Solar Millennium insolvent Meldung

Der Solarkraftwerksentwickler Solar Millennium AG hat Insolvenz ange­meldet. Anleger des Unter­nehmens müssen um ihre Einlagen fürchten. Finanztest hatte wiederholt vor den frag­würdigen Beteiligungs­angeboten des Unter­nehmens aus Erlangen gewarnt.

Insolvenzverwalter will Unternehmen fortführen

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Volker Böhm vom Nürnberger Büro der Insolvenzverwaltungskanzlei Schultze & Braun. Böhm macht sich derzeit ein Bild der Lage der Unternehmens. Er will prüfen, ob eine Fortführung des Geschäftsbetriebs im vorläufigen Insolvenzverfahren möglich ist. Zudem will Böhm kurzfristig Kontakt zu den wichtigsten Projekt- und Geschäftspartnern des Unternehmens aufnehmen.

Projekte haben sich verzögert

Nach Aussagen von Solar Millennium AG musste der Insolvenzantrag gestellt werden, weil es bei wesentlichen Projekten des Unternehmens Verzögerungen gab www.solarmillennium.de. Das Projekt, das Solarkraftwerk Ibersol in Spanien unter anderem mit 66 Millionen Euro Anlegergeld zu finanzieren, ist offenbar gescheitert. Das Unternehmen konnte dafür nicht genug Geld einsammeln.

Anlegergeld liegt auf Eis

Solar Millennium hat das Beteiligungsangebot deshalb beendet. Es soll aber weiter versucht werden, Finanzierungspartner für das Projekt zu gewinnen. Was mit dem bereits gezahlten Geld der Anleger des Ibersol Fonds passiert, ist noch offen. Das Geld soll in voller Höhe auf einem Treuhandkonto der Ibersol Fonds GmbH & Co. KG liegen.

Anleihezeichner müssen um ihr Geld fürchten

Für Anleger, die sich über die Andasol Fonds GmbH und Co. KG an dem solarthermischen Parabolrinnen Kraftwerk Andasol 1-3 in spanischen Andalusien beteiligt haben, sieht es dagegen weniger gut aus. Sie müssen angesichts der prekären Finanzsituation der Solar Millennium, die an dem Projekt beteiligt ist, um ihr Geld bangen.

Was können Anleger tun?

Betroffene Anleger müssen erstmal gar nichts tun. Im Fall einer Pleite des Unternehmens werden sie vom Insolvenzverwalter angeschrieben. Sie haben dann einige Wochen Zeit, um ihre Ansprüche bei der Insolvenzverwaltung anzumelden. Ob sie Geld wiederbekommen, hängt davon ab, wie viel Vermögen die Gesellschaft noch hat. Allerdings werden die Ansprüche von Anlegern grundsätzlich erst befriedigt, wenn Lohn- und Gehälter aller Beschäftigten gezahlt worden sind. Meist gehen Anleger bei solchen Insolvenzverfahren leer aus.

[Update 23.12.2011] Insolvenzverwalter gibt Antwort

Anleger, die sich an Tochterunternehmen oder Fonds der Solar Millennium beteiligt haben, werden Anfang Januar Auskünfte zu ihren Anlagen erhalten. Derzeit sei die Situation noch zu unübersichtlich, um konkrete Aussagen zu den Anlagen zu machen, erklärte ein Sprecher des Insolvenzverwalters. Wichtige Fragen zum Verfahren beantwortet die Insolvenzverwaltung auf ihrer Homepage.
[Ende Update]

Finanztest hatte gewarnt

Finanztest hatte Anleger sowohl vor Beteiligungen an den Andasol Fonds Grüne Geldanlage: Öko kommt oft teuer als auch an dem Fonds Ibersol Grüne Geldanlage: Grüne Versprechen gewarnt. Bei Andasol hatte Finanztest die komplizierte und undurchsichtige Konstruktion der Beteiligung sowie die Kosten kritisiert. Anleger beteiligten sich nämlich nicht direkt am Kraftwerk, sondern investierten ihr Geld über eine Fondsgesellschaft mittels eines Genussrechtes in eine Kraftwerks GmbH. Vor einer Beteiligung am Ibersol Fonds der Solar Millennium hatte Finanztest unter anderem gewarnt, weil die Gesellschaft Anfangskosten von über 30 Prozent der Anlagesumme kassierte.

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