Smartwatches und Fitness-Tracker im Test

Fitness-Tracker: Und Action

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Smartwatches und Fitness-Tracker im Test - Apple, Garmin, Samsung: Wer das Rennen macht
Ergän­zung. Die Fitness-Tracker haben ein kleines Display und wenig Speicher­platz − lassen sich aber mit dem Smartphone koppeln. © Getty Images

Fitness­armbänder, auch Fitness-Tracker genannt, sind beliebt. Der Fitness-Tracker-Test der Stiftung Warentest hilft Ihnen, das individuell beste Modell zu finden.

Smartwatches und Fitness-Tracker im Test Testergebnisse für 99 Smartwatches und Fitness-Tra­cker

Fitness-Tracker im Test

Rund 150 Minuten moderates Ausdauertraining pro Woche empfiehlt die Welt­gesund­heits­organisation Erwachsenen, um fit zu bleiben. Fitness-Tracker sollen ihre Träger zu einem aktiven und gesunden Lebens­stil moti­vieren – und ihnen den Spiegel vorhalten, wenn sie das Bewegungs­soll an einem Tag noch nicht erfüllt haben. Alle Fitness-Bänder im Test der Stiftung Warentest erfassen dank eines Beschleunigungs­sensors die Armbewegungen und berechnen daraus die zurück­gelegten Schritte. Einige Modelle erlauben es Nutzern, ihre individuelle Schritt­länge einzustellen.

Fitness-Tracker liefern nicht immer exakte Daten

Selbst die besten Tracker liefern aber nur beim Laufen und Gehen brauch­bare Ergeb­nisse. Wer sein Armband beim Schwimmen, Tanzen oder Rudern trägt, sollte nicht auf sehr aussagekräftige Daten hoffen.

Besser mit dem Smartphone gekoppelt

Nur die wenigen Modelle mit integriertem Modul zur Satellitennavigation etwa über GPS erfassen im Freien zurück­gelegte Stre­cken recht genau und liefern darauf basierend halb­wegs verläss­liche Aktivitäts­daten. Die Kopp­lung mit dem Smartphone egalisiert ein weiteres Manko der Fitness-Armbänder – ihr oftmals geradezu winziges Display. Es informiert über die am Tag gegangenen Schritte, die dabei zurück­gelegte Strecke und den Kalorien­verbrauch.

Für mehr und besser ables­bare Infos koppeln Nutzer ihren Fitness-Tracker am besten via App mit dem Smartphone. Das zeigt außer den Eckdaten der täglichen Aktivität dann etwa in einem Diagramm den über Tag erfassten Puls. Wochen- und Monats­statistiken bieten viele Smartphone-Apps ebenfalls. Unser Smartphone-Test weist den Weg zu guten Handys.

Fitness-Tracker sind kaum smart

Die Kommunikation der Fitness-Tracker mit dem Smartphone beschränkt sich in der Regel auf den Daten­abgleich mit der zugehörigen Fitness-App. Die speichert Aktivitäten praktisch unbe­grenzt, während der knappe interne Speicher der Fitness-Armbänder teil­weise schon nach einer Woche mit aktuellen Daten über­schrieben wird. Die Fitness-Tracker im Test vibrieren, wenn Anrufe auf dem Smartphone ankommen, manche zeigen auch die Rufnummer. Zum Telefonieren müssen Nutzer aber in der Regel das Smartphone zücken.

Bei einge­henden Nach­richten zeigen manche Fitness-Tracker zumindest die ersten Worte, aber keine Emojis und schon gar keine Bilder. Wer damit leben kann, dass Fitness-Armbänder wenig smart sind und kaum Funk­tionen vom Handy über­nehmen, kann sich ungetrübt an deren Vorteilen erfreuen.

Fitness-Tracker punkten bei der Ausdauer

Gegen­über den Smartwatches punkten Fitness-Armbänder vor allem mit ihrer langen Lauf­zeit. Manche tracken die Aktivität ihrer Nutzer mit einer Akkuladung zwei Wochen lang, manche halten sogar noch länger durch. Kein Wunder, haben sie doch ein winziges, häufig nur mono­chromes Display statt großer Farb­anzeige und Touch­screen. Oft fehlt zudem ein Modul zur Positions­bestimmung via Satellit – etwa GPS.

Das richtige Fitness-Armband finden Interes­senten unter anderem mit Blick auf die Positions­bestimmung: Darf ein Smartphone diesen Part über­nehmen (setzt Bluetooth-Kopp­lung mit dem Smartphone und die Installation einer Anbieter-App voraus) oder soll das Fitness-Armband selbst die Satelliten­daten zur Positions­bestimmung auswerten können? Das ist einigen wenigen, dann größeren und nicht so ausdauernden Fitness-Trackern vorbehalten.

Wie funk­tioniert ein Fitness-Armband?

Wirk­lich gemessen wird nur der Puls: Eine LED im Gehäuseboden leuchtet durch die Haut in die Adern. Die Menge des vom Blut reflektierten LED-Lichts variiert mit dem Herz­schlag – ein Sensor leitet daraus die Puls­frequenz ab. Viele Fitness-Tracker messen den Puls etwa so genau, wie die zum Vergleich verwendeten Brust­gurte die Herz­frequenz. Direkter Haut­kontakt ist dafür aber unerläss­lich, die Uhr darf nicht lose am Hand­gelenk baumeln. Um die Schritt­zahl abzu­schätzen, liefert ein Beschleunigungs­sensor Daten. Aus der Puls­frequenz und der Schritt­zahl ermitteln die Uhren unter anderem den Kalorien­verbrauch. Selbst eine Schlaf­über­wachung ermöglichen inzwischen viele Modelle.

Smartwatches und Fitness-Tracker im Test Testergebnisse für 99 Smartwatches und Fitness-Tra­cker

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187 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

vactorio am 27.11.2022 um 11:25 Uhr
Toller Test, aber…

Ich finde es schade dass der errechnete Kalorienverbrauch der Uhren nicht mehr überprüft wird. Ich finde das ist eine Kernfunktion die bspw. bei der Apple Watch täglich hervorgehoben wird. (Ringsystem) Da man diese Funktion ggf. zur Berechnung der täglichen Kalorienaufnahme nutzen wird, sollte diese natürlich auch einigermaßen zuverlässig sein.
Grüße

wollerolle am 20.11.2022 um 19:58 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

wollerolle am 20.11.2022 um 19:56 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 18.11.2022 um 16:34 Uhr
Auswahl, Kriterien und Darstellung der Ergebnisse

Wir erheben eine große Anzahl von unterschiedlichsten Messwerten und Daten zu jedem einzelnen Produkt. Das gilt nicht nur für die Smartwatches, sondern auch für die anderen Waren und Dienstleitungen, die die Stiftung Warentest untersucht. Ein Ziel des vergleichenden Warentests ist neben der Erhebung der Daten auch ihre vergleichbare Darstellung. Unsere Leser:innen sollen schnell in die Lage versetzt werden, zu erkennen, welches Produkt insgesamt und in den maßgeblichen Teilbereichen besser oder schlechter abschneidet als andere am Markt vertretene Produkte. Dabei orientieren wir uns seit Jahrzehnten am Schulnotensystem, da dies ein allgemein gebräuchliches und verstandenen Maß zur Leistungsbeurteilung ist. Beispielsweise setzen sich unsere Fitnessnoten aus einer ganzen Reihe von Einzelmessungen mit mehreren Probanden zusammen
Unsere Messungen zeigen, dass es zum Teil größere Abweichungen zwischen einzelnen Probanden und unterschiedlichen sportlichen Aktivitäten geben kann. Das alles berücksichtigen wir in unserer Bewertung. Eine Uhr etwa mit schlechter Herzfrequenzmessung wird im Schnitt häufiger und in größerem Maße von der tatsächlichen individuellen Herzfrequenz abweichen als eine Uhr mit guter Note. Die Uhr mit der besten Note kann im Durchschnitt den Puls am besten messen.
Da die Durchführung unserer Untersuchungen kostspielig ist und Testplätze deshalb generell rar sind, geht es zum einen darum, mit relativ wenigen Produkten den Markt gut abzubilden. Zum anderen dürfen aber auch interessante und innovative Produkte nicht zu kurz kommen. Außerdem möchte der Verbraucher wissen, ob teurere Waren gegenüber deutlich billigeren wirklich qualitative Vorteile haben. Und in jedem Fall muss die Marktauswahl objektiven, nachvollziehbaren Kriterien folgen. Die Marktbedeutung der Produkte oder Dienstleistungsangebote ist deshalb ein wichtiges Auswahlkriterium.
Wir verwerten dabei Erkenntnisse aus der Marktforschung über die Verkaufszahlen und Verkaufstrends und befragen Anbieter.
Wenn ein Angebot nicht im Testfeld berücksichtigt wird, ist dies jedoch nicht mit einer Negativwertung verbunden. Es sind schlicht und einfach Kapazitätsgründe, die dem Umfang unserer Tests Grenzen setzen.

angertitan am 18.11.2022 um 12:36 Uhr
Fragwürdige Auswahl und Kriterien

Auch ich möchte mich vielen hier anschließen und bemängeln, dass nicht wirklich ersichtlich ist, was manche Kriterien nun explizit ausdrücken.
Sicherlich erfordert es bei dem Umfang an Uhren viel Zeit, jedoch würde ich mir etwas mehr textliche Inhalte auch zu jeder einzelnen Uhr wünschen. Die Angaben gut, mittel und schlecht geben ja nur sehr begrenzt wieder, was am Ende wirklich ausschlaggebend für die Bewertung war.
Zur Auswahl dann auch noch mal ein Wort erwähnt wurde hier auch schon die Sigma iD.Free, die wirklich ein Preis-Leistung-Tipp zu sein scheint. Des Weiteren frage ich mich, was die Withings ScanWatch in diesem Test zu tun hat? Sie ist die einzige Hybriduhr und kann damit eigentlich nur sehr schlecht mit den Kriterien der Smartwatches bewertet werden. Ich möchte auf keinen Fall die Uhr verteidigen, jedoch ist es schon auffällig, dass andere Test dieser Uhr gute bis sehr gute Ergebnisse bescheinigen und bei Ihnen ist diese Uhr quasi Müll.