Smartwatches und Fitness-Tracker im Test

So haben wir getestet

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Smartwatches und Fitness-Tracker im Test - Apple, Fitbit, Samsung: Wer das Rennen macht
Science ja, Fiction nein. Damit wir im Test präzise Daten erhalten, muss unsere Probandin diesen High-Tech-Mess­apparat (er)tragen. © Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest kauft Smartwatches und Fitness-Tracker anonym im Handel. Wir verwenden weder Presse­muster noch Prototypen. Die Smartwatch-Tests lassen wir in einem unabhängigen Fach­labor durch­führen – nach unseren Vorgaben: wissenschaftlich, objektiv und kompetent. Wir testen Smartwatches und Fitness-Tracker seit 2015. Natürlich passen wir unsere Tests und Bewertungen regel­mäßig an die tech­nische Entwick­lung dieser noch recht neuen Produkte an. Lesen Sie hier, wie die Stiftung Warentest Smartwatches und Fitness-Tracker testet.

Smartwatches und Fitness-Tracker im Test Testergebnisse für 78 Smartwatches und Fitness-Tracker

Inhalt

Die aktuellen Prüfungen: Test­programm 2020 bis 2022

Unser aktuelles Test­programm gilt seit August 2020. Die Prüfungen und Bewertungen für Smartwatches auf der einen und Fitness-Tracker auf der anderen Seite sind inner­halb eines Test­programms identisch, die Urteile damit direkt vergleich­bar. So erkennen Interes­senten mit dem Fokus auf Fitness­funk­tionen, welches Modell am besten zu ihnen passt – egal ob Smartwatch oder Fitness-Tracker. Für die „smarten“ Funk­tionen gilt das Gleiche.

Preise. Der Produktfinder zeigt aktuelle Online-Preise ohne Versand­kosten. Die Preise ermittelt der Online­dienst idealo.de. Der Stand des Online-Preises wird für jedes Produkt ange­zeigt.

Unter­suchungen. Die Prüfungen führen wir mit den vorinstallierten Apps durch, sofern nicht anders angegeben. Das Betriebs­system und die Apps werden zum Test­beginn aktualisiert. Die subjektiven Prüfungen führen drei Experten durch.

Fitness: 40 %

Die Genauigkeit der Angaben zu Puls, Kalorien­verbrauch und Stre­ckenlänge prüften wir im Freien mit fünf Hobby­sport­lern während 400 Meter Gehen, 1,2 Kilo­meter Joggen und 4 Kilo­meter Radfahren und verglichen sie mit einem hoch­wertigen Herz­frequenz-Brust­gurt und der über die einge­atmete Luft gemessenen Sauer­stoff­aufnahme. Beim Schwimmen prüften wir Puls- und Stre­cken­angaben mit drei Hobby­sport­lern im Hallenbad.

Kommunikation und weitere Funk­tionen: 15 %

Drei Experten bewerteten beim Telefonieren die Anzeige des Anrufers sowie die Möglich­keiten, Anrufe direkt anzu­nehmen oder abzu­lehnen beziehungs­weise selbst anzu­rufen. Wir sendeten zudem Nach­richten als E-Mail, SMS, über die Messenger-Apps von Telegram und WhatsApp, versuchten, darauf zu antworten und Nach­richten zu senden. Wir bewerteten die Wieder­gabe von Musik, die auf der Smartwatch beziehungs­weise dem Smartphone gespeichert war, sowie mit Streaming-Apps. Auch prüften wir die Navigation, die Einstell­möglich­keiten der Uhr sowie deren Weck- und Timer-Funk­tionen.

Hand­habung: 30 %

Ein Experte bewertete die mitgelieferte Gebrauchs­anleitung und Online­hilfen. Drei Experten prüften das Bedienen des Geräts, etwa die Ables­barkeit des Displays bei unterschiedlicher Helligkeit. Zudem ermittelten wir unter anderem die Lauf­zeit des Akkus bei normaler Tages­aktivität ohne Puls­messung und bei sport­licher Aktivität mit Puls­messung sowie die Lade­zeit.

Stabilität: 5 %

Alle Uhren absol­vierten einen Test auf Stoß- und Fall­festig­keit (Fall­trommel). In Anlehnung an den Smartphone-Test führten wir einen Beregnungs-, Tauch- und Kratztest durch, um die Wasser­beständig­keit und Kratz­festig­keit zu prüfen.

Daten­schutz und Daten­sicherheit: 10 %

Wir bewerteten den Umfang der vom Anbieter erfassten Daten: Ist ein Nutzer­konto obliga­torisch, welche Daten werden abge­fragt? Außerdem analysierten wir die gesendeten Daten und entschlüsselten sie gegebenenfalls. Wir prüften auch den Schutz von Nutzer­konto und Daten­über­tragung, indem wir etwa die Pass­wort­vorgaben der Anbieter und die Daten­verschlüsselung bewerteten. Ein Jurist prüfte die Daten­schutz­erklärungen auf Mängel.

Schad­stoffe: 0 %

In relevanten Produkt­teilen suchten wir je nach Material und Haut­kontakt­fläche unter anderem nach poly­zyklischen aromatischen Kohlen­wasser­stoffen (PAK), Phthalaten, Bisphenol A, Chromat VI und Phenol.

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Mängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind mit einem Stern *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertung setzten wir ein: Bei mangelhafter Note für Puls werteten wir das Urteil Fitness ab. Bei mangelhaft für Kommunikation und weitere Funk­tionen oder ausreichender Note für Daten­schutz und Daten­sicherheit werteten wir das test-Qualitäts­urteil ab. Je schlechter die Urteile, desto stärker ist der jeweilige Abwertungs­effekt. War das Urteil für den Umfang der vom Anbieter erfassten Daten schlechter als das für den Schutz von Nutzer­konto und Daten­über­tragung oder umge­kehrt, konnte das Urteil Daten­schutz und Daten­sicherheit nicht besser sein. Bei deutlichen Mängeln in der Daten­schutz­erklärung konnte das Urteil Daten­schutz und Daten­sicherheit maximal befriedigend sein, bei sehr deutlichen Mängeln nicht besser als ausreichend.

Chronik der Prüfungen: Test­programme 2015-2019

Genauere Sensoren, mehr Funk­tionen: Smartwatches und Fitness-Tracker haben in den vergangenen Jahren immer wieder zugelegt. Die Anbieter wecken oder bedienen mehr Kundenwünsche, die Tests wachsen mit. Die Stiftung Warentest passt ihre Anforderungen regel­mäßig an. Lesen Sie hier, wie sich die Tests seit 2015 verändert haben.

Sortiert nach Test­projekten

Smartwatches und Fitness-Tracker sind in der Daten­bank nach Test­projekten sortiert. So stehen beispiels­weise alle Modelle, die die Stiftung Warentest bis zum Sommer 2020 getestet hat, im Test­projekt 2019 bis 2020. Die Bewertungen und Qualitäts­urteile inner­halb eines Test­projekts sind voll­ständig miteinander vergleich­bar. Von Test­projekt zu Test­projekt kann es dagegen Unterschiede geben. Im Allgemeinen steigen unsere Anforderungen, weil die Technik besser wird oder neue Funk­tionen ermöglicht. Die Puls­messung zum Beispiel gab es 2015 nicht einmal bei jeder Smartwatch, heute aber geben selbst billige Modelle Auskunft über die Anzahl der Herz­schläge pro Minute.

Direkte Vergleiche nur im selben Projekt

Alles in allem sind die Unterschiede zwischen den Test­projekten nicht groß. Sie liegen meist im Detail. Manchmal ändern die Experten der Stiftung Warentest nur die Gewichtung oder die Bewertung von Einzel­kriterien, damit die Unterschiede zwischen den verschiedenen Geräten inner­halb eines Test­projekts deutlicher werden. Die Folge: Die Urteile von nach unterschiedlichen Prüf­programmen getesteten Produkten sind nicht 1:1 vergleich­bar. Sie ähneln sich – aber es gibt Unterschiede im Detail. Die folgenden Absätze zeigen die wichtigsten Unterschiede der Test­projekte seit 2015 – im Vergleich zum aktuellen Prüf­programm 2020 bis 2021.

Aktuell: Smartwatches und Fitness-Tracker 2020 bis 2022

Dieses Prüf­programm orientiert sich eng am Vorgänger „Smartwatches und Fitness-Tracker 2019 bis 2020“. Folgende Details sind allerdings neu:

  • Verschärfte Abwertungen auf die Einzel­urteile bei Fitness.
  • In relevanten Produkt­teilen suchten wir je nach Material und Haut­kontakt­fläche auch nach Phenol.

Smartwatches und Fitness-Tracker 2019 bis 2020

Dieses Prüf­programm löste sich weit­gehend von den vorherigen. Folgende Details waren neu:

  • Fitness­prüfungen nicht mehr auf dem Laufband im Gym, sondern im Freien.
  • Bewertung auch der Möglich­keiten zur Navigation, soweit ein Empfänger zur Satellitennavigation einge­baut war.
  • Bewertung des Umfangs der vom Anbieter erfassten Daten (Nutzer­konto) und Schutz des Nutzer­kontos, etwa durch strenge Pass­wort­vorgaben oder Schutz vor Identitäts­diebstahl.

Smartwatches und Fitness-Tracker 2017

Dieses Prüf­programm löste sich etwas von den vorherigen. Folgende Details waren neu:

  • Fitness­prüfungen nicht mehr bei alltäglichen Aktivitäten, sondern auf einem Laufband im Gym.
  • Das Daten­send­verhalten schloss auch den Check der Website ein, die die Anbieter den Nutzern ihrer Uhren zur Verfügung stellten.
  • In die Bewertung der Stabilität flossen nun auch ein Fall- und Tauchtest ein.

Fitness-Tracker 2016

Dieses Prüf­programm löste sich etwas von den vorherigen. Folgende Details waren im Vergleich zum Smartphone-Test 2015 neu:

  • Umfassendere Fitness­prüfungen.
  • Bewertung der Bluetooth­verbindung (des Pairings), also ob ein (fremdes) Smartphone ohne Sicher­heits­abfrage gekoppelt werden und dann Fitness­daten von der Uhr auslesen konnte.

Smartwatches und Fitness-Tracker im Test Testergebnisse für 78 Smartwatches und Fitness-Tracker

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Profilbild Stiftung_Warentest am 09.09.2022 um 11:05 Uhr
auch beim Schwimmen getestet

@CaioDuilio: Im "So haben wir getestet" hier im Inhaltsverzeichnis können Sie lesen, dass das Schwimmen beim Hauptprüfpunkt Fitness und bei den Prüfungen zur Stabilität berücksichtigt wurde, z.B.:
"Fitness: 40 %
Die Genauigkeit der Angaben zu Puls, Kalorien­verbrauch und Stre­ckenlänge prüften wir im Freien mit fünf Hobby­sport­lern während 400 Meter Gehen, 1,2 Kilo­meter Joggen und 4 Kilo­meter Radfahren und verglichen sie mit einem hoch­wertigen Herz­frequenz-Brust­gurt und der über die einge­atmete Luft gemessenen Sauer­stoff­aufnahme. Beim Schwimmen prüften wir Puls- und Stre­cken­angaben mit drei Hobby­sport­lern im Hallenbad."
www.test.de/Smartwatch-Fitnessarmband-Laufuhr-Wearables-Test-5254021-5668648/

CaioDuilio am 08.09.2022 um 21:56 Uhr
Schwimmen

Beurteilt die Stiftung Warentest nicht die Fähigkeit der Uhren, beim Schwimmen eingesetzt zu werden? Wie finde ich heraus, ob das eine der Uhren kann (wasserdicht, geschwommen Strecke, Zahl der Schwimmzüge pro Strecke etc.)?

fungolfer am 22.08.2022 um 20:27 Uhr
Energieverbrauch keine Abwertung?

Energieverbrauch keine Abwertung?
Ich bin wirklich überrascht, dass eine Uhr mit 24 - 36h Batterielaufzeit trotzdem keine Abwertung erhält. Da stellt sich mir die Frage, ob Apple und Samsung nicht schon reflexartig die besten Endnoten bekommen. Andere Anbieter machen es trotz wesentlich größerem Funktionsumfang vor, dass ein Akku nicht zwangsläufig jede Nacht aufgeladen werden muss. Ich denke, hier sollte nachgesteuert werden. Was nützt es mir, wenn eine Uhr sehr gute Schlaferkennungen hat, ich die Uhr nachts aber am Strom haben muss, damit sie tagsüber sehr genau meine Schritte zählt. Für mich kommt eine solche Uhr definitiv nicht infrage. Das hat im übrigen nichts mit den steigenden Energiekosten zu tun.. Bei den Datenschutzregelungen dagegen gibt es eine Abwertung, allerdings wird nicht klar, wie das die Note beeinflusst. Das spielt angesichts der Tatsache, dass fast alle Uhren hier abgewertet werden allerdings auch eine untergeordnete Rolle.

fungolfer am 22.08.2022 um 20:23 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Thorsten.Maverick am 16.08.2022 um 12:39 Uhr
Anzeigen der Fitbit Geräte fallen aus

Ich habe jetzt schon die zweite Fitbit, bei der das Display ausgefallen ist. Sie halten die Garantiezeit von zwei Jahren durch, aber danach ist irgendwann bald Schluß. Ich habe hier dagegen teilweise uralte Handies, bei denen das Display noch immer einwandfrei funktioniert. Fitbit ist geplante Obsoleszenz.