Smartwatches und Fitness-Tracker im Test

Smartwatches: Kommunikativ und moti­vierend

Smartwatches und Fitness-Tracker im Test - Apple, Fitbit, Samsung: Wer das Rennen macht
Verlängerter Arm des Handys. Smartwatches zeigen nicht nur Fitness­daten, sondern auch einge­hende Nach­richten von Messenger­diensten oder E-Mails. © Getty Images

Sie zeigen Text­nach­richten, erinnern an Termine, über­wachen Puls und Fitness. Und Smartwatches können noch viel mehr.

Smartwatches und Fitness-Tracker im Test Testergebnisse für 78 Smartwatches und Fitness-Tracker

Inhalt

Was eine Smartwatch kann

Aufstehen mit der Watch. Früher schrillten mecha­nische Wecker auf den Nacht­tischen und rissen die Menschen aus dem Schlaf. Das geht heut­zutage sanfter: Wer seine Smartwatch nachts trägt, kann sich durch Vibration am Hand­gelenk wecken lassen. Manche Uhren bieten eine Schlummer­funk­tion, andere die Möglich­keit, für jeden Wochentag individuelle Weck­zeiten fest­zulegen. Meist zeigt das Display den Wetterbe­richt an. So weiß der Träger, ob er für den Arbeitsweg einen Regenschirm einpacken sollte.

Nach­richten empfangen. Smartwatches sind praktisch die Außen­stelle des Smartphones direkt am Arm. Sie signalisieren etwa den Eingang von Anrufen und E-Mails, zeigen diese an und bieten meistens Text­bausteine für schnelle Antworten. Alternativ erfolgt die Antwort bei manchen Geräten auch per Sprach­eingabe. Bei all dem bleibt das Smartphone in der Tasche. Auch Benach­richtigungen von Apps, die auf dem Smartphone installiert sind, können auf dem Display erscheinen: zum Beispiel Updates von Sozialen Medien und Breaking-News von Nach­richten-Apps.

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Informiert bleiben. Gibts neue Nach­richten? © mauritius images / Wavebreakmedia

Navigieren. Eine Adresse eingeben, sich den Stre­cken­verlauf auf dem Display anzeigen lassen und zum Ziel kommen – das erwarten die meisten Menschen von einem Navigations­system. Diesen Stan­dard bieten aber nur wenige Smartwatches. Manchmal kann die Uhr nur die Koor­dinaten des aktuellen Stand­ortes einspeichern. Wer sich später zu diesem Stand­ort navigieren lassen möchte, kann ihn auf der Smartwatch aufrufen. Die Kompass­nadel auf dem Display weist unter Umständen nur den direkten Weg zum Ziel. In diesem Fall könnten Straßen, Flüsse und Wohn­gebiete unver­hofft den Weg versperren – wer sich nicht auskennt, sollte sich nicht bedingungs­los auf seine Smartwatch verlassen.

Kontaktlos bezahlen. Möglich macht das kontaktlose Bezahlen ein sogenannter NFC-Chip, der Daten über kurze Distanzen über­trägt. NFC steht für „Near Field Communication“, aus dem Eng­lischen über­setzt Nahfeld­kommunikation. Eine Bezahl­funk­tion bieten viele Smartwatches von Apple, Garmin und Samsung. Wer die zugehörigen Dienste – wie Apple Pay, Google Pay oder Samsung Pay – nutzen möchte, muss sich registrieren. Voraus­setzung ist, dass das eigene Bank­institut den jeweiligen Dienst unterstützt. Informationen hierzu stellen die Anbieter zur Verfügung.

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Kontaktlos bezahlen. Möglich machts ein NFC-Chip. © Getty Images PA

Musik hören. Ist das Smartphone via Bluetooth mit der Smartwatch verbunden, lässt sich die Musik­wieder­gabe bequem über das Display der Uhr steuern. Manche Anbieter ermöglichen es, die Musik auch direkt auf der Uhr zu speichern. Dann klappt es mit dem Musikhören auch, wenn das Smartphone zu Hause bleibt.

Moti­vieren. Vibration als Motivation: Die Smartwatch kann ihren Träger zum Beispiel darauf hinweisen, dass jetzt fünf Minuten Bewegung angebracht wären. Manch einer lässt sich so zu einem akti­veren Lebens­stil verführen, zu bewuss­teren Pausen oder entspanntem Atmen.

Beim Sport unterstützen. Smartwatches sind auch Fitnes­stra­cker mit diversen Sensoren. Der auffälligste steckt im Gehäuseboden: Optische Sensoren messen den Puls. Die Uhren erfassen zudem etwa die zurück­gelegte Strecke, kalkulieren die Anzahl der Schritte und ermitteln den Kalorien­verbrauch. Alle Anbieter stellen Apps bereit, welche die Daten speichern und über längere Zeiträume darstellen. So lassen sich die Trainings­fort­schritte der vergangenen Tage, Wochen und Monate nach­voll­ziehen.

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Daten auswerten: Apps liefern den Über­blick. © Stiftung Warentest / Thomas Vossbeck

Die Smartwatch einrichten

Schritt­zahl und Kalorien­verbrauch berechnen die Uhren nur dann halb­wegs genau, wenn sie Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht ihrer Träger kennen. Wer mit Angaben über sich selbst knausert, erhält ungenaue Werte. Das volle Potenzial einer Smartwatch, etwa gut les- und auswert­bare Lang­zeitstatistiken, schöpft nur das verbundene Smartphone aus: Am Ende muss jeder Nutzer selbst entscheiden, wie viele Daten er von sich preis­geben will, um möglichst genaue Mess­ergeb­nisse zu erhalten.

Empfehlens­werter Trainings­modus

Einige Smartwatches wechseln auto­matisch in einen Trainings­modus, wenn sie Aktivitäten bemerken. Die Auto­matik taugt für einen ambitionierten Sportler aber nicht viel: Oft erkannten die Uhren im Test Sport­arten falsch und verpassten den Trainings­beginn.

Wir ermittelten die Fitness­noten im manuell gewählten Trainings­modus, um solche Ungenauigkeiten auszuschließen. Puls­frequenz, Stre­ckenlänge, Kalorien­verbrauch – wir prüfen, wie gut die Uhren diese Werte beim Gehen, Joggen, Radfahren und Schwimmen ermitteln.

Viele liegen insbesondere bei Puls und Stre­ckenlänge oft daneben – vor allem, aber nicht nur im Schwimm­bad. Da die körperliche Belastung beim Gehen etwa eine andere ist, bestimmt auch die Wahl des korrekten Trainings­modus die Genauigkeit der Fitness­messung. Nutze­rinnen und Nutzer sollten daher ein möglichst passendes Trainings­programm für ihre Sport­art einstellen.

Autarke Smartwatch mit eSIM

Etliche Smartwatches werden optional mit integriertem Telefonmodul angeboten, die Produkt­namen tragen den Zusatz Cellular beziehungs­weise LTE oder 4G und enthalten eine elektronische SIM-Karte, eSIM genannt. Das ist für alle spannend, die für Aktivitäten im Freien kein Smartphone mitnehmen wollen. Sie wählen dann eine solche Smartwatch und buchen zu ihrem Mobil­funk­vertrag eine Zweitkarte. Die ist für Kunden der Netz­betreiber Deutsche Telekom, Telefonicá beziehungs­weise Vodafone für derzeit knapp 5 Euro monatlich erhältlich.

Smartwatches mit eSIM sind etwa 50 bis 100 Euro teurer als ihre Pendants ohne. Billig ist das nicht, wohl aber faszinierend: So mutiert eine Smartwatch fast zum voll­wertigen Smartphone.

Sprach­steuerung und Sprach­ausgabe kompensieren die geringe Displaygröße. Beide Funk­tionen, also Sprach­steuerung und -ausgabe, werden von Generation zu Generation leistungs­fähiger. Wem die Trennung von Smartwatch und Smartphone lieber ist, der findet in unserem Handy-Test passende Modelle.

Smartwatches und Fitness-Tracker im Test Testergebnisse für 78 Smartwatches und Fitness-Tracker

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172 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Profilbild Stiftung_Warentest am 09.05.2022 um 10:26 Uhr
Kommentare der Ärzte?

@Bumip: In unserem Test konzentrieren wir uns auf die Fitnessfunktionen. Gesundheitsbezogene Messungen der Geräte außer der Pulsmessung beziehen wir nicht in unsere Bewertung ein.
Smartwatches und Fitnesstracker erfassen viele Daten wie wir sie auch vom Arzt kennen - etwa Herzfrequenz, Blutdruck, Sauerstoffsättigung etc. Wenn man sich jedoch die Anleitungen anschaut, findet man in der Regel schnell den Hinweis im Kleingedruckten, dass diese Daten nicht für medizinische Zwecke wie etwa für Diagnosen oder zur Behandlung von Krankheiten genutzt werden sollten. Sie sollen vielmehr einen groben Eindruck zur eigenen Fitness vermitteln und z.B. einen gesunden Lebensstil unterstützen. Somit handelt es sich bei den Produkten eher um einen digitalen Fitnesscoach als einen Arzt am Handgelenk. Für Medizinprodukte werden andere Standards angelegt. Aus diesem Grund verlassen sich Ärzte grundsätzlich auf Produkte, die auch für die medizinische Diagnostik zugelassen sind.

Bumip am 08.05.2022 um 10:40 Uhr
Smartwatches und Fitnesstracker

Mir fehlt zu den Produkten der Kommentar der Ärzte.
Was nutzt mir das genaueste und umfassenste Produkt ihrer Testergebnisse, wenn mein Hausarzt damit nichts anfangen kann oder will?
G. Seedorff

Profilbild Stiftung_Warentest am 04.05.2022 um 10:06 Uhr
Ohne Online-Konto geht nichts

@Thorsten.Maverick: Ohne die Verbindung zu einem Smartphone sind viele Fitness-Tracker und Smartwatches funk­tionell einge­schränkt. Unter Daten­schutz und Daten­sicherheit bewerteten wir den Umfang der vom Anbieter erfassten Daten: Ist ein Nutzer­konto obliga­torisch, welche Daten werden abge­fragt? Außerdem analysierten wir die gesendeten Daten und entschlüsselten sie gegebenenfalls. Wir prüften auch den Schutz von Nutzer­konto und Daten­über­tragung, indem wir etwa die Pass­wort­vorgaben der Anbieter und die Daten­verschlüsselung bewerteten. Ein Jurist prüfte die Daten­schutz­erklärungen auf Mängel.

Thorsten.Maverick am 04.05.2022 um 09:52 Uhr
Ohne Online-Konto geht nichts

In dem Test wird wieder nicht auf den Zwang zum Online-Konto beim Anbieter hingewiesen. Er bekommt sämtliche Daten und kann die Nutzung der Uhr jederzeit unterbrechen. So eine Uhr ist eine Wanze, die einem nicht gehört.

Vandeweghe am 27.04.2022 um 15:19 Uhr
EKG-Messung

Hallo, ich möchte hier nicht den x-ten Kommentar zu den Testkriterien abgeben, aber man kann schon feststellen, dass es ein gesteigertes Interesse an den Gesundheitsparametern gibt. Auch ich, als Patient mit Herzrhythmusstörungen, bin seit längerem auf der Suche nach einer Möglichkeit ein EKG selbst zu erstellen, genau dann, wenn das Vorhofflimmern auftritt, denn meistens passiert dies nicht gerade beim Arztbesuch. Ich hatte die Withings Scanwatch favorisiert, habe aber auf Grund der schlechten Bewertungen von hier darauf verzichtet. Die Apple Watch wäre wohl z.Z. das Maß der Dinge (warum ist die Herzmessung der 6 besser als die der 7?), aber ich möchte mein Geld ungerne für Pubertätsspielereien wie Mails, Whatsapp oder Anrufe am Handgelenk ausgeben. Vielleicht wäre ein Bericht explizit zum Thema Gesundheitselektronik im testheft sinnvoll, in dem der Stand der Forschung und die verschiedenen Möglichkeiten, die Messungen als Patienten selbst durchzuführen, dargestellt werden. Gruß