Solar­anlage Special

Die Solar­strom­anlage auf dem Dach ist wieder eine ­rentable Geld­anlage für Haus­besitzer – wenn diese einen möglichst hohen Teil des erzeugten Stroms selbst verbrauchen. Berechnungen von Finanztest zeigen: Bei den aktuellen Anla­gepreisen haben Haus­eigen­tümer gute Chancen, in den kommenden 20 Jahren eine Rendite von mehr als 5 Prozent zu erzielen. Unter optimalen Bedingungen kann ihre Rendite sogar zwei­stel­lig ausfallen.

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SpecialSolar­anlageFinanztest 12/2017
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Preise für Solar­strom­anlagen gesunken

Während die Solar­strom­förderung in den letzten beiden Jahren nahezu gleich geblieben ist, rutschten die Anlagen­preise weiter in den Keller. Das macht die Produktion von Solar­strom immer rent­abler. Eine Komplett­anlage kostet inklusive Montage derzeit etwa 1 200 bis 1 500 Euro pro Kilowatt (kW) Leistung ohne Mehr­wert­steuer. Eine 5-kW-Anlage können sich Haus­eigentümer daher schon für 6 000 bis 7 500 Euro aufs Dach setzen. Dazu kommen laufende Kosten für Versicherung, Wartung und eventuelle Reparaturen von beispiels­weise 120 Euro im Jahr. Die beim Kauf der Anlage anfallende Mehr­wert­steuer spielt dagegen keine Rolle, weil sie vom Finanz­amt erstattet wird.

Solar­strom schon ab 9 Cent pro Kilowatt­stunde

Wenn das Dach nicht durch Bäume oder Gebäude verschattet wird, erzeugt eine 5-kW-Anlage je nach Stand­ort 4 300 bis 5 000 kWh Strom im Jahr – etwa so viel wie ein vierköpfiger Haushalt verbraucht. Rechnet man Ausgaben und Strom­ertrag auf 20 Jahre um, kostet die Erzeugung einer Kilowatt­stunde Solar­strom nur 9 bis 12 Cent. Das ist nicht einmal die Hälfte des Preises für den normalen Haus­halts­strom vom Energieversorger.

Das bietet unser Special Solar­anlage

Rendite berechnen. Mehr als 5 Prozent Rendite? Durch­aus drin! Unsere Tabelle zeigt für Solar­anlagen mit beziehungs­weise ohne Speicher, wie sich – abhängig vom Preis der Solar­anlage – die Rendite entwickelt, wenn der Strom­ertrag pro kW Leistung 850, 900, 950 oder 1 000 kWh beträgt. Verglichen werden die Werte bei einer Voll­einspeisung ins öffent­liche Netz mit denen bei 25 Prozent beziehungs­weise 60 Prozent Eigen­verbrauch. Zugrundegelegt ist jeweils eine Strom­preis­erhöhung von 2 Prozent im Jahr. Zwei Grafiken zeigen für Anlagen ohne beziehungs­weise mit Speicher, wie die Solarrendite mit wachsendem Eigen­verbrauchs­anteil steigt, wenn der Strom­preis sich um 4, 2 oder 0 Prozent erhöht.

Über­schüsse berechnen. Unsere Experten erläutern, wie Sie mit einer einfachen Über­schlags­rechnung heraus­finden, ob Ihre Anlage auf Dauer Gewinne verspricht. Mit unserem Solar­rechner können Sie Kosten, Erträge und Rendite Ihrer Photovoltaik-Anlage detailliert ermitteln.

Steuern sparen. Wir erklären, wie Sie als Strom­produzent Steuern sparen können, indem Sie sich die Umsatz­steuer zurück­holen, bei der Einkommensteuer Ihre Betriebs­ausgaben berück­sichtigen und Investitionen abschreiben.

Strom­kosten sparen

Ihre Erträge erzielen Anlagen­betreiber aus zwei Quellen:

  • Einen – möglichst hohen – Teil des Solar­stroms verbrauchen sie selbst. Damit sparen sie Strom­kosten um 25 Cent pro Kilowatt­stunde (kWh) und mehr. Mit jeder Strom­preis­erhöhung wird die Ersparnis größer.
  • Den Teil des Stroms, den sie nicht verbrauchen, verkaufen sie an den Netz­betreiber. Dieser muss ­ihnen für jede Kilowatt­stunde Solar­strom die gesetzliche Einspeise­vergütung von derzeit 12,20 Cent zahlen – im Jahr der Inbetrieb­nahme und in den 20 Folge­jahren.

Gute Renditen durch Eigen­verbrauch

Ein Blick auf die Strom­rechnung zeigt: Es ist viel besser, den erzeugten Strom selbst zu verbrauchen, statt ihn für 12,20 Cent pro kWh ins Netz einzuspeisen und Haus­halts­strom für gut das Doppelte aus dem Netz zu beziehen. Strom­erzeugung und -verbrauch klaffen allerdings auseinander. An sonnigen Sommer­tagen produziert die Anlage Strom im Über­fluss. In den Wintermonaten liefert sie wenig und nachts gar keine Energie. Ohne Speicher lassen sich daher meist nur 15 bis 30 Prozent des erzeugten Stroms selbst nutzen. Das reicht aber schon, damit sich die Anlage lang­fristig rechnet, wie unsere Berechnungen zeigen. Verbraucht der Anla­gebetreiber 25 Prozent des Solar­stroms im eigenen Haushalt, lässt sich die Rendite in etwa verdreifachen

Mit Speicher weniger rentabel

Um mehr Solar­strom selbst zu nutzen, setzen Haus­eigentümer zunehmend auf Anlagen mit Stromspeicher. Die Akkus speichern den tags­über nicht benötigten Solar­strom und geben ihn abends wieder ab, wenn er gebraucht wird. Je nach Anlagengröße, Strom­verbrauch und Speicher­kapazität lässt sich der Eigen­verbrauchs­anteil auf 60 Prozent und mehr steigern. Doch obwohl sich die Preise für Speicher­systeme in den letzten Jahren nahezu halbiert haben, sind sie für einen wirt­schaftlichen Betrieb meist noch zu teuer. Viel mehr als eine schwarze Null ist derzeit kaum drin.

Tipp: Welche Möglich­keiten es gibt, die Sonnen­energie zu nutzen, erklären wir in unserem umfang­reichen Special zur Solartechnik.

Rechnung mit Unbe­kannten

Ob mit oder ohne Speicher: Wer Geld in eine Solar­strom­anlage investiert, bekommt keine Rendite­garantie. Die Strom­erträge können nied­riger, laufende Kosten höher ausfallen als erwartet. Auch seriöse Rendite­prognosen beruhen auf unsicheren Annahmen über den Eigen­verbrauchs­anteil und die Strom­preis­entwick­lung. Außerdem brauchen Anleger Geduld: Bis sie die Anlage­kosten wieder ­herein­holen, dauert es mehr als zehn Jahre. Derzeit spricht aber alles dafür, dass sich die Investition lang­fristig auszahlt. Und es gibt noch Luft nach oben. Die Finanztest-Experten haben die Renditen vorsichtig für eine Betriebs­dauer von gut 20 Jahren gerechnet. Die Solarmodule werden voraus­sicht­lich länger halten – und das Haus einige Jahre weiter mit güns­tigem Strom versorgen.

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