Sojadrinks im Test: Siebenmal gut, fünf­mal zu viel Schad­stoffe oder Keime

Wo die Sojabohnen herkommen

Gerodete Regenwälder im Amazonas, gentech­nisch veränderte Pflanzen, Kraft­futter für Massentierhaltung: Mit dem Anbau von Soja ist viel Negatives verbunden. Sind die Sojadrinks im Test betroffen? Aus welchem Land, von welchen Bauern kam das Soja? Wir baten die Anbieter um Belege.

Meist aus Europa

Sojadrinks im Test - Siebenmal gut, fünf­mal zu viel Schad­stoffe oder Keime

Heimischer Anbau. Er nimmt an Bedeutung zu. Zu sehen ist ein Mähdrescher bei der Ernte in Baden-Württem­berg.

Alle antworteten – nur der Importeur von Drinho nicht, dem Soja­getränk aus dem Asiamarkt. Rewe und dm bezogen Bohnen aus Kanada, jeweils Biosoja. Alle anderen Produkte enthalten Bohnen aus Europa: sechs aus Frank­reich, drei aus Österreich, zwei aus Italien. Der Drink vom Hofgut Storzeln, einem Anbieter in Nähe des Boden­sees, basiert auf heimischen Bohnen.

Alpro und Natumi stark

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Prüfender Blick. Ein Forscher schätzt den Zustand der Frucht ein. Später wird sie auf Eiweiß- und Ölgehalt untersucht.

Anbieter wie Alpro und Natumi, die zugleich Hersteller sind, konnten gut lückenlose Beweise vom Handel bis zu den Land­wirten vorlegen. Beide produzieren noch für andere: Alpro etwa für Discounter Lidl. Auch dessen Sojadrink konnte der Markt­führer aus Belgien voll­ständig zurück­verfolgen. Lückenlose Belege legten auch Allos, Alnatura und dm vor, ebenso Edeka – für sich selbst und für seine Discount­tochter Netto Marken-Discount.

Einigen fehlten Belege

Dagegen haperte es mit Nach­weisen bei Aldi Süd, Berief und Rewe – sie konnten die Land­wirte nicht ausreichend belegen. Hofgut Storzeln konnte zwar nach­weisen, dass er Sojabohnen von Land­wirten aus der Bodensee-Region erhält, Belege für die weitere Verarbeitung ließen sich aber nicht immer gut zuordnen. Zweifel am angegebenen Herkunfts­land haben wir jedoch bei keinem Drink.

Biohersteller im Vorteil

Viele Sojadrinks waren biozertifiziert. Biohersteller müssen Lieferanten sorgfältig auswählen. Gentechnik ist tabu.

Klimakiller in Übersee

Nur etwa 10 Prozent des welt­weiten Sojas wird zu Lebens­mitteln verarbeitet, satte 80 Prozent zu preis­wertem Futter für Schweine, Rinder und Geflügel. Um Anbauflächen zu gewinnen, werden in Südamerika tropische Wälder vernichtet. Die Abholzung wirkt sich negativ auf das Klima aus, vertreibt Urein­wohner und dezimiert Tier­arten. Produzenten, die von dort Soja beziehen, sind an dieser Entwick­lung beteiligt. Um Nutztiere in Deutsch­land mit Soja­schrot zu versorgen, ist in Übersee eine Fläche von etwa 2,5 Millionen Hektar erforderlich – das ist größer als Meck­lenburg-Vorpommern, sagen Zahlen der Umwelt­schutz­organisation WWF.

Gentechnik dominiert

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Bereit zur Weiterver­arbeitung. Nach der Ernte werden die Bohnen verpackt und an Lebens­mittel­produzenten geliefert.

77 Prozent des welt­weit angebauten Sojas ist gentech­nisch verändert. Viele der Pflanzen sind resistent gegen Glyphosat. Das Unkrautbekämpfungs­mittel wird oft groß­flächig einge­setzt – das kann die Umwelt und die Gesundheit des Menschen belasten. Ob Glyphosat Krebs erzeugt, ist hoch umstritten. Das deutsche Bundes­institut für Risiko­bewertung stuft es als nicht krebs­er­regend ein – die Interna­tionale Agentur für Krebs­forschung dagegen als wahr­scheinlich krebs­er­regend. Solange eine Krebs­gefahr nicht auszuschließen ist, bewerten wir Glyphosat als uner­wünscht. Im Test wiesen wir es lediglich in der Drinho Soya Bean Milk nach – und das in geringer Menge.

Gärtner suchen mit

Seit Jahren wachsen auch in Europa die Anbauflächen für Soja, zum Beispiel in Süddeutsch­land. Aktuell läuft das Projekt „1 000 Gärten“ des Tofu-Herstel­lers Taifun und der Uni Hohen­heim. Landes­weit tüfteln Hobby­gärtner, wo Sojasorten gut gedeihen.

Fazit: Die Herkunft der Drinks im Test ist unkritisch.

Die Bohnen kommen aus Europa oder aus Biozucht in Kanada. Für Drinho können wir es nicht einschätzen. Wem die Umwelt am Herzen liegt, der bevor­zugt Soja­produkte aus Europa. Bei Bioware ist zudem Gentechnik verboten.

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