Sojadrinks im Test Test

Erinnert an Milch, ist aber keine. Sojadrinks sind meist dunkler und schme­cken typisch nach Sojabohne.

Sojadrinks sind die Nummer eins unter den Milchalternativen und gelten als gesund. Zu Recht? Die Stiftung Warentest hat 15 Getränke – Marken wie Alpro, Handels- und Drogeriemarken, ein Getränk aus einem Asiamarkt – auf Geschmack, Nähr­werte und Schad­stoffe geprüft. Über­raschend: Jeder dritte Drink fiel durch. Das lag an Nickel, Chlorat und einem Keim. Sieben Soja­getränke bekommen die Note Gut. Die Preise der getesteten Sojadrinks liegen zwischen 0,95 und 2,34 Euro pro Liter.

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TestSojadrinks im Test16.08.2018
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Milch­ersatz­getränke verkaufen sich gut

Wer sich gesund ernähren möchte und Abwechs­lung schätzt, greift auch zu Milch­ersatz­getränken. Das Segment boomt seit Jahren: 2017 stieg der Gesamt­umsatz um rund 19 Prozent. Am beliebtesten sind Sojadrinks, auch wenn Getränke auf Nuss- oder Getreidebasis ihnen Konkurrenz machen. Ihr Vorteil: Ein Glas Sojadrink liefert fast so viel Eiweiß wie Voll­milch – Mandel- oder Haferdrinks schaffen das nicht. Im Test standen 15 verkaufs­starke Sojadrinks der Geschmacks­richtung Natur – mit und ohne Kalzium­anreicherung. 12 tragen ein Biosiegel.

Das bietet der Sojadrink-Test der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse. Unsere Tabelle zeigt Bewertungen für 15 Sojadrinks mit und ohne Kalzium­anreicherung, darunter bekannte Marken wie Alnatura, Alpro und dm. Getestet wurden neben Geruch, Geschmack und Mund­gefühl auch die ernährungs­physiologische Qualität (etwa Eiweiß- und Kalzi­umgehalt) und die mikrobiologische Qualität. Außerdem wurden die Drinks auf kritische Stoffe wie Nickel, Kadmium und Chlorat untersucht.

Hintergrund und FAQ. Wir sagen, wie gut die Anbieter die Herkunft ihrer Bohnen belegen können, wie stark gentech­nisch verändertes Soja verwendet wird und inwiefern das Pflanzen­schutz­mittel Glyphosat ein Problem ist. Außerdem klären wir, wie sich Sojadrinks in der Küche einsetzen lassen, ob sie für Säuglinge ein guter Milch­ersatz sind, und was die im Test gefundenen Nickelspuren für Allergiker bedeuten.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus test 8/2018.

dm-Sojadrink ungenieß­bar und vom Markt genommen

Knapp jeder zweite Sojadrink schneidet im Test gut ab. Die Produkte sind gut im Geschmack, liefern wert­volle Nähr­stoffe und enthalten keine bedenk­lichen Schad­stoff­gehalte. Pro Liter kosten sie zwischen 95 Cent und 2,34 Euro. Für 5 der 15 Drinks heißt es jedoch: Mangelhaft. Darunter der Bio Soja Drink Calcium von dm: Er entpuppte sich als ungenieß­bar. Ursache war der Keim Cellulosimicrobium cellulans. Er gilt als sehr stoff­wechsel­aktiv und kann Nähr­stoffe zu neuen Verbindungen umbauen – bei sensiblem Darm könnten diese zu Unwohl­sein führen. Vom Verzehr raten wir ab. Wir informierten dm während der Test­phase über den Fund. Der Anbieter nahm die betroffene Charge im April 2018 aus dem Verkauf (Sojadrink von dm im Test: Nicht zum Verzehr geeignet).

Sojamilch oder Sojadrink?

Umgangs­sprach­lich ist oft von „Sojamilch“ die Rede. Doch eine EU-Verordnung regelt, dass nur Produkte, die durch Melken gewonnen werden, als Milch bezeichnet werden dürfen. Daher muss auf der Verpackung grund­sätzlich „Sojadrink“ stehen.

Mangelhaft: Bereits ein Glas liefert zu viel Nickel oder Chlorat

Den anderen mangelhaften Soja­getränken wurden hohe Nickel- oder Chlorat­gehalte zum Verhäng­nis: Trinkt ein 60 Kilo schwerer Erwachsener pro Tag ein Glas davon, nimmt er mehr Nickel oder Chlorat auf, als die Europäische Behörde für Lebens­mittel­sicherheit gutheißt. Die Verunreinigung mit Chlorat könnte während des Produktions­prozesses statt­gefunden haben. Nickelfunde haben dagegen meist einen natürlichen Ursprung: Die Soja­pflanze nimmt das Schwer­metall aus dem Boden auf und speichert es. Es kann aber auch über Produktions­prozesse und Luft­verschmut­zung in Lebens­mittel gelangen. Unser Test zeigt: Das Biosiegel schützt nicht vor hohen Schad­stoff­belastungen: Alle sehr stark nickelhaltigen Sojadrinks tragen eins.

Vorteil für Sojadrinks mit Kalzium

Im Prüf­punkt ernährungs­physiologische Qualität bewerteten die Lebens­mittel­experten auch, inwiefern 250 Milliliter Sojadrink eine geeignete Zwischenmahl­zeit für Kinder, Jugend­liche und Erwachsene sind. Da Soja von Natur aus kaum Kalzium mitbringt, schneiden die Drinks mit Kalzium­zusatz tendenziell besser ab. Ein Glas davon deckt etwa ein Drittel des Tages­bedarfs an Kalzium eines Erwachsenen. Mit oder ohne Kalzium – mehrere der Drinks im Test gibt es in beiden Varianten im Handel. Wir wählten die aus, die unseren Recherchen nach häufiger im Laden zu finden ist. Vor allem für Veganer sind angereicherte Sojadrinks die bessere Wahl.

Was Soja von Natur aus mitbringt

Fast gleich­auf bei Eiweiß, weniger Zucker, güns­tigere Fette: Selbst Sojadrinks ohne Zusätze haben im Vergleich zur Voll­milch einiges zu bieten. Den meisten im Test wurde noch Zucker und Kalzium zugesetzt.

Sojadrinks im Test Test

Quellen: Für Sojadrinks berechnete Mittel­werte der Produkte im Test. Für die Berechnung des Zucker­gehalts legten wir Produkte ohne Zucker­zusatz zugrunde, für die Berechnung von Kalzium, Magnesium, Eisen und Jod Produkte ohne Kalzium­anreicherung.
Für Milch nutzten wir die Daten­bank Bundes­lebens­mittel­schlüssel. Alle Zahlen gerundet.

Herkunft der Sojabohnen: Fast alle Anbieter zeigen sich trans­parent

Mit dem Anbau von Soja wird viel Negatives verbunden – etwa gerodete Regenwälder in Südamerika, der Einsatz von Gentechnik und Pflanzen­schutz­mitteln oder die Verarbeitung der Sojabohnen zu Kraft­futter für die Massentierhaltung. Sind die Sojadrinks im Test von solchen Auswirkungen betroffen? Aus welchem Land und von welchen Bauern kam das Soja? Wir baten die Anbieter im Test um schriftliche Belege für Herkunft und Lieferkette. Bis auf eine Ausnahme zeigten sich alle trans­parent: Nur beim Getränk aus dem Asiamarkt, der Soya Bean Milk von Drinho, blieb die Herkunft der Sojabohnen unklar.

Nutzer­kommentare, die vor dem 25. Juli 2018 gepostet wurden, beziehen sich auf eine frühere Unter­suchung.

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