Softshelljacken Test

Die neuen Outdoorjacken sollen wahre Alleskönner sein. Robust und elastisch, dabei Wind und Wasser abweisend, atmungsaktiv und wärmeisolierend.

Etwas Warmes braucht der Wanderer. Besonders in der Übergangszeit im Herbst und im Frühjahr muss er sich Gedanken um die richtige Bekleidung machen. Leicht und möglichst klein zu verpacken soll die Jacke sein. Für die Morgenstunden empfiehlt sich etwas kuschelig Warmes. Damit man darin beim langen Anstieg keinen Hitzestau bekommt, ist gleichzeitig eine gute Atmungsaktivität wichtig. In der Höhe frischt der Wind oft auf. Jetzt ist ein guter Schutz vor Zugluft gefragt, damit der (verschwitzte) Körper nicht auskühlt. Selbst ein Regenschauer kann die Freude an der gesunden Bewegung in frischer Luft nicht vermiesen, wenn man auch für diesen Fall gerüstet ist und die richtige Jacke dabeihat.

All diese Anforderungen sollen die neuen Softshelljacken erfüllen: Sie verbinden eine wärmende Innenschicht mit einer schützenden Außenschicht. Wie der Name andeutet, sind die Jacken weich und elastisch. Sie kombinieren die Wärmeisolation einer Fleecejacke mit einer robusten Außenschicht, die abriebfest, winddicht oder Wind abweisend und Wasser abweisend ist. Einige Modelle haben zwischen Außen- und Innenschicht eine Membran oder Beschichtung.

Eher kurz und körpernah geschnitten

Softshelljacken Test

Aufbau einer Softshell
1
Strapazierfähiger Oberstoff.
2 Mikroporöse Membran.
3 Wärmeisolierende Innenschicht.

Aufbau einer Softshell
1
Strapazierfähiger Oberstoff.
2 Mikroporöse Membran.
3 Wärmeisolierende Innenschicht.

Softshelljacken eignen sich für allerlei Aktivitäten an der frischen Luft, wie für Nordicwalking oder Wandern, fürs Radfahren ebenso wie für den Skilanglauf.

Im Unterschied zu herkömmlichen Funktionsjacken sind Softshells eher kurz und körpernah geschnitten. Das elastische Material und die Verarbeitung sorgen dafür, dass es dennoch nirgends kneift. Ärmelbündchen mit Gummizug, Klettverschluss oder Druckknopf, ein verlängertes Rückenteil und ein verstellbarer Schnürzug im unteren Saum schützen vor eindringender Zugluft. Andererseits verhindern bei einigen Achselreißverschlüsse und Netztaschenbeutel bei geöffneten Reißverschlüssen den Hitzestau.

13 Jacken von 70 bis 230 Euro

Softshelljacken Test

Nach der Waschprüfung: Gut imprägniert - Regen perlt ab...

Die neuen Hightechtextilien sind erheblich teurer als Fleecejacken. Rund 70 bis 230 Euro kosten die 13 Softshelljacken im Test. Da fragt sich, ob sie ihr Geld wert sind. Zum Vergleich haben wir exemplarisch auch zwei Fleecejacken – eine für 15, die andere für 60 Euro – ausge­wählt und mitgetestet (siehe Text „Winddicht und atmungsaktiv“).

Schutz vor Wind und Regen

Softshelljacken Test

... hier muss nachimprägniert werden.

Im Unterschied zu Fleecejacken bieten Softshells den besseren Schutz vor Wind und Regen. Jacken mit Membranen und Beschichtungen sollten winddicht sein, während Jacken, die darüber nicht verfügen, mehr oder weniger Wind abweisend sind. Jacken mit Membran oder Beschichtung boten im Test mit zwei Ausnahmen guten bis sehr guten Regenschutz. Komplett wasserdicht sind die geprüften Softshelljacken aber nicht. Die Gründe: Beim Vernähen wird die Membran durchstochen und die Nähte sind bei den geprüften Jacken nicht mit einem Klebeband (Tape) verschweißt. Jacken ohne Beschichtung oder Membran können durch sorgfältiges Imprägnieren ordentlich Wasser abweisend ausgerüstet werden. Perlt der Regen nach einigen Wäschen nicht mehr ab, muss mit Spray nachimprägniert werden (siehe Test Imprägniermittel).

TIPP: Die Wasser abweisende Ausrüstung kann nach dem Waschen im elektrischen Wäschetrockner oder durch Bügeln bei geringer Hitze reaktiviert werden. Achten Sie jedoch auf die Pflegekennzeichnung. Manche Anbieter erlauben weder das Bügeln noch das Trocknen.

Dick und warm oder dünn und luftig

Dicke und Qualität des Materials bestimmen die Atmungsaktivität der Jacke. Je dicker, desto weniger dampfförmiger Schweiß kann entweichen. Hochwertige Materialien gewährleisten trotzdem einen ausreichenden Dampfdurchlass. Um die Atmungsaktivität unabhängig von der Materialdicke anzugeben, haben wir auch den Wasserdampfdurchgangsindex bewertet. Oft wird angenommen, dass Jacken mit Membran oder Beschichtung weniger atmungsaktiv wären als Jacken, die darüber nicht verfügen. Unser Test zeigt, dass eine gute Membran, zum Beispiel der Gore-Windstopper, genauso atmungsaktiv ist wie eine Jacke ohne Membran. Die Atmungsaktivität der Globetrotter/Four Seasons Yoho und der Columbia Ice Fall war allerdings nur „mangelhaft“.

Auch die Wärmeisolation hängt von der Dicke des Materials ab. Die Jack Wolfskin Black Magic ist deutlich dicker und damit wärmer als alle anderen Jacken im Test, die North Face Apex 1 ist deutlich dünner und damit weniger warm. Das Wärme- und Kälteempfinden ist von Mensch zu Mensch verschieden. Auch die Art und Intensität des ausgeübten Sports bestimmen, ob sich eine dickere Jacke mit hoher Wärmeisolation oder eine leichte, dünnere besser eignet. Outdoorjacken funktionieren ohnehin als System mit der entsprechenden Unterbekleidung. So verhindert Funktionsunterwä­sche zwar nicht das Schwitzen, begünstigt aber den Feuchtetransport nach außen.

Probleme nach dem Waschen

Die Waschprüfung der Softshelljacken förderte einige Mängel zutage, die Käufer solch hochpreisiger Artikel nicht erwarten. Bei der Globetrotter/Four Seasons Yoho löste sich schon nach der fünften Wäsche der Oberstoff von der Innenschicht. Die Oberfläche zog außerdem Fäden und wurde durch Pilling (Knötchenbildung) unansehnlich. Die Verbindung von Außen- und Innenstoff war auch bei der Columbia Ice Fall ein Schwachpunkt. Nach 15 Wäschen zeigte die Oberfläche kleine Bläschen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2603 Nutzer finden das hilfreich.