Smart-Home-Zentralen Welche Systeme sich für Anfänger eignen

17
Smart-Home-Zentralen - Welche Systeme sich für Anfänger eignen
© Plainpicture, Stiftung Warentest / Michael Hasse, Hendrik Rauch (M)

Von unterwegs per Smartphone die Wohnung über­wachen oder das Licht dimmen – Smart Home soll das Leben komfort­abler und sicherer machen. Herz­stück des smarten Zuhauses ist die Zentrale, die das Zusammen­spiel der vernetzten Geräte koor­diniert. Die Stiftung Warentest hat sechs Zentralen geprüft, mit denen auch Einsteiger klar kommen sollen, darunter eine App von Apple, ein Gerät von Devolo und ein smarter AVM-Router. Nur zwei Zentralen lassen sich gut hand­haben (Preise: 50 bis 235 Euro).

Smart-Home-Zentralen Testergebnisse für 6 Smart Home Zen­tralen 08/2018

Inhalt
Liste der 6 getesteten Produkte
Smart Home Zen­tralen 08/2018 - Geräte
  • Devolo Homecontrol Zentrale Hauptbild
    Devolo Homecontrol Zentrale
  • eQ-3 Homematic IP Access Point Hauptbild
    eQ-3 Homematic IP Access Point
  • Innogy Smarthome Zentrale Hauptbild
    Innogy Smarthome Zentrale
  • Telekom Magenta Smarthome Home Base Hauptbild
    Telekom Magenta Smarthome Home Base
Smart Home Zen­tralen 08/2018 - App
  • Apple Homekit Hauptbild
    Apple Homekit
Smart Home Zen­tralen 08/2018 - Router
  • AVM FritzBox 7580 als Smart-Home-Zentrale Hauptbild
    AVM FritzBox 7580 als Smart-Home-Zentrale

Smart Home für wenige Hundert Euro

Bislang waren kreative Hingabe und Programmierkennt­nisse erforderlich, um das Zuhause zu vernetzen – oder ein üppiges Budget. Nun nehmen Anbieter wie die Telekom oder Innogy den Massenmarkt ins Visier. Die von ihnen angebotenen Systeme sollen auch Anfänger installieren, einrichten und erweitern können. Wie gut das schon klappt, hat die Stiftung Warentest geprüft und für sechs Smart-Home-Zentralen unter anderem Hand­habung, Vielseitig­keit und Sicher­heits­konzept untersucht.

Tipp: Sie suchen Test­ergeb­nisse für Smarte Laut­sprecher mit Assistent wie Alexa, Google Assistant oder Siri? Hier geht es zu den Tests Smarte Lautsprecher.

Vier Käst­chen, ein Router, eine App

Im Test treten an: Apple Home­kit, AVM FritzBox 7580, Devolo Home­control, eQ-3 Home­matic IP, Innogy Smarthome und Telekom Magenta Smarthome. Der Preis für die Zentrale liegt bei 50 bis 235 Euro. Ergänzt durch Komponenten wie Heizungs­thermostate, Fens­terkontakte oder Bewegungs­melder kostet die Grund­ausstattung der getesteten Systeme wenige Hundert Euro. Für einige Systeme fallen aber zusätzliche Kosten an – als Abokosten oder für die Nutzung einzelner Dienste.

Das bietet der Test von Smart-Home-Zentralen

Test­ergeb­nisse.
Die Stiftung Warentest hat Smart-Home-Zentralen sechs namhafter Anbieter bewertet, darunter Telekom und Innogy. Benotet haben wir Hand­habung, Vielseitig­keit, Sicher­heits­konzept, Allgemeine Geschäfts­bedingungen sowie Daten­sende­verhalten der Apps. Unter den getesteten Zentralen findet sich auch ein smarter Router (FritzBox 7580) sowie eine App (Apple Home­kit). Exemplarisch haben wir außerdem das Smart-Home-System Google Nest geprüft und die Ergeb­nisse zusammengefasst.
Hintergrund und Tipps.
Wir erklären, wie eine Smart-Home-Zentrale funk­tioniert, wie Anwender Smart-Home-Systeme steuern können und warum Anbieter in Sachen Sicher­heits­updates bislang wenig verbraucherfreundlich handeln. Ein Jurist erklärt, was bei Smart Home in recht­licher Hinsicht zu beachten ist.
Heft­artikel.
Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf den Testbe­richt aus test 8/2018.

Energieeffizienz, Einbruch­schutz, mehr Wohn­komfort

In einer Online-Umfrage der Stiftung Warentest bekundete knapp jeder dritte der 1 751 Teilnehmer Interesse am Thema Smart Home. Besonders häufig erhofften sich die Nutzer Energieeffizienz, Einbruch­schutz und mehr Wohn­komfort. Um solche Wünsche zu erfüllen, muss ein intelligentes Zuhause verschiedene Geräte miteinander vernetzen.

  • Energie sparen lässt sich zum Beispiel, wenn die Wohn­temperatur nach Verlassen des Hauses sinkt und vor der Heimkehr wieder steigt.
  • Sicherer kann es für die Smart-Home-Besitzer werden, wenn das System über offene Fenster oder ungebetene Gäste mittels Bewegungs­melder alarmiert.
  • Der Komfort lässt sich mittels Licht- und Roll­laden­steuerung erhöhen.

Unser Test zeigt: Solche Basics decken fast alle Zentralen ab. Zwei Anbieter im Test erfüllen auch viele Wünsche darüber hinaus, bei den anderen darf der Nutzer kaum Extrawürste erwarten. Auch die Freiheit, die Zentrale individuell zu programmieren oder auf bestimmte Szenarien einzustellen, ist nicht bei allen getesteten Zentralen gleich groß.

Tipp: Die Stiftung Warentest hat auch geprüft wie gut sich Smart-Home-Systeme zum Einbruch­schutz eignen. Nur eines von vier smarten Sicherheitssystemen im Test bietet halb­wegs Schutz.

Smart Home bei Neubau oder Reno­vierung

Wichtiges Auswahl­kriterium für ein System ist auch die Wohn­situation. So ist Smart Home grund­sätzlich über Funk, Stromnetz oder zusätzliche Daten­kabel möglich. Wer neu baut oder grund­renoviert, kann sein Zuhause auf allen drei Wegen smart machen. Bei recht­zeitiger Planung kommen auch Systeme infrage, für die schon beim Bau zusätzliche Daten­kabel verlegt werden müssen. Stehen Haus und Wohnung bereits, sind Anbieter interes­sant, die das Stromnetz nutzen oder auf Funk setzen. Insbesondere für Mieter, die ihr Zuhause ohne große bauliche Eingriffe smart machen wollen, sind funk­basierte Systeme oft die sinn­vollste Wahl. Alle sechs Smart-Home-Lösungen in unserem Test funk­tionieren auf diese Weise.

Sicher­heits­konzepte im Test

Die Vernetzung im Smart Home eröffnet aber auch Daten­dieben neue Möglich­keiten. Die Sicherheit sollte deshalb ein zentrales Auswahl­kriterium bei der Entscheidung für ein System sein. Wir haben die IT-Infrastruktur der Systeme auf Sicher­heits­lücken abge­klopft und untersucht, welche personenbezogenen Daten die Apps senden. Grund­sätzlich gilt: Die Annehmlich­keiten des Smart Homes haben den Preis, dass Nutzer sich mit Risiken beschäftigen und ihre Daten best­möglich schützen müssen. Sichere Pass­wörter und auto­matisch aufgespielte Updates sind zwei Wege, Risiken zu mindern.

Lang­fristige Nutzung der Systeme unsicher

Haus­technik ist auf eine lang­fristige Nutzung ausgelegt. Fraglich ist, ob das auch fürs Smart Home gilt oder ob das installierte System schon in einigen Jahren über­holt ist. Das verunsichert potenzielle Nutzer intelligenter Systeme, wie auch unsere Umfrage zeigte. Teilnehmer fürchten beispiels­weise, dass ihre Haus­technik schnell veralten und unsicher werden könnte. Ein Faktor für die Zukunfts­sicherheit ist auch, ob Anbieter ihre Systeme auch künftig über Updates in Schuss halten. Warum Anbieter damit bislang wenig verbraucherfreundlich umgehen, erfahren Sie nach dem Frei­schalten des Tests.

Kommentare, die vor dem 25. Juli 2018 gepostet wurden, beziehen sich noch auf einen früheren Artikel zum selben Thema.

17

Mehr zum Thema

  • Smarte Tür­schlösser im Test Nicht alle sind sicher

    - Smarte Tür­schlösser machen das Leben leichter. Haus- oder Wohnungs­tür lassen sich per App, Smartphone, Finger­abdruck oder Sprach­assistent öffnen. Kein lästiges...

  • Energielabel Das bedeuten die neuen Etiketten

    - Seit März 2021 gilt ein strengeres Energielabel für Kühlschränke, Geschirrspüler, Waschmaschinen und Fernseher. Die Klassen A+ bis A+++ verschwinden. Wir klären auf.

  • Daten­sicherheit 10 Tipps für sicheres Surfen

    - Hacker, Viren, Sicher­heits­lücken – im Internet wimmelt es nur so vor Gefahren. Mit den folgenden 10 Tipps der Stiftung Warentest schützen Sie PC, Smartphone und andere...

17 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 31.07.2018 um 15:51 Uhr
Produktauswahl

@WGT_TEST: Unsere Produktauswahl orientierte sich an den Anbietern, die auch schon in unserem ersten ausführlichen Artikel zu Smarthome (07/2017) behandelt hatten. Damals hatten wir uns rein redaktionell mit dem Thema auseinandergesetzt. Nun wollten wir den interessierten Lesern mit einer eigenen vergleichenden Untersuchung das Thema näher bringen. Uns ist bewusst, dass der Markt durchaus mehr Anbieter umfasst. Leider ist es bei einem so neuen Thema immer recht schwierig, die verbreitetsten Anbieter anhand von offiziellen unabhängigen Marktzahlen zu ermitteln. Oft sind diejenigen am Markt, die am meisten Werbung machen und Artikel in Magazinen oder Foren unterbringen nicht immer auch diejenigen, die auch die größte Marktbedeutung haben. Noch ist das Thema Smart Home eher ein Nischenthema. Wir gehen aber davon aus, dass die Bedeutung weiterhin zunehmen wird. Wir werden natürlich am Thema dranbleiben und planen bereits weitere Untersuchungen zum Thema Smart-Home, – dann garantiert auch mit verlässlicheren Marktzahlen und einer breiteren Produktpalette. (Se)

WGT_TEST am 31.07.2018 um 00:36 Uhr
Anbieterauswahl

@Stiftung_Warentest: Ihre Auswahl der Anbieter zeigt in meinen Augen leider, dass sich sich unzureichend mit der Thematik beschäftigt haben. Wenn Sie sich einmal anschauen, über welche Smart-Home-Systeme in den einschlägigen Foren von Nutzern diskutiert wird, dann werde Sie dort aus Ihrem Test lediglich Homematic von eQ-3 finden.
Mein Haus ist recht umfangreich automatisiert (Rollläden, Markise, Lampen, Heizung, Rauchmelder, Regensensor. etc.) und ich kenne die relevanten Smart-Home-Lösungen am Markt. Vielleicht würde es helfen, wenn die Stiftung Warentest bei solchen Themen auf externe Berater zurückgreifen würde (z.B. c't).

Profilbild Stiftung_Warentest am 30.07.2018 um 12:17 Uhr
Anbieter fehlen

@alle: Es ist leider ein Grundproblem unserer Testarbeit, dass wir in unseren Untersuchungen nicht alle am Markt erhältlichen Modelle prüfen und nicht alle Verbraucherwünsche erfüllen können. Mit diesem Dilemma müssen wir und auch unsere Leser leben. Da unsere Untersuchungen sehr kostspielig sind, ist die Anzahl der Testplätze begrenzt. Wir stehen deshalb ständig vor der Aufgabe, den Markt mit relativ wenigen Modellen möglichst gut abzubilden. Bei der Produktauswahl sind die Verkaufshäufigkeit und Marktbedeutung ein wichtiges Auswahlkriterium. Produkte mit vergleichsweise geringer Marktgängigkeit können da schon mal durchs Raster fallen. Wenn einige Anbieter nicht im Testfeld berücksichtigt wird, ist dies jedoch nicht mit einer Negativwertung verbunden. Es sind schlicht und einfach Kapazitätsgründe, die dem Umfang unserer Tests Grenzen setzen. (Se)

Dunur am 29.07.2018 um 09:56 Uhr
wichtige Anbieter fehlen

Produktauswahl is schwer nachvollziehbar, gerade wenn Unterstützung mehrerer Funkstandards ein Kriterium sein soll... So unterstützt die Zentrale der deutschen Anbieters Codeatelier ("homee") sowohl WLAN, Z-Wave, Zigbee als auch EnOcean. Das ganze wahlweise cloud-frei...

WGT_TEST am 26.07.2018 um 23:12 Uhr
Test 08/2018: Wichtige Marktteilnehmer fehlen

Ihre Anbieterauswahl für den Test in Heft 08/2018 lässt wichtige Marktteilnehmer außen vor - warum fehlen die in Deutschland verbreiteten Smart-Home-Lösungen von Rademacher (HomePilot) und Somfy (TaHoma)?