Smarte Tür­schlösser im Test

So haben wir getestet

Smarte Tür­schlösser im Test Testergebnisse für 10 Smarte Tür­schlösser 10/2020

Inhalt

Im Test: Sieben smarte Tür­schlösser für Wohnungs- bzw. Haustüren, davon fünf ohne und zwei mit integriertem Schließ­zylinder. Drei Geräte lassen sich mit und ohne Internet­zugang nutzen, wir prüften beides. Bedient haben wir die Tür­schlösser mit Anbieter­zubehör, etwa per Fernbedienung. Wir kauf­ten die Geräte im Mai 2020 ein. Die Preise ermittelten wir durch Befragung der Anbieter im August 2020.

Montage und Inbetrieb­nahme: 20 %

Ein Experte bewertete die Monta­geanleitung unter anderem nach Verständlich­keit, Über­sicht­lich­keit und Glie­derung der Montageschritte. Er beur­teilte den Aufwand der Montage, etwa die Dauer, den Schwierig­keits­grad und welches Werk­zeug erforderlich ist.

Ver- und Entriegeln: 30 %

Die Geschwindig­keit des Ver- und Entriegelns haben wir für jede Ver- und Entriegelungs­möglich­keit gesondert gemessen – etwa fürs Schließen via App, Fernbedienung oder Finger­abdruck­sensor.

Beim Prüf­punkt Dreh­kraft des Antriebs haben wirgemessen, mit wie viel Kraft die Türschloss­antriebe den Schlüssel im Schloss drehen. Damit wollten wir unter anderem heraus­finden, wie gut die Türschloss­antriebe mit schwergängigen Schlössern zurecht­kommen.

Ein Experte beur­teilte die Betriebs­geräusche beim mecha­nischen Ver- und Entriegeln sowie die Signaltöne des Schlosses.

Wir haben die maximale Reich­weite der Funk­über­tragung gemessen, also aus welcher Entfernung sich die Tür noch ver- oder entriegeln ließ.

Die Batterie- bzw. Akku­lauf­zeit haben wir gemessen, indem wir die Betriebs­dauer ermittelten, ab der wir die Tür nicht mehr ohne manuellen Eingriff schließen konnten.

Hand­habung: 40 %

Drei geschulte Prüfer bewerteten Art und Umfang von Gebrauchs­anleitung und Hilfen, einschließ­lich Kurz­anleitung und Informationen auf der Anbieter-Website. Besonderen Wert legten sie auf Über­sicht­lich­keit, Voll­ständig­keit und Verständlich­keit sowie den praktischen Nutzen.

Beim täglichen Gebrauch beur­teilten sie unter anderem das Ver- und Entriegeln über verschiedene Öffnungs­möglich­keiten (etwa App, Tastatur, Finger­abdruck­sensor) und wie leicht sich Zugangs­berechtigungen verwalten lassen.

Die Prüfer untersuchten außerdem, welche Rück­meldungen Nutzer vom Schloss erhalten – etwa ob es signalisiert, dass die Tür abge­schlossen ist. Sie bewerteten, ob eine Smart-Home-Integration möglich ist und sich das Schloss über smarte Assistenten steuern lässt.

Sicherheit und Daten­schutz: 10 %

Bei den Tür­schlössern mit eigenem Schließ­zylinder prüften wir die Einbruchhemmung, indem wir einen Einbruch simulierten. Wir versuchten, den Schließ­zylinder aufzubohren, aus der Verankerung zu ziehen und den Zylinderkern abzu­drehen – in Anlehnung an die Norm Din EN 1303:2015. Dabei richteten wir uns nach den Anbieter­angaben zur Widerstands­klasse.

Wir bewerteten die Sicherheit beim Bedienen vor Ort und über­prüften die Schließ­systeme auf übliche Sicher­heits­lücken, die (Hacker-)Angriffe ermöglichen.

Die Sicherheit beim Bedienen über das Internet bewerteten wir, wenn die Bedienung über eine Bridge – ein Zusatz­gerät, das Schloss und WLan verbindet – mit Anbindung über das Internet möglich war. Wir sichteten den Daten­strom über einen zwischen­geschalteten Server (Proxy, Man-In-The-Middle-Attack), lasen die von den Apps gesendeten Daten aus, analysierten und entschlüsselten sie, falls möglich. Wir untersuchten die Anforderungen, die das Produkt an Pass­wörter stellt – etwa minimale Länge, Tipps oder Rück­meldungen zur Stärke des gewählten Pass­worts. Wir prüften unter anderem, ob eine Zwei-Faktor-Authentifizierung möglich ist.

Ein Jurist prüfte die Daten­schutz­erklärungen und beur­teilte, ob sie die Anforderungen der Daten­schutz­grund­ver­ordnung (DS-GVO) erfüllen.

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind mit einem Stern­chen *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertungen setzten wir ein: War das Urteil Sicherheit und Daten­schutz ausreichend oder schlechter, konnte das test-Qualitäts­urteil nur eine halbe Note besser sein. Bei einer mangelhaften Einbruchhemmung des Zylinders konnte das Urteil Sicherheit und Daten­schutz auch nur mangelhaft sein. War die Sicherheit beim Bedienen über das Internet ausreichend, konnte das Urteil Sicherheit und Daten­schutz nicht besser sein. Bei deutlichen Mängeln in den Daten­schutz­erklärungen werteten wir das Urteil Sicherheit und Daten­schutz um eine halbe Note ab.

Smarte Tür­schlösser im Test Testergebnisse für 10 Smarte Tür­schlösser 10/2020

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24 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 24.06.2021 um 11:55 Uhr
Nuki Smartlock 2.0 - Abwertung

@shorti: Wir orientierten uns bei der Bewertung an den Empfehlungen des BSI. Die Abwertung fußte darauf, dass Nutzer unter Umständen ein zu kurzes Passwort wählen konnten. Das beschreiben wir auch so im Text. Darüber hinaus konnten wir keine wesentlichen Schwachstellen ausmachen. (BB/mk)

shorti am 24.06.2021 um 11:03 Uhr
Sicherheit beim Nuki Smartlock 2.0 mit Bridge

Welche konkreten Punkte führten beim Nuki Smartlock 2.0 mit Nuki Bridge im Bereich Sicherheit und Datenschutz zu der Abwertung bzw. zum Ergebnis? Ist die "schlechte" Bewertung ausschließlich darauf zurückzuführen, dass durch Nutzer*innen zu kurze Passworte gewählt werden können? Wenn nein, wie kam es zu der Bewertung?
Danke + Viele Grüße

Stefan.Blind am 02.06.2021 um 19:52 Uhr
Sorry, aber uninteressant

Ich suche nach einem Key-Code Schloss, möglichst mit Kabel, ohne Blue-Tooth, oder W-Lan-Anschluss. So etwas lässt sich mit moderner Software überwinden. Ich habe hier ein Burg-Wächter 4001 mit 6-stelligem Code, der bei jeder Fehleingabe länger sperrt.
Ich suche so eine Kabelversion mit Fingerprint.
Gibt es das?

Profilbild Stiftung_Warentest am 28.05.2021 um 11:12 Uhr
Warum nicht für Brandschutztüren empfohlen

@Reser3: Der nachträgliche Einbau von smarten Türschlössern in Brandschutztüren ist nicht verboten, viele Anbieter schließen das aber bereits in der Betriebsanleitung aus. Die Brandschutztür verliert durch das Nachrüsten eines smarten Türschlosses ihren Status als Brandschutztür, denn die Brandschutzeigenschaft einer Tür gilt immer nur für das geprüfte Gesamtsystem (Türzarge, Türblatt, Beschläge Schloss, Drücker usw.). Das führt sehr wahrscheinlich zu Problemen mit der Versicherung und kann bei einem Brand rechtliche Konsequenzen haben. (SaS, Se)

Reser3 am 26.05.2021 um 16:51 Uhr
Warum nicht für Brandschutztür empfohlen?

Sie schreiben das die Anbieter von einem Einbau in Brandschutztüren abraten. Ist das konkret verboten, bzw. gibt es dann Probleme mit der Versicherung wenn ein solches Schloss oder ein Zylinder eingebaut wird, oder geht es "nur" darum das die Schlösser keine 30 Minuten aushalten?