So haben wir getestet

Im Test

Wir haben 36 Angebote für sofort beginnende Renten­versicherungen untersucht. Berück­sichtigt haben wir die klassische Variante (ohne Fonds­investment) mit festen Renten­zusagen bei Vertrags­schluss.

Renten­zusage (50 %)

Wir haben die Rente im ersten Jahr bewertet. Sie ist über die gesamte Vertrags­lauf­zeit garan­tiert. Die Renten­zusage haben wir anhand von Modell­kunden beur­teilt: Die Männer und Frauen in unserem Modell sind am 30. Oktober 1948 geboren. Ihr Einmalbeitrag beträgt 60 000 Euro. Die erste Rente soll der Versicherer am 1. November 2013 zahlen, also nach dem 65. Geburts­tag. Die Rente fließt lebens­lang. Sie soll aber mindestens 20 Jahre lang ausgezahlt werden, selbst wenn der Kunde vorher stirbt (Renten­garan­tiezeit). Über­schüsse werden zur Erhöhung der garan­tierten Rente verwendet. Deshalb ist davon auszugehen, dass diese Rente in den Folge­jahren höher ausfällt als die für das erste Jahr angegebene Rente.

Anla­geerfolg (40 %)

Der Anla­geerfolg gibt an, wie viel ein Versicherer mit dem Kunden­guthaben erwirt­schaftet hat und wie viel vom Ertrag er den Kunden gutgeschrieben hat. Wir haben die Ergeb­nisse der vergangenen drei Jahre berechnet. Das Ergebnis von 2012 ging mit 50 Prozent ein, das von 2011 mit 30, der Wert von 2010 mit 20 Prozent.

Trans­parenz (10 %)

Wir haben die Informationen zu den Angeboten ausgewertet, die sich aus den vor Vertrags­schluss ausgehändigten Unterlagen ergeben.

Wichtig waren die Angaben zu den Kosten. Sie sollten nach­voll­zieh­bar, voll­ständig und in Euro und Cent angegeben werden. Wir haben auch geschaut, ob der Versicherer offenlegt, wie viel vom Beitrag für Kosten abgeht (Kostenquote) und ob er beispiels­weise angibt, wie die Kosten die Rendite mindern.

Wichtig waren uns außerdem klare Angaben zum Verlauf der Rente und zum Kapital­verlauf oder zum Verlauf der Todes­fall­leistungen. Zudem sollten die Angaben zu den Renten­verläufen die geforderte Mindest­lauf­zeit (20 Jahre) berück­sichtigen. Der Versicherer soll zwei Hoch­rechnungen liefern: Im einen Fall bleibt die Über­schuss­beteiligung so hoch wie heute, im zweiten Fall wird die Über­schuss­beteiligung künftig geändert.

Wir haben ferner Angaben zur Über­schuss­beteiligung geprüft. Der Versicherer sollte den Kunden das Über­schuss­system nicht bloß erklären, vielmehr sollte er in den Vertrags­unterlagen auch die Über­schuss­höhe ausweisen. Hierzu zählt beispiels­weise die Höhe des Steigerungs­satzes der Rente (Dynamik­satz). Da die Versicherer nicht nur den Beitrag, sondern auch die Über­schüsse in eine Rente umrechnen, haben wir auch untersucht, ob sie über ihre Rechnungs­grund­lagen informieren. Hierzu zählen Angaben zum Rechnungs­zins und zur angenom­menen Sterb­lich­keit.

Option auf Kapitalzahlung

Der Kunde kann nach Renten­beginn einen einmaligen Kapital­betrag bis zur Höhe der vereinbarten Todes­fall­leistung entnehmen. Auch Kapitalzah­lungen in Höhe des vorhandenen Kapitals oder eines vom Versicherer berechneten Rück­kaufs­wertes sind möglich.

Alternative zur dyna­mischen Rente

Wir empfehlen die voll­dynamische Auszahlungs­form für die Rente und haben sie unserer Bewertung der Renten­zusage zugrunde gelegt.

Bei dieser Variante fängt die Rente nied­rig an und steigt durch Über­schüsse. Eine einmal erreichte Rente kann nicht gekürzt werden.

Die Versicherer bieten aber noch alternative Formen der Über­schuss­verrechnung an. Dann ist die Anfangs­rente höher, der Kunde muss aber später –bei schlechter Über­schussentwick­lung – mit Rentenkür­zungen rechnen.

Pflege­option

Bei Pflegebedürftig­keit können sich die Renten­leistungen erhöhen. Die Option ist bereits im Tarif enthalten oder sie bedarf einer Zusatz­versicherung, die den Umfang der Leistung fest­legt.

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