Solanin in Tomaten und Kartoffeln Meldung

Tomaten und Kartoffeln sind gesund, nicht aber ihre grünen Stellen. Sie enthalten giftiges Solanin. Wie viel ist verträglich?

Solanin: Das hitzebeständige Naturgift steckt vor allem in Nachtschattengewächsen (Solanaceae) wie Tomaten, die nicht ausgereift sind. Betroffen sind auch Kartoffeln mit grünen Stellen und Keimen, die nach zu heller und zu warmer Lagerung entstehen. Übelkeit bis zum Erbrechen und Krämpfe können Folgen einer Überdosis Solanin sein – ab 400 Milligramm kann es tödlich wirken.

Tomaten: Schon 25 Milligramm Solanin machen sich unangenehm bemerkbar – so viel kann in einer unreifen Tomate (80 Gramm) stecken. Bei halbreifen Früchten sinkt der Gehalt auf weniger als harmlose 2 Milligramm.

Grüne Tomatenspezialitäten: Vor allem US-Amerikaner und Südeuropäer lieben das saure Aroma von grünen Tomaten. Traditionell handelt es sich dabei um unreife Restfrüchte, die am Ende der Ernte pur oder eingelegt noch zu Ehren kommen. Wer darauf schwört, sollte sich auskennen. Einige Löffel Zucker können etwa in Konfitüre aus grünen Tomaten das Solanin um rund 35 Prozent auf unbedenkliche Gehalte reduzieren. Durch Gärung verschwindet ein Teil des Solanins in milchsauer eingelegten grünen Tomaten. Mehr als 100 Gramm davon sollte man dennoch nicht essen. Als gesundheitlich kritisch aber gelten süßsauer eingelegte und gebratene grüne Tomaten. Es sei denn, man findet für diese Rezepte seltene Züchtungen wie die Green-Zebra-Tomate. Sie hat reif eine grüne Haut und enthält kaum Solanin.

Kartoffeln: In und unter grünen Stellen auf der Schale sowie rund um Keime herum kann sich bis zu 35 Milligramm Solanin pro 100 Gramm konzentrieren. Es steckt nur außen und durchdringt die Kartoffeln nicht.

Tipps: Schneiden Sie grüne Stellen und Keime großzügig aus, denn Solanin verflüchtigt sich nicht beim Kochen. Kartoffeln am besten bei 5 ° bis 10 ° Celsius im Keller lagern. Grüne Tomatenspezialitäten sollten Erwachsene nur als Häppchen genießen, Kinder am besten gar nicht.

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