So haben wir getestet

Wir haben 32 Angebote für sofort beginnende Renten­versicherungen untersucht. Für zwei Tarife haben wir kein Finanztest-Qualitäts­urteil vergeben, da sie nur für die Honorarberatung angeboten werden. Dabei fällt je nach Berater ein zusätzliches Honorar an.

30 Tarife haben ein Finanztest-Qualitäts­urteil erhalten. Berück­sichtigt haben wir die klassische Variante (ohne Fonds­investment) mit festen Renten­zusagen bei Vertrags­schluss. Die Renten­zusage haben wir anhand von Modell­kunden beur­teilt: Die Männer und Frauen in unserem Modell sind am 30. Oktober 1950 geboren. Ihr Einmalbeitrag beträgt 100 000 Euro. Die erste Rente soll der Versicherer am 1. November 2015 zahlen, nach dem 65. Geburts­tag. Die Rente fließt lebens­lang. Sie soll aber mindestens 20 Jahre lang ausgezahlt werden, selbst wenn der Kunde vorher stirbt (Renten­garan­tiezeit).

Abwertung

Lautete das Urteil für die Renten­zusage ausreichend, konnte das Finanztest-Qualitäts­urteil maximal eine Note besser sein.

Renten­zusage (50 %)

Wir haben die Rente im ersten Jahr bewertet. Sie ist über die gesamte Vertrags­lauf­zeit garan­tiert. Über­schüsse werden zur Erhöhung der garan­tierten Rente verwendet. Deshalb ist davon auszugehen, dass diese Rente in den Folge­jahren höher ausfällt als die für das erste Jahr angegebene Rente.

Anla­geerfolg (40 %)

Der Anla­geerfolg gibt an, wie viel ein Versicherer mit dem Kunden­guthaben erwirt­schaftet und wie viel er den Kunden vom Ertrag gutgeschrieben hat. Wir haben die Ergeb­nisse der vergangenen drei Jahre berechnet. Das Ergebnis von 2014 geht mit 50 Prozent ein, das von 2013 mit 30 und der Wert von 2012 mit 20 Prozent. Die 2011 einge­führte Zins­zusatz­reserve haben wir nicht als Kunden­ertrag berück­sichtigt, da es sein kann, dass sie nur künftige Zins­garan­tien stützt und keinen zusätzlichen Anla­geerfolg für den Kunden bedeutet.

Trans­parenz (10 %)

Wir haben die Informationen zu den Angeboten ausgewertet, die sich aus den vor Vertrags­schluss ausgehändigten Unterlagen ergeben.

Wichtig waren uns grund­sätzlich klare Angaben zum Verlauf der Rente. Zudem sollten die Angaben zu den Renten­verläufen die geforderte Mindest­lauf­zeit (20 Jahre) berück­sichtigen. Der Versicherer sollte zwei Hoch­rechnungen liefern: Im einen Fall bleibt die Über­schuss­beteiligung so hoch wie heute, im zweiten Fall wird die Über­schuss­beteiligung künftig geändert.

Wir haben ferner die Angaben zur Über­schuss­beteiligung geprüft. Der Versicherer sollte den Kunden das Über­schuss­system nicht bloß erklären, vielmehr sollte er in den Vertrags­unterlagen auch die Über­schuss­höhe ausweisen. Hierzu zählt beispiels­weise die Höhe des Steigerungs­satzes der Rente (Dynamik­satz) und die Höhe der Gesamt­verzinsung. Da die Versicherer nicht nur den Beitrag, sondern auch die Über­schüsse in eine Rente umrechnen, haben wir auch untersucht, inwieweit sie über ihre Rechnungs­grund­lagen informieren. Hierzu zählen Angaben zum Rechnungs­zins und zur angenom­menen Sterb­lich­keit.

Zudem haben wir uns dafür interes­siert, inwieweit die Versicherer Gebühren und Kosten angeben. Da die einmaligen und laufenden Kosten grund­sätzlich im Beitrag berück­sichtigt sind, sollten die Versicherer die Kunden darüber besonders umfang­reich informieren. Hierzu zählen absolute Darstel­lungen in Euro und Cent, aber auch prozentuale Angaben. Zudem können die Versicherer die Kosten mittels Kostenquoten oder Renditekenn­zahlen offenlegen und erklären.

Option auf Kapitalzahlung

Der Kunde kann nach Renten­beginn einen einmaligen Kapital­betrag bis zur Höhe der vereinbarten Todes­fall­leistung entnehmen. Auch Kapitalzah­lungen in Höhe des vorhandenen Kapitals oder eines vom Versicherer berechneten Rück­kaufs­wertes sind möglich.

Pflege­option

Bei Pflegebedürftig­keit können sich die Renten­leistungen erhöhen. Die Option ist bereits im Renten­versicherungs­tarif enthalten oder als Vereinbarung in das Angebot mit einge­rechnet.

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