
Von unterwegs per Smartphone die Wohnung überwachen oder das Licht dimmen – Smart Home soll das Leben komfortabler und sicherer machen. Herzstück des smarten Zuhauses ist die Zentrale, die das Zusammenspiel der vernetzten Geräte koordiniert. Die Stiftung Warentest hat sechs Zentralen geprüft, mit denen auch Einsteiger klar kommen sollen, darunter eine App von Apple, ein Gerät von Devolo und ein smarter AVM-Router. Nur zwei Zentralen lassen sich gut handhaben (Preise: 50 bis 235 Euro).
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Smart Home für wenige Hundert Euro
Bislang waren kreative Hingabe und Programmierkenntnisse erforderlich, um das Zuhause zu vernetzen – oder ein üppiges Budget. Nun nehmen Anbieter wie die Telekom oder Innogy den Massenmarkt ins Visier. Die von ihnen angebotenen Systeme sollen auch Anfänger installieren, einrichten und erweitern können. Wie gut das schon klappt, hat die Stiftung Warentest geprüft und für sechs Smart-Home-Zentralen unter anderem Handhabung, Vielseitigkeit und Sicherheitskonzept untersucht.
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Vier Kästchen, ein Router, eine App
Im Test treten an: Apple Homekit, AVM FritzBox 7580, Devolo Homecontrol, eQ-3 Homematic IP, Innogy Smarthome und Telekom Magenta Smarthome. Der Preis für die Zentrale liegt bei 50 bis 235 Euro. Ergänzt durch Komponenten wie Heizungsthermostate, Fensterkontakte oder Bewegungsmelder kostet die Grundausstattung der getesteten Systeme wenige Hundert Euro. Für einige Systeme fallen aber zusätzliche Kosten an – als Abokosten oder für die Nutzung einzelner Dienste.
Das bietet der Test von Smart-Home-Zentralen
Testergebnisse. Die Stiftung Warentest hat Smart-Home-Zentralen sechs namhafter Anbieter bewertet, darunter Telekom und Innogy. Benotet haben wir Handhabung, Vielseitigkeit, Sicherheitskonzept, Allgemeine Geschäftsbedingungen sowie Datensendeverhalten der Apps. Unter den getesteten Zentralen findet sich auch ein smarter Router (FritzBox 7580) sowie eine App (Apple Homekit). Exemplarisch haben wir außerdem das Smart-Home-System Google Nest geprüft und die Ergebnisse zusammengefasst.
Hintergrund und Tipps. Wir erklären, wie eine Smart-Home-Zentrale funktioniert, wie Anwender Smart-Home-Systeme steuern können und warum Anbieter in Sachen Sicherheitsupdates bislang wenig verbraucherfreundlich handeln. Ein Jurist erklärt, was bei Smart Home in rechtlicher Hinsicht zu beachten ist.
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Energieeffizienz, Einbruchschutz, mehr Wohnkomfort
In einer Online-Umfrage der Stiftung Warentest bekundete knapp jeder dritte der 1 751 Teilnehmer Interesse am Thema Smart Home. Besonders häufig erhofften sich die Nutzer Energieeffizienz, Einbruchschutz und mehr Wohnkomfort. Um solche Wünsche zu erfüllen, muss ein intelligentes Zuhause verschiedene Geräte miteinander vernetzen.
- Energie sparen lässt sich zum Beispiel, wenn die Wohntemperatur nach Verlassen des Hauses sinkt und vor der Heimkehr wieder steigt.
- Sicherer kann es für die Smart-Home-Besitzer werden, wenn das System über offene Fenster oder ungebetene Gäste mittels Bewegungsmelder alarmiert.
- Der Komfort lässt sich mittels Licht- und Rollladensteuerung erhöhen.
Unser Test zeigt: Solche Basics decken fast alle Zentralen ab. Zwei Anbieter im Test erfüllen auch viele Wünsche darüber hinaus, bei den anderen darf der Nutzer kaum Extrawürste erwarten. Auch die Freiheit, die Zentrale individuell zu programmieren oder auf bestimmte Szenarien einzustellen, ist nicht bei allen getesteten Zentralen gleich groß.
Tipp: Die Stiftung Warentest hat auch geprüft wie gut sich Smart-Home-Systeme zum Einbruchschutz eignen. Nur eines von vier smarten Sicherheitssystemen im Test bietet halbwegs Schutz.
Smart Home bei Neubau oder Renovierung
Wichtiges Auswahlkriterium für ein System ist auch die Wohnsituation. So ist Smart Home grundsätzlich über Funk, Stromnetz oder zusätzliche Datenkabel möglich. Wer neu baut oder grundrenoviert, kann sein Zuhause auf allen drei Wegen smart machen. Bei rechtzeitiger Planung kommen auch Systeme infrage, für die schon beim Bau zusätzliche Datenkabel verlegt werden müssen. Stehen Haus und Wohnung bereits, sind Anbieter interessant, die das Stromnetz nutzen oder auf Funk setzen. Insbesondere für Mieter, die ihr Zuhause ohne große bauliche Eingriffe smart machen wollen, sind funkbasierte Systeme oft die sinnvollste Wahl. Alle sechs Smart-Home-Lösungen in unserem Test funktionieren auf diese Weise.
Sicherheitskonzepte im Test
Die Vernetzung im Smart Home eröffnet aber auch Datendieben neue Möglichkeiten. Die Sicherheit sollte deshalb ein zentrales Auswahlkriterium bei der Entscheidung für ein System sein. Wir haben die IT-Infrastruktur der Systeme auf Sicherheitslücken abgeklopft und untersucht, welche personenbezogenen Daten die Apps senden. Grundsätzlich gilt: Die Annehmlichkeiten des Smart Homes haben den Preis, dass Nutzer sich mit Risiken beschäftigen und ihre Daten bestmöglich schützen müssen. Sichere Passwörter und automatisch aufgespielte Updates sind zwei Wege, Risiken zu mindern.
Langfristige Nutzung der Systeme unsicher
Haustechnik ist auf eine langfristige Nutzung ausgelegt. Fraglich ist, ob das auch fürs Smart Home gilt oder ob das installierte System schon in einigen Jahren überholt ist. Das verunsichert potenzielle Nutzer intelligenter Systeme, wie auch unsere Umfrage zeigte. Teilnehmer fürchten beispielsweise, dass ihre Haustechnik schnell veralten und unsicher werden könnte. Ein Faktor für die Zukunftssicherheit ist auch, ob Anbieter ihre Systeme auch künftig über Updates in Schuss halten. Warum Anbieter damit bislang wenig verbraucherfreundlich umgehen, erfahren Sie nach dem Freischalten des Tests.
Kommentare, die vor dem 25. Juli 2018 gepostet wurden, beziehen sich noch auf einen früheren Artikel zum selben Thema.
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