Smartwatches – kommunikativ und moti­vierend

Direkt am Hand­gelenk zeigen Smartwatches einge­hende Nach­richten und mehr - das Smartphone könnte auch in der Tasche bleiben.

Sie zeigen Text­nach­richten, erinnern an Termine, über­wachen Puls und Fitness. In den Tests der Stiftung Warentest patzen aber etliche Modelle vor allem im Work­out. Und fast jede App der Smartwatches hat Lücken beim Daten­schutz. Hier lesen Sie was Smartwatches und hybride Smartwatches können.

Mit der Smartwatch stilsicher aktiv sein

Wenn es am Hand­gelenk blinkt oder vibriert, meldet sich wohl eine Smartwatch. Vielleicht weist sie ihren Träger gerade darauf hin, dass jetzt fünf Minuten Bewegung angebracht wären. Manch einer lässt sich so zu einem akti­veren Lebens­stil verführen, zu bewuss­teren Pausen, entspanntem Atmen. Andere halten nichts von so haut­nahen Hinweisen, fühlen sich gar bevor­mundet.

Bildergalerie: Das können Smartwatches

Smartwatch-Test: Unsere Bildergalerie illustriert, was diese Wear­ables können.

Sanft aufwachen
Zarte Vibration am Hand­gelenk statt nerviger Weck­ton im Ohr? Bis auf die Denver können das alle Smartwatches im Test. Aber: Viele Uhren hängen nachts am Ladegerät, weil ihre Akkus schnell schlapp machen.

Passend anziehen
Pullover oder T-Shirt? Einige Smartwatches holen via App die Wetter­vorhersage aus dem Internet direkt aufs Hand­gelenk. Aber: Auf 8 von 13 geprüften Smartwatches können Nutzer keine Apps installieren.

Entspannt ankommen
Was ist der kürzeste Weg zum nächsten Termin? Smartwatches mit integrierter Navigation zeigen auf dem Display, wo es lang gehen soll. Aber: Nur fünf Smartwatches im Test navigierten gut.

Schnell informieren
SMS und WhatsApp-Nach­richten ohne Smartphone checken? Das versprechen alle Uhren im Test. Aber: Nur zwei zeigen SMS-Nach­richten komplett mit Emojis, drei zeigen nur den Anfang.

Aktiv leben
Wissen, was läuft? Die Uhren zählen Schritte, protokollieren Strecke und Tempo und bestimmen den Kalorien­verbrauch. Aber: Nur Apple und Garmin lieferten im Test genaue Werte. Die anderen irrten oft.

Beruhigt genießen
Salat oder Steak? Das Tages­protokoll zeigt auch den Kalorien­verbrauch und will so bei der Wahl des Dinners helfen. Aber: Die Smartwatch sieht nicht, wie viel ihr Besitzer tags­über schon aß.

Die Ergeb­nisse des Smartwatch-Tests

Wasser auf die Mühlen der Skeptiker ist das Test­ergebnis der Stiftung Warentest: Viele schwächeln vor allem bei den versprochenen Fitness­funk­tionen: Puls bestimmen, Strecke messen, Kalorien­verbrauch ermitteln – oft liegen die vermeintlich smarten Begleiter daneben. Auch das zweite Versprechen lösen sie nicht immer ein: Basics wie Telefonieren, Text­nach­richten senden oder Navigieren klappen oft nicht gut.

Was kann eine Smartwatch?

Smartwatches sind praktisch die Außen­stelle des Smartphones direkt am Arm. Sie signalisieren etwa den Eingang von Anrufen und E-Mails, zeigen diese auch an und bieten zumindest Text­bausteine für schnelle Antworten. Sie ermöglichen Telefonate, dienen als Navigations­gerät, spielen Musik und zeigen natürlich die Uhrzeit. Bei all dem bleibt das Smartphone in der Tasche.

Meist steuern Nutze­rinnen und Nutzer die Smartwatch über ein Touch­display per Fingertip und eine oder mehr Tasten am Gehäuse. Einige lassen sich mit Apps erweitern, um etwa Fahr­pläne oder die Wetter­vorhersage abzu­rufen beziehungs­weise mit der Smartwatch einen Bezahl­dienst wie Apple Pay zu nutzen. Smartwatches sind aber auch Fitnes­stra­cker mit diversen Sensoren. Der auffälligste steckt im Gehäuseboden: Eine grüne LED misst den Puls. Die Uhren erfassen zudem die zurück­gelegte Strecke, kalkulieren die Anzahl der Schritte und ermitteln den Kalorien­verbrauch. Die meisten Funk­tionen bietet Apple und checkt mit eigener App gar die Herz­funk­tion auf Vorhofflimmern.

Was kann eine hybride Smartwatch?

Hybride bieten ein klassisches Uhrwerk mit Zeigern und zugleich ein elektronisches Display für weitere Informationen. Auch sie werden via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden. Die bisher zwei Hybrid-Smartwatches im Test kommen von Withings und MyKronoz. Über­zeugen konnten sie nicht. Der Funk­tions­umfang ist deutlich geringer als bei einer voll­elektronischen Smartwatch. Toll waren nur die Akku­lauf­zeiten. Im Alltags­modus halten die bisher geprüften Modelle mehr als zwei Wochen und im Trainings­modus mehr als 24 Stunden durch.

Ähnlich ausdauernd waren nur Smartwatches von Huawei, Akkus anderer Smartwatches waren zum Teil schon nach vier Stunden leer. Ob die längere Akku­lauf­zeit den einge­schränkten Funk­tions­umfang aufwiegt, ist Geschmacks­sache. Die Auswahl einer Smartwatch ist eine sehr individuelle Entscheidung.

Die Smartwatch einrichten

Schritt­zahl und Kalorien­verbrauch berechnen die Uhren nur dann halb­wegs genau, wenn sie Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht ihrer Träger kennen. Wer mit Angaben über sich selbst knausert, erhält ungenaue Werte. Das volle Potenzial einer Smartwatch, etwa gut les- und auswert­bare Lang­zeitstatistiken, schöpft nur das verbundene Smartphone aus: Koppeln Sie deshalb beide Geräte über die App des Anbieters und geben Sie die erforderlichen Daten ein.

Empfehlens­werter Trainings­modus

Puls­frequenz, Stre­ckenlänge, Kalorien­verbrauch – wir prüfen, wie gut die Uhren diese Werte beim Gehen, Joggen, Radfahren und Schwimmen ermitteln. Viele liegen insbesondere bei Puls und Stre­ckenlänge oft daneben – vor allem, aber nicht nur im Schwimm­bad. Genauere Ergeb­nisse liefern Smartwatches im Trainings­modus. Starten Nutzer zum Beispiel ein Radtraining, berechnet die Uhr den Kalorien­verbrauch anders als beim Gehen.

Einige Smartwatches wechseln auto­matisch in einen Trainings­modus, wenn sie Aktivitäten bemerken. Die Auto­matik taugt für einen ambitionierten Sportler aber nicht viel: Oft erkannte sie im Test Sport­arten falsch und verpasste den Trainings­beginn. Wir ermittelten die Fitness­noten im manuell gewählten Trainings­modus, um solche Ungenauigkeiten auszuschließen.

Autarke Smartwatch mit eSIM

Etliche Smartwatches werden optional mit integriertem Telefonmodul angeboten, die Produkt­namen tragen den Zusatz Cellular beziehungs­weise 4G und enthalten eine elektronische SIM-Karte, eSIM genannt. Das ist für alle spannend, die für Aktivitäten im Freien kein Smartphone mitnehmen wollen. Sie wählen dann eine solche Smartwatch und buchen zu ihrem Mobil­funk­vertrag eine Zweitkarte. Die gibt es für Kunden der Netz­betreiber Deutsche Telekom, Telefonicá bzw. Vodafone für derzeit knapp 5 Euro monatlich.

Smartwatches mit eSIM sind etwa 50 Euro teurer als ihre Pendants ohne. Billig ist das nicht, wohl aber faszinierend: So mutiert eine Smartwatch zum voll­wertigen Smartphone. Sprach­steuerung und Sprach­ausgabe kompensieren die geringe Displaygröße. Beide Funk­tionen, also Sprach­steuerung und -ausgabe, werden von Generation zu Generation leistungs­fähiger.

Wie steht es um den Daten­schutz?

Schritt­zahl und Kalorien­verbrauch berechnen die Uhren nur dann halb­wegs genau, wenn sie Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht ihrer Träger kennen. Wer mit Angaben über sich selbst knausert, erhält ungenaue Werte. Smartwatches fragen beim Einrichten eines Nutzer­kontos und bei der Kopp­lung mit dem Smartphone solche persönliche Angaben ab – oft aber auch für die reine Funk­tion unnötige. Einige Anbieter im Test räumen sich das Recht ein, personenbezogene Daten an Dritte weiterzugeben.

Keine Smartwatch funk­tioniert wirk­lich ohne Nutzer­konto und Smartphone-Kopp­lung. Der Funk­tions­umfang ist, falls die Kopp­lung über­haupt vermeid­bar ist, sehr einge­schränkt: Das große Display eines Smartphones zeigt Statistiken einfach besser an und liefert mehr Details als die kleine Smartwatch. Nicht zuletzt ist das Smartphone unerläss­lich, um etwa Runden­zeiten an Freunde zu senden.

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TestSmartwatches und Fitnes­stra­cker im Test02.07.2020
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