Technik: Eigen­verbrauch besser steuern

Für Betreiber einer neuen Solar­strom­anlage lohnt es sich, so viel Strom wie möglich selbst zu verbrauchen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Je nach Wetter, Jahres- und Tages­zeit liefert die Anlage höchst unterschiedliche Strommengen – mal zu wenig, mal viel mehr, als der Haus­eigentümer für sich selbst benötigt. Die Solar­branche bastelt daher an tech­nischen Lösungen, die helfen, den Eigen­verbrauchs­anteil zu erhöhen.

Daten­logger schaltet Wasch­maschine eine

Auf einer Fach­messe in München gab es Anfang Juni die ersten Geräte zu sehen. Die Firma Meteocontrol und der Solarmodul­hersteller Conergy wollen noch in diesem Jahr sogenannte Daten­logger auf den Markt bringen, die Haus­technik und Solar­strom­anlage miteinander verknüpfen. Die Geräte zeigen an, wie viel Strom zurzeit im Haus verbraucht und wie viel Solar­strom auf dem Dach erzeugt wird. So kann der Haus­eigentümer verbrauchs­intensive Haus­halts­geräte zielsicher immer dann betreiben, wenn ausreichend Solar­strom zur Verfügung steht. Das Meteocontrol-Gerät kann sogar so programmiert werden, dass es die Wasch­maschine oder den Trockner zum optimalen Zeit­punkt selbst einschaltet. Aktuelle Wetter­daten liefert eine eigens verlegte Daten­leitung. 700 bis 800 Euro sollen die Geräte laut ­Firmen­angaben kosten, hinzu kommen die Kosten für die Montage.

Akkus speichern Rest­strom

Die Firma Solarworld hat angekündigt, Akkus auf den Markt zu bringen, die den über­schüssigen Solar­strom vor Ort zwischenspeichern und zum Beispiel am Abend wieder abgeben. Der Wechsel­richter­hersteller SMA hat bereits verschiedene Akkus im Programm, die bislang aber nur als Notstrom­aggregate zur Über­brückung von Strom­ausfällen im Einsatz sind. Sie sollen demnächst auch als Stromspeicher für den Eigen­verbrauch verkauft werden. Preise nennen die Unternehmen vor­erst nicht. Solarworld hat lediglich angekündigt, die Akkus eine Zeit­lang unter Herstellungs­kosten anzu­bieten, um sie leichter auf dem Markt einführen zu können.

Tipp

Ob und wann sich die Anschaffung solcher Geräte lohnt, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Haus­eigentümer müssen sich aber nicht schon beim Kauf ihrer Solar­anlage entscheiden. Akkus und Daten­logger können sie auch nach­träglich an ihre Anlage anschließen. Ihren Eigen­verbrauch können sie außerdem auch ohne Hightechgeräte steuern. Viele Haus­halts­geräte können zum Beispiel so programmiert werden, dass sie sich mittags einschalten. Oft reicht dazu auch eine simple Zeit­schalt­uhr.

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