Smartwatch von LG Die LG G Watch kommt mit Android Wear

Smartwatch von LG - Die LG G Watch kommt mit Android Wear

Hersteller LG bringt für 199 Euro eine Smartwatch auf den Markt, die als erstes Gerät mit dem Betriebs­system Android Wear ausgestattet ist. Es ist eigens für Geräte konzipiert, die als Kleidung oder Accessoire am Körper getragen werden. Der Schnell­test zeigt, was das System und die Smartwatch an sich leistet, wie es um den Daten­schutz bestellt ist – und ob das Gerät auch am eleganten Damen­hand­gelenk eine gute Figur macht.

Inhalt

Smartphone-Ergän­zung am Hand­gelenk

Smartwatches ergänzen Smartphones. Während das Telefon in der Tasche bleibt, informiert die Uhr am Hand­gelenk über einge­hende Anrufe, erinnert an Termine und lässt einge­hende Nach­richten übers Display laufen. Der Schnell­test zeigt: Im Zusammen­spiel mit dem neuen Google-Betriebs­system für alle am Körper getragenen Geräte ist die G Watch des Herstel­lers LG vielseitiger als alle bisher geprüften Smartwatches. So zeigt sie zum Beispiel beim Navigieren Abbie­gehin­weise. Diese kommen von der auf dem Smartphone laufenden App Google Maps.

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Sehr wuchtig am Arm

Die LG G Watch wurde in schnörkellosem Design gestaltet – ganz ohne Tasten. Mit ihren Abmessungen und ihrem Gewicht lässt sie Frauen­herzen allerdings kalt. Für schmale Hand­gelenke ist sie zu groß und zu schwer. Ihre Rück­seite ist platt. Das bei Fernsehern angesagte gebogene Design würde den Trage­komfort erhöhen. Im Vergleich zu den bereits getesteten Smartwatches (Cookoo, I’m Watch, Pebble, Galaxy­Gear und SmartWatch 2) macht die G Watch keinen Boden gut. Modelle wie die Pebble tragen sich angenehmer.

Ausdauer: Die G Watch ist schwächer als erwartet

Smartwatch von LG - Die LG G Watch kommt mit Android Wear
Die Ladeschale für die Smartwatch

Nach 32 Stunden muss die LG G Watch aufgeladen werden. Das geht nicht direkt per Steckernetz­teil. Vielmehr gehört sie auf die mitgelieferte Ladeschale, die selbst auf Reisen nicht zu Hause bleiben darf. Wer das „Nachtanken“ verpasst, sieht auf der Uhr gar nichts – nicht einmal die aktuelle Zeit. Das ist bei diesen Geräten so üblich. Spezi­fischer Nachteil der G Watch: Andere Smartwatches können mit einer mehr­tägigen Betriebs­dauer aufwarten.

Anschalten: Am besten mit dem Reset-Trick

Bereits beim ersten Auflegen auf die Ladeschale schaltet sich die Uhr an und bleibt dann immer in Betrieb. LG beschreibt das als „Instant on“. Wer die LG G Watch abschalten will, muss in die Tiefen Ihres Bedienmenüs eintauchen. Eine nicht­dokumentierte Funk­tion ist das erneute Anschalten durch Drücken des Reset-Knopfes. So bleibt die Uhr stromsparend ein paar Stunden aus und lässt sich anschließend auch ohne Ladeschale wieder in Betrieb nehmen.

Installation: Nur mit Smartphone

Sobald die LG G Watch erst­mals auf der Ladeschale liegt, startet die Einrichtung: Der Nutzer wird aufgefordert, auf seinem Smartphone die Software Android Wear aus dem Play Store zu installieren. Das Telefon über­trägt dieses Betriebs­system auto­matisch im Hintergrund zur G Watch. Die Warte­zeit über­brückt Android Wear auf dem Smartphone: Die Software zeigt dem Nutzer im Play Store empfohlene Apps, die noch nicht auf dem Smartphone installiert sind. Essentiell sind die Stan­dard-Apps von Google für SMS, Kalender und E-Mail. Mit diesen synchronisiert sich die Uhr. Anschließend ist die Smartwatch betriebs­bereit. Ohne diese Apps und ohne diese Synchronisation wäre die G Watch nur ein Zeit­zeiger mit Schritt­zähler. Der funk­tioniert allerdings ordentlich und bietet mit einem Balken­diagramm sogar einen Über­blick über die Aktivität des Nutzers in den letzten Tagen.

Bedienung: Wischen, tippen, sprechen

Ein Fingertipp auf das Display weckt die Uhr auf. Aber auch der Sprach­befehl „OK, Google“ macht sie hell­hörig. Befehle wie „Einstel­lungen“ oder „Schritte zeigen“ akti­vieren die zugehörigen Apps. Einge­hende Nach­richten per SMS und E-Mail poppen auto­matisch im Display auf. Wisch­gesten scrollen durch längere Texte. Einge­hende Anrufe lassen die Uhr vibrieren. Rufannahme und Rück­ruf startet der Nutzer gerne auch über die Uhr. Dazu sollte das Smartphone aber mit einem Head­set verbunden sein, denn der LG G Watch fehlt ein Laut­sprecher. Sie kann das Smartphone nicht ersetzen.

Zukunfts­weisend: Betriebs­system Android Wear

Das Betriebs­system der LG G Watch unterscheidet sie von allen bereits getesteten Smartwatches. Das System Android Wear ist speziell für am Körper getragene Technik ausgelegt, so dass mit fort­schreitender Entwick­lung zum Beispiel auch Manschetten zum Erfassen der Muskellast, des Blut­zuckerspiegels oder Fitness- und Well­ness-Aktivitäten angebunden werden können. Hier tut sich ein großer Markt für am Körper getragene Sensoren und passende Apps auf. Schon mit den bisher nutz­baren Funk­tionen ist die Uhr sehr vielseitig und bleibt dennoch einfach zu bedienen. Hier zeigt Android Wear, was derzeit an Komfort und intuitiver Benutzerführung bei Smartwatches möglich ist.

Vielseitig­keit: Auf Kosten des Daten­schutzes

Die LG G Watch ist vielseitiger als alle bisher getesteten Smartwatches. Bedingung: Nutzer räumen der Software Android Wear – und damit dem Konzern Google – alle geforderten Rechte ein, und installieren zusätzliche Apps. Kein Smartphone, keine Smartwatch war bislang so eng mit Google Diensten wie Google+ und mit Google-Apps wie Kalender, Mail und SMS verbunden. Alles, einschließ­lich der Sprach­erkennung, läuft über Google-Server im Internet. Diesen tiefen Eingriff in die Privatsphäre müssen die Nutzer akzeptieren, sonst bleibt die Uhr praktisch funk­tionslos.

Eine Smartwatch mit Stärken und Schwächen

Das Fazit: Die LG G Watch ist vielseitig, hat ein ordentliches Display und kann mit ihrem schnörkel- und tastenlosen Design durch­aus gefallen – zumindest Nutzern mit kräftigen Hand­gelenken. Der Akku hält allerdings kaum mehr als einen Tag und Nutzer sind gegen­über Google so trans­parent wie nie. Unter den bereits getesteten Smartwatches finden sich ausdauerndere Modelle mit weniger Eingriffen in die Privatsphäre der Nutzer.

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4 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Snake2010 am 14.08.2014 um 15:51 Uhr
Nutzen?

Man jammert, dass das digitale Zeitalter uns durchsichtig macht, man jammert, dass die Technik uns beherrscht, man jammert, dass das Gerät zu schwer, die Akkulaufzeit zu kurz, die Bedienung (Ein-/Ausschalten) mühselig ist...
Die Frage ist doch: Was nützt mir dieses Gerät? Ich habe ein Handy, um unterwegs telefonieren zu können und erreichbar zu sein, und meine Termine verwalten zu können. Das brauche ich nicht am Handgelenk, ebensowenig wie ich ständig einen Schrittzähler bei mir haben muss.
Wenn wir uns etwas mehr Gedanken um den Nutzen machen würden und nicht jedem technischen Trend, der möglich ist, hinterherlaufen, würden sich viele "Probleme" von selbst erledigen.

eltobby am 09.08.2014 um 23:25 Uhr
Ketas schrieb am 09.08.2014 um 11:40 Uhr:

"..... und keine einzigen Hinweis auf den Auslöser der Watch-Hype...."
Wenn damit Sony gemeint war: Die haben zwar mittlerweile schon die dritte Smartwatch auf dem Markt, aber der Hype kam doch erst durch AndroidWear. Oder spielst du auf die Pebbe an? Auch die war ja noch kein wirklicher Hype!

Ketas am 09.08.2014 um 11:40 Uhr
Subtile Anti-Apple-Politik der Stiftung

Es ist schon beeindruckend, wie die Stiftung Ihre Abneigung gegen Apple in ihren Inhalten und in ihrer Strategie verfolgt: Kurz bevor vermutlich die I-watch kommt, nochmal eine Schnelltest für den (geliebten) Android-Wettberwerber und keine einzigen Hinweis auf den Auslöser der Watch-Hype....

A.Tuttle am 08.08.2014 um 21:24 Uhr
Datenschutz tut not

Wenn Google(TM) so weitermacht, solche Geräte sich verbreiten, und die Mehrheit der Nutzer ihre Gleichgültigkeit beibehält, sei es aus Unkenntnis der Möglichkeiten, sei es in blindem Vertrauen, könnte die Geschichte, die in dem Roman "Zero - Sie wissen, was Du tust" von Marc Elsberg auf die eine oder andere Art bald, sehr bald in der Realität spielen. Sehr zu empfehlen, diesen Roman zu lesen, vor allem, wenn man mit derartiger Technik ausgestattet ist bzw. plant, sich damit auszustatten. Betrifft nicht nur Smartwatches und -phones, sondern auch "herkömmliche" Computer z.B. bei Datenspeicherung in der "Cloud", Nutzung von netzbasierten Spielen, Mailservices etc. --> http://www.amazon.de/ZERO-Sie-wissen-tust-Roman/dp/3764504927/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1407525784&sr=8-1&keywords=Zero