Finger weg von gebrauchter Software? Ob Programme aus zweiter Hand legal gekauft werden dürfen, ist umstritten. Laut Urheberrecht hat der Hersteller das alleinige Recht, seine Ware zu verbreiten. Nun hat das Oberlandesgericht München entschieden (Az. 6 U 1818/06): Es kommt darauf an, ob die Software „körperlich“ gehandelt wird, also zum Beispiel auf CD oder DVD, oder ob sie aus dem Internet geladen wurde. Bei Software auf festen Datenträgern hat sich das Verbreitungsrecht des Herstellers mit dem Erstverkauf erschöpft. Sie kann also legal weitergegeben werden. Wenn aber der Erstkäufer nur einen Freischalt-Key oder eine Lizenz zum Herunterladen erworben hatte, darf das Programm nicht ohne Zustimmung des Herstellers verkauft werden. Wer es dennoch erwirbt, muss mit Schadenersatzforderungen rechnen.

Tipp: Fragen Sie beim Lizenzen-Onlinekauf, ob es das Programm auf CD oder DVD gibt. Sichern Sie sich auch das Recht auf Updates.

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