Fitnes­stra­cker: Und Action

Die Stre­ckenlänge erfassen Fitness­uhren am besten über das Navigations­modul im verbundenen Smartphone.

Die finnische Firma Polar leistete Pionier­arbeit, als sie 2007 eine Armband­uhr auf den Markt brachte, die die körperliche Aktivität ihres Trägers aufzeichnet. Das Gerät floppte damals. Heute sind Fitness­armbänder umso begehrter. Das Versprechen der Hersteller, den inneren Schweinehund mit tech­nischen Hilfs­mitteln zu besiegen, trifft den Zeit­geist. Der Fitness-Armband-Test der Stiftung Warentest hilft, den individuell besten Fitnes­stra­cker zu finden.

Fitnes­stra­cker im Test

Rund 10 000 Schritte pro Tag empfiehlt die Welt­gesund­heits­organisation Erwachsenen, um fit zu bleiben. Per Fitnes­stra­cker behalten selbst Sport­muffel den Über­blick über ihre Lauf­leistung: Alle Bänder im Test der Stiftung Warentest erfassen dank eines Beschleunigungs­sensors die Armbewegungen und berechnen daraus die zurück­gelegten Schritte. Einige Modelle erlauben es Nutzern, ihre individuelle Schritt­länge einzustellen oder bei einer Test­runde anhand der Ortungs­daten-Daten eines Smartphones zu ermitteln.

Fitnes­stra­cker liefer nicht immer exakte Daten

Selbst die besten Tracker liefern aber nur beim Laufen und Gehen brauch­bare Ergeb­nisse. Alltags­bewegungen wie Zähne putzen, Tisch abwischen oder Staubsaugen verfälschen die Resultate. Wer sein Armband beim Schwimmen, Tanzen oder Rudern trägt, sollte ebenfalls nicht auf aussagekräftige Daten hoffen. Kein Produkt im Test ermittelte auch nur annähernd die genaue Distanz einer Fahr­radtour.

Besser mit dem Smartphone gekoppelt

Nur die wenigen Modelle mit integriertem Modul zur Satellitennavigation etwa über GPS erfassen im Freien zurück­gelegte Stre­cken recht genau und liefern darauf basierend halb­wegs verläss­liche Aktivitäts­daten. Die Kopp­lung mit dem Smartphone egalisiert ein weiteres Manko der Fitness-Armbänder – ihr oftmals geradezu winziges Display. Es informiert über die am Tag gegangenen Schritte, die dabei zurück­gelegte Strecke und den Kalorien­verbrauch. Für mehr und besser ables­bare Infos koppeln Nutzer ihren Fitnes­stra­cker am besten via App mit dem Smartphone. Das zeigt außer den Eckdaten der tägliche Aktivität dann etwa in einem Diagramm den über Tag erfassten Puls. Wochen- und Monats­statistiken bieten viele Smartphone-Apps ebenfalls.

Fitnes­stra­cker sind kaum smart

Die Kommunikation mit dem Smartphone beschränkt sich in der Regel auf den Daten­abgleich mit der zugehörigen Fitness-App. Die speichert Aktivitäten praktisch unbe­grenzt, während der knappe interne Speicher der Fitness-Armbänder teil­weise schon nach einer Woche mit aktuellen Daten über­schrieben wird. Die Fitness-Tracker im Test vibrieren, wenn Anrufe auf dem Smartphone ankommen, manche zeigen auch die Rufnummer. Zum Telefonieren müssen Nutzer aber das Smartphone zücken.

Bei einge­henden Nach­richten zeigen manche Fitnes­stra­cker zumindest die ersten Worte, aber keine Emojis und schon gar keine Bilder. Wer damit leben kann, dass Fitness-Armbänder wenig smart sind und kaum Funk­tionen vom Handy über­nehmen, kann sich ungetrübt an deren Vorteilen erfreuen.

Fitnes­stra­cker punkten bei der Ausdauer

Gegen­über den größeren Wear­ables, also Smartwatches und Fitness-Uhren, punkten Fitness-Armbänder vor allem mit ihrer langen Lauf­zeit. Manche tracken die Aktivität ihrer Nutzer mit einer Akkuladung zwei Wochen lang, manche halten sogar noch länger durch. Kein Wunder, haben sie doch ein winziges, oft nur mono­chromes Display statt großer Farb­anzeige und Touch­screen und meist fehlt ein Modul zur Positions­bestimmung via Satellit.

Das richtige Fitness-Armband finden Interes­senten unter anderem mit Blick auf die Positions­bestimmung: Darf ein Smartphone diesen Part über­nehmen (setzt Bluetoothkopp­lung mit dem Smartphone und die Installation einer Anbieter-App voraus) oder soll das Fitness-Armband selbst die Satelliten­daten zur Positions­bestimmung auswerten können? Das ist einigen wenigen, dann größeren und nicht so ausdauernden Fitness-Trackern vorbehalten.

Wie funk­tioniert ein Fitness-Armband?

Wirk­lich gemessen wird nur der Puls: Eine LED im Gehäuseboden leuchtet durch die Haut in die Adern. Die Menge des vom Blut reflektierten LED-Lichts variiert mit dem Herz­schlag – ein Sensor leitet daraus die Puls­frequenz ab. Viele Fitness-Tracker messen den Puls etwa so genau, wie die zum Vergleich verwendeten Brust­gurte die Herz­frequenz. Direkter Haut­kontakt ist dafür aber unerläss­lich, die Uhr darf nicht lose am Hand­gelenk baumeln.

Im Fitness-Armband-Test prüft die Stiftung Warentest auch, ob verschiedene Haut­typen das Ergebnis verfälschen. Anfangs war dunkle Haut ein Problem, jetzt stören nur noch Tattoos am Hand­gelenk. Um die Schritt­zahl abzu­schätzen, liefert ein Beschleunigungs­sensor Daten. Aus der Puls­frequenz und der Schritt­zahl ermitteln die Uhren unter anderem den Kalorien­verbrauch.

Fazit: Tracker für Aktivitäts­kontrolle und Schlaf­über­wachung

Fitness-Tracker, wie Fitness-Armbänder auch heißen, sollen ihre Träger zu einem aktiven und gesunden Lebens­stil moti­vieren – und ihnen den Spiegel vorhalten, wenn sie das Bewegungs­soll an einem Tag noch nicht erfüllt haben. Deshalb erfassen sie körperliche Aktivitäten permanent.

Selbst eine Schlaf­über­wachung ermöglichen inzwischen viele Modelle. Meist unterscheiden sie zwischen Tief- und Leicht­schlafphase und zeigen natürlich auch die gesamte Ruhe­zeit an. Schritt­zahl und Puls verrechnen Fitness-Armbänder zum Kalorien­verbrauch. Das klappt auch ohne gekoppeltes Smartphone. Mit Kopp­lung dagegen speichert das Smartphone Aktivitäten beliebig lange, auf dem Armband werden sie oft schon nach wenigen Tagen über­schrieben und sind dann verloren. Ein weiterer Vorteil: Gekoppelt mit einem Smartphone tracken Fitness-Armbänder zurück­gelegte Stre­cken im Freien recht genau.

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TestSmartwatches und Fitnes­stra­cker im Test02.07.2020
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