Smartphone Sind LG G6 und Huawei P10 reif für die Champions League?

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Smartphone - Sind LG G6 und Huawei P10 reif für die Champions League?
Links im Bild: das Huawei P10. Für das 64-GB-Gerät müssen Kunden 600 Euro hinlegen. Rechts daneben das LG G6: Es hat einen internen Speicher von 32 GB und kostet 640 Euro (Online-Preise). © Stiftung Warentest

LG G6 gegen Huawei P10: Das ist ein biss­chen wie Dort­mund gegen Hoffenheim. Mit einigen Topmodellen von Samsung – dem FC Bayern der Smartphone­welt – können die zwei Verfolger zwar nicht ganz mithalten, wie unser Schnell­test zeigt. Doch einer von beiden schafft es direkt in die Champions League. Unser Spielbe­richt verrät, welches der beiden „Flag­ship“-Modelle die Nase vorn hat, und fasst die High­lights des Duells zusammen.

Anpfiff: Frühe Führung für LG dank Kamera

Beide Anbieter werben mit den Kameras ihrer Geräte. Auf den Rück­seiten sind jeweils zwei Kameras angebracht. Beim LG G6 (640 Euro) dient diese Dual-Ausstattung vor allem für Weitwinkel­aufnahmen – so passt mehr auf’s Bild. Die Dualkamera des Huawei P10 (600 Euro) ermöglicht hingegen Nachbearbeitungs­effekte – so lässt sich etwa der Hintergrund von Porträt­aufnahmen im Nach­hinein unscharf stellen, um die Aufmerk­samkeit noch mehr auf den Menschen zu lenken. Huawei gelingt zwar ein früher Konter: Die Rück­kameras kommen zusammenge­rechnet auf 32 Megapixel, während LG „nur“ 26 Megapixel einsetzt. Doch das erste Tor fällt für LG: Die Bilder sehen einfach besser aus als bei der chinesischen Konkurrenz, insbesondere bei ungüns­tigen Licht­verhält­nissen und Video­aufnahmen.

1. Halb­zeit: Android 7 und LTE sorgen für ausgeglichenes Spiel

In vielen Prüf­punkten erreichen die beiden Modelle nahezu identische Ergeb­nisse. Mit Stan­dard­aufgaben wie Telefonieren, Surfen und dem Abspielen von Musik hat keines der zwei Geräte Probleme. Die Sprach­qualität ist bei Huawei einen Tick besser. Dafür liegt LG bei der Navigation leicht vorn. In puncto Hand­habung gibt es wiederum kaum Unterschiede zwischen den Kontrahenten. Auch bei vielen Ausstattungs­merkmalen herrscht Gleich­stand: Beide Geräte kommen mit Android 7 (Nougat), dem relativ neuen USB-C-Anschluss und der Fähig­keit, die besonders schnellen LTE-Netze zu nutzen. Beide verfügen zudem über einen Finger­abdruck­sensor – damit lässt sich das Smartphone bequemer und effektiver vor Fremd­zugriffen schützen als mit Pass­wörtern oder Wisch­mustern.

2. Halb­zeit: Mit einer starken Akku­leistung erhöht LG auf 2:0

Bei der Akku­leistung hat Huawei das Nach­sehen. In unserem praxis­nahen Szenario, das neben Telefonieren, Mails schreiben und Videos ansehen auch Ruhephasen beinhaltet, kommt das LG-Gerät trotz seines deutlich größeren Displays auf rund 25 Stunden Nutzungs­dauer. Das Huawei gibt bereits nach etwa 20 Stunden auf. Immerhin lädt das Huawei aber etwas schneller auf: Es braucht 90 Minuten, während das LG sich erst nach gut 100 Minuten wieder so frisch wie zu Spiel­beginn fühlt.

Schluss­phase: Display bringt die Entscheidung

Huawei bäumt sich noch einmal auf gegen die drohende Nieder­lage: Das P10 bietet 64 Gigabyte internen Speicher, während das LG G6 nur die Hälfte liefert. Mit einer Speicherkarte lässt sich die Kapazität beider Geräte erweitern. Beim Display spielt das LG dann so richtig seine Vorteile aus: Mit der enormen Bild­schirm­diagonale von 14,5 Zenti­metern gilt es als „Phablet“, eine Mischung aus „Phone“ und „Tablet“ – das kann allerdings auch ein Nachteil sein, etwa wenn der Nutzer sein Handy gern in die Hosentasche steckt. Auch was die Auflösung angeht, liegt das LG vorn: Sein Bild­schirm umfasst 1440 x 2880 Pixel, das Huawei kommt auf 1080 x 1920 Pixel. Im Alltag ist dieser Unterschied zwar kaum zu bemerken – doch bei der Verbindung mit Virtual-Reality-Brillen dürfte die höhere Auflösung des LG zu besseren Ergeb­nissen führen.

Fazit: LG G6 qualifiziert sich klar für die Champions League

Das LG G6 über­zeugt in allen Prüf­punkten. Es zählt zu den fünf besten Smartphones, die wir je getestet haben. Selbst ein Siegerbad im Entmüdungs­becken ist kein Problem, da das G6 gegen Wasser geschützt ist. Das Huawei P10 gehört ebenfalls ins erste Tabellen­drittel, im direkten Duell mit dem spiel­starken LG-Gerät kassiert es aber eine Nieder­lage.

Tipp: Test­ergeb­nisse zu insgesamt 313 Handys und Smartphones, darunter auch das LG G6 und das Huawei P10, finden Sie in unserem Produktfinder Handy und Smartphone.

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Arbortus am 25.06.2017 um 11:49 Uhr
Die Kunst der Sprache verstehen

heißt: Wissen, was ein Gleichnis ist oder eine Allegorie. Doch: Was soll ein Normalkostler damit anfangen können?

rainer1156 am 02.06.2017 um 06:15 Uhr
Arte nicht RTL 2

Guten Tag, ich schließe mich den Vorschreibern an. Damit die Redaktion es verstehen kann : Wir möchten arte schauen und nicht RTL 2.

Frosch50 am 01.06.2017 um 15:55 Uhr
Mit Fußball Test erklären

Ich finde das unmöglich den Test mit Fußball zu erklären.
Hoffentlich war das auch nur ein Test.

surfista am 01.06.2017 um 14:28 Uhr
Für mich disqualifizieren sich beide Geräte!

Fest verbaute Akkus gehören verboten! Es wäre schön, wenn sich die StiWa da stark machen könnte. Leider wird das in Tests kaum noch erwähnt. Siehe z.B. Kopfhörer wird Elektronik so zum Wegwerfartikel. Aber in allen Bereichen gibt es Hersteller, die zeigen, dass es geht.

VeloCase am 31.05.2017 um 20:35 Uhr
Mir ist das Fußballvokabular erfreulich fremd

Da ich einen gesunden Abstand von jeder Art von Massensport und dessen zumeist gesellschaftlich billigend in Kauf genommenen Kolateralschäden pflege, gehöre ich zu dem Kreis von Menschen, die Ihren Artikel nicht zu verstehen vermögen. Dafür schäme ich mich natürlich nicht sondern frage mich, worin denn Ihre Not besteht, von der gewohnt sachlich technisch neutral bewertenden Sprache abzuweichen und sich hinter einem Wortschatz zu verschanzen, der sich nur "Fans" offenbart? Sie haben wohl die Zielgruppe verwechselt.
Ansonsten finde ich die Arbeit von Stiftung Warentest aber immer sehr gut.