesetzes (EEG) in Kraft. Die wichtigsten Änderungen: Betreiber neuer Solar­strom­anlagen bekommen mehr Geld. Und es gibt jetzt zwei völlig unterschiedliche Tarife für den Solar­strom, den sie ins öffent­liche Netz einspeisen. Die Experten der Stiftung Warentest haben gerechnet, wie sich die Reform der Solar­förderung auf die Wirt­schaftlich­keit neuer Photovoltaikan­langen auswirkt. Ergebnis: Eine Solar­anlage auf dem Dach wird in den meisten Fällen lohnen. Renditen von 3 bis 6 Prozent sind über einen Zeitraum von 20 Jahren auch bei vorsichtiger Kalkulation drin.

Warum sich die Unter­suchung „Solar­strom“ für Sie lohnt

  • EEG-Reform. Der Bundes­tag hat die neue Solar­förderung beschlossen: Seit 30. Juli 2022 gibt es für Betreiber neuer Solar­anlagen mehr Geld – vor allem für Haus­eigentümer, die ihren Strom komplett ins öffent­liche Netz speisen. Wir erläutern die Details der Reform, wer davon profitiert und wie die neuen Vergütungs­sätze die Wirt­schaftlich­keit der Anlagen beein­flussen.
  • Renditen für Anlagen mit und ohne Speicher. Lohnt sich eine Solar­anlage? Unsere Tabellen und Grafiken zeigen, welche Renditen nach der EEG-Reform möglich sind und wie sich zum Beispiel unterschiedliche Eigen­verbrauchs­anteile auswirken. Und mit unserem Solar­rechner können Sie Kosten, Erträge und Rendite Ihrer Photovoltaik-Anlage detailliert ermitteln.
  • Tipps für die Planung. Die Experten der Stiftung Warentest erklären, welche Dächer sich zur Solar­strom­erzeugung eignen und worauf Haus­eigentümer bei Kauf und Planung ihrer Anlage achten sollten.
  • Kaufen oder Mieten. Unser Praxis­test zeigt: Angebote zum Kaufen und Mieten einer PV-Anlage sind oft schwer vergleich­bar, Wirt­schaftlich­keits­berechnungen der Anbieter häufig lückenhaft und unver­ständlich.
  • Steuern sparen. Wir erklären, wie Sie als Strom­produzent Steuern sparen können, indem Sie sich die Umsatz­steuer zurück­holen, bei der Einkommensteuer Ihre Betriebs­ausgaben berück­sichtigen und Investitionen abschreiben.
  • Altanlagen. Nach 20 Jahren fallen Photovoltaikanlagen aus der EEG-Förderung heraus. Wir sagen, welche Möglich­keiten die Besitzer haben, ihre Solar­anlage auch danach noch profitabel weiter zu betreiben.
  • PDF-Version. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf ein PDF der Online-Veröffent­lichung. Es enthält sämtliche Inhalte zum Thema aus Finanztest 3/2022 und 6/2022 und berück­sichtigt bereits die neue Rechts­lage − auch bei allen Beispiel­rechnungen.

Eigen­verbrauch oder Voll­einspeisung

Künftig gibt es zwei Betreibermodelle mit unterschiedlichen Vergütungs­sätzen:

  • Modell Eigen­verbrauch. Eigentümer, die ihren erzeugten Strom teil­weise selbst verbrauchen, bekommen künftig bis zu 8,2 Cent pro Kilowatt­stunde (kWh), die sie ins öffent­liche Netz einspeisen – wie bisher im Jahr der Inbetrieb­nahme und in den 20 Folge­jahren. Das sind 25 Prozent mehr als bisher und im Gesetz­entwurf zunächst vorgesehen.
  • Modell Voll­einspeiser. Verkaufen Anlagen­betreiber den erzeugten Strom komplett an den Netz­betreiber, erhalten sie künftig bis zu 13 Cent pro Kilowatt­stunde – doppelt so viel wie bisher. Davon profitieren vor allem Haus­eigentümer, die ausreichend Dach­fläche für eine relativ große Anlage haben.

Besitzer neuer Solar­anlagen müssen sich also entscheiden: Entweder sie verbrauchen einen Teil des erzeugten Solar­stroms selbst und sparen damit Strom­kosten. Oder sie speisen den Strom komplett ins öffent­liche Netz. Dann bekommen sie eine deutlich höhere Einspeise­vergütung, sparen aber keinen Cent bei der Strom­rechnung. Wir haben berechnet, was für wen güns­tiger ist – je nach Anlagengröße, Strom­preis und möglichem Eigen­verbrauch.

Zwei Tarife für Solar­strom

Vergütungs­sätze für die Einspeisung von Solar­strom ins öffent­liche Netz (Cent pro kWh).

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Kosten und Erträge sorgfältig kalkulieren

Gute Erträge sind möglich, fallen Haus­eigentümern aber nicht in den Schoß. Die Einspeise­vergütung wurde zwar erhöht, doch Solar­anlagen sind zuletzt immer teurer geworden. Damit sich die Investition lohnt, müssen Haus­eigentümer auf den Preis achten und die voraus­sicht­lichen Erträge und Kosten ihrer Anlage sorgfältig kalkulieren. Die Experten der Stiftung Warentest erklären, mit welchen Anschaffungs­kosten und laufenden Betriebs­kosten sie rechnen müssen, wie hoch die Erträge für die Strom­einspeisung und die ersparten Strom­kosten ausfallen und welche steuerlichen Regeln zu beachten sind.

Renditen für Anlagen mit und ohne Speicher

Wir haben berechnet, welche Renditen und Über­schüsse Solar­strom­erzeuger je nach Anlagen­preis, Strom­ertrag und Eigen­verbrauchs­anteil für unterschiedliche Betreibermodelle erzielen:

  • Anlagen ohne Speicher mit Eigen­verbrauch und Über­schusseinspeisung
  • Anlagen mit Speicher, Eigen­verbrauch und Über­schusseinspeisung
  • Anlagen mit Voll­einspeisung ins öffent­liche Stromnetz (ohne Speicher und Eigen­verbrauch)

Dabei zeigen wir anhand von Grafiken, wie sich der Eigen­verbrauchs­anteil sowie die Höhe und Entwick­lung des Strom­preises auf die Rendite auswirkt.

Tipps: Welche Möglich­keiten es gibt, die Sonnen­energie zu nutzen, erklären wir in unserem umfang­reichen Special zur Solartechnik. Die voraus­sicht­liche Rendite Ihrer geplanten Solar­anlage können Sie mit unserem kostenlosen Solarrechner ermitteln.

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    - Mit Solar­strom­anlagen können Haus­eigen­tümer mindestens 20 Jahre lang Geld verdienen und Strom­kosten sparen. Unser Solar­rechner ermittelt Kosten, Erträge und Rendite.

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Alsogut1 am 18.08.2022 um 12:54 Uhr
Eigenverbrauch ja aber keine Netzeinspeisung

Ich wohne am Rand eines Ortteils. Lt. Netzbetreiber ist die geplante Netzanspeisung der Photovoltaikanlage geprüft worden. Die Antwort lautet:
Ein Netzausbau ist in ihrem Bereich nicht vorgesehn. Sobald jedoch ein Netzausbau stattfindet, kann der Überschuss eingespeist werden. Bis dahin darf ich NICHT ins Netz eispeisen. Nur Eigenverbrauch ist möglich. Näheres findet sich nicht im Schreiben.
Ich wohne in einem Einfamilienhaus und habe zur Zeit 'NUR' 3000Kw/h Stromverbrauch im Jahr.
Vielleicht ist dies der Grund?

WB1450 am 18.08.2022 um 06:08 Uhr
Welcher

Netzbetreiber und mit welcher Begründung.
Die Novelle des EEG sieht seit dem 30.07.22 vor
Eigenverbrauchsanlagen = Eigenverbrauch, was nicht verbraucht wird geht in das Netz mit 8,2 Cent kWh
Einspeiseanlagen = alles geht in das Netz mit 15 Cent kWh.

Alsogut1 am 17.08.2022 um 15:24 Uhr
Eigenverbrauch ja aber keine Netzeinspeisung

Hallo, ich möchte 10 Kw aufs Dach. Nach einer Anfrage an den Netzbetreiber genehmigt er mir die Anlage nur zum Eigenstromverbrauch, eine Netzeinspeisung vom Überschuß aber nicht. (Absolut keine Netzeinspeisung)
Ich möchte zur Anlage zwei Speicher mit je 5 Kw.
Ist das rechtlich zulässig?
Danke

Eugen_1952 am 10.08.2022 um 15:59 Uhr
Milchmädchenrechnung

Hallo, vielen Dank für Ihre E-Mail. Allerdings will ich einige Punkte klar stellen.
Wenn ich 8,20 ct/kWh für die Einspeisung in das Stromnetz bekomme und diese Energie von anderen Abnehmern verbraucht wird, so zahlen diese 41,6 ct/kWh, also ich bekomme 19,7 % und der Provider 80,3 %. Weshalb soll ich dann Strom ins Netz einspeisen?
Für das Erdgas zahle ich gegenwärtig 11,181 ct/kWh (Tendenz steigend), also mehr, als ich für die Einspeisung in das Stromnetz bekomme. Sie behaupten, "Mit Strom betriebene Heizungen sind sehr ineffektiv und eignen sich daher eher nicht für die Beheizung ihres Hauses.". Das mag zutreffen, wenn man 41,6 ct/kWh bezahlt. Allerdings haben Elektro-Heizkörper und mit Elektroenergie betriebene Warmwasserspeicher einen Wirkungsgrad von nahezu 100 %. Wenn diese Heizkörper und Warmwasserspeicher mit Elektroenergie betrieben werden, welche mit 8,20 ct/kWh zur Verfügung steht, sind sie durchaus effektiv und wirtschaftlich. Das haben Sie nicht bedacht!

WB1450 am 08.08.2022 um 17:24 Uhr
@testwerner321

ich nehme an Du heizt immer noch mit Nachtspeicheröfen, die waren in den 70ern den Kraftwerksbetreibern willkommen, weil man des nachts z.B. die AKWs nicht runterregeln
konnte. Die Entsorgungsfrage der AKW ist bis heute nicht geklärt und strahlen werden sie noch viele Jahre aber vmtl. nicht in den tiefen Bayerns. Dessen MP Söder schreit danach, mit der Entsorgung, Endlagerung will er aber nichts zu tun haben.
Dass PV Anlagen sehr viel Jahre - Jahrzehnte halten ist bekannt, sie würden noch viele Jahre halten, das Problem ist wie bei jedem technischen Gerät, neue Module haben die mehr als doppelt so hohe Leistung - Teile werden Recycelt - Glas, Alu....
Wie schaut es bei Dir im täglichen Leben aus - werden Deine gekauften Produkte nach einem hoffentlich langem Leben einer Wiederaufbereitung zugeführt.