Steuern für Solar­strom: Die wichtigsten Steuer­regeln im Über­blick

Als gewerb­liche Strom­produzenten können sich Haus­eigentümer die Umsatz­steuer (Mehr­wert­steuer) für ihre Anlage vom Finanz­amt zurück­holen. Ihre Gewinne müssen sie über die Einkommensteuererklärung versteuern.

Die Umsatz­steuer

Mit einem Umsatz unter 17 500 Euro im Jahr gelten Anlagen­betreiber als Klein­unternehmer, die von der Umsatz­steuer befreit sind. Doch es lohnt sich, dass sie auf das Privileg verzichten. Denn nur wenn sie eine Umsatz­steuer­vor­anmeldung abgeben, erhalten sie die Umsatz­steuer für ihre Anlage vom Finanz­amt zurück – und zwar sofort. Das sind ein paar tausend Euro. Die Anlagen­betreiber müssen dann zwar für die Vergütung vom Netz­betreiber Umsatz­steuern abführen. Die Steuern stellen sie aber zuvor dem Netz­betreiber in Rechnung und leiten sie nur weiter. Sitzen bleiben sie nur auf der Umsatz­steuer, die sie auf den selbst­genutzten Strom zahlen müssen. Sie beträgt 19 Prozent auf die Differenz zwischen der Einspeise­vergütung und der Vergütung für den selbst­genutzten Strom. Beispiel: Die Einspeise­vergütung beträgt 34,05 Cent, die Vergütung des Eigen­verbrauchs 17,67 Cent pro kWh. Auf die Differenz von 16,38 Cent muss der Haus­eigentümer 19 Prozent, also 3,11 Cent Umsatz­steuer bezahlen. Im Jahr der Inbetrieb­nahme und im Folge­jahr fordert das Finanz­amt die Umsatz­steuer­vor­anmeldung monatlich, danach alle drei Monate. Der Aufwand dafür ist meist gering.

Die Einkommensteuer

Den Gewinn oder Verlust aus ihrem Betrieb müssen Eigentümer in der Einkommensteuererklärung ermitteln. Einnahmen sind die vom Netz­betreiber gezahlte Vergütung und Umsatz­steuer sowie die vom Finanz­amt erstattete Umsatz­steuer. Bei selbst­genutztem Strom zählen auch die ersparten Strom­kosten dazu. Betriebs­ausgaben sind abge­führte Umsatz­steuern, Versicherungs­beiträge, Reparatur-, Wartungs- und ­Kredit­kosten sowie die Abschreibung. Betreiber einer Fotovoltaikanlage können 20 Jahre lang jähr­lich 5 Prozent der Anschaffungs­kosten abschreiben (lineare Abschreibung). Wird die Anlage noch im Jahr 2010 installiert, können sie statt­dessen auch die degressive Abschreibung wählen. Dann erkennt das Finanz­amt jähr­lich 12,5 Prozent des rechnerischen Rest­wertes der Anlage an. Die Abschreibungen sind dann in den ersten sieben bis acht Jahren höher, danach geringer als bei linearer Abschreibung.

Im Jahr der Anschaffung erkennt das Finanz­amt in beiden Fällen eine Sonder­abschreibung bis zu 20 Prozent der Anschaffungs­kosten an. Die Sonder­abschreibung kann auch beliebig auf die ersten fünf Jahre verteilt werden. Vor allem in den ersten Jahren führen Abschreibungen und Zinsen oft zu steuerlichen Verlusten, die das zu versteuernde Einkommen senken. Eine Steuerbelastung tritt erst später ein, wenn der Eigentümer mit der Anlage steuerliche Über­schüsse erwirt­schaftet.

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