Smart-Home-Zentralen Test

Von unterwegs per Smartphone die Wohnung über­wachen oder das Licht dimmen – Smart Home soll das Leben komfort­abler und sicherer machen. Herz­stück des smarten Zuhauses ist die Zentrale, die das Zusammen­spiel der vernetzten Geräte koor­diniert. Die Stiftung Warentest hat sechs Zentralen geprüft, mit denen auch Einsteiger klar kommen sollen, darunter eine App von Apple, ein Gerät von Devolo und ein smarter AVM-Router. Nur zwei Zentralen lassen sich gut hand­haben (Preise: 50 bis 235 Euro).

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TestSmart-Home-Zentralen20.07.2017
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Smart Home für wenige Hundert Euro

Bislang waren kreative Hingabe und Programmierkennt­nisse erforderlich, um das Zuhause zu vernetzen – oder ein üppiges Budget. Nun nehmen Anbieter wie die Telekom oder Innogy den Massenmarkt ins Visier. Die von ihnen angebotenen Systeme sollen auch Anfänger installieren, einrichten und erweitern können. Wie gut das schon klappt, hat die Stiftung Warentest geprüft und für sechs Smart-Home-Zentralen unter anderem Hand­habung, Vielseitig­keit und Sicher­heits­konzept untersucht.

Vier Käst­chen, ein Router, eine App

Im Test treten an: Apple Home­kit, AVM FritzBox 7580, Devolo Home­control, eQ-3 Home­matic IP, Innogy Smarthome und Telekom Magenta Smarthome. Der Preis für die Zentrale liegt bei 50 bis 235 Euro. Ergänzt durch Komponenten wie Heizungs­thermostate, Fens­terkontakte oder Bewegungs­melder kostet die Grund­ausstattung der getesteten Systeme wenige Hundert Euro. Für einige Systeme fallen aber zusätzliche Kosten an – als Abokosten oder für die Nutzung einzelner Dienste.

Das bietet der Test von Smart-Home-Zentralen

Test­ergeb­nisse. Die Stiftung Warentest hat Smart-Home-Zentralen sechs namhafter Anbieter bewertet, darunter Telekom und Innogy. Benotet haben wir Hand­habung, Vielseitig­keit, Sicher­heits­konzept, Allgemeine Geschäfts­bedingungen sowie Daten­sende­verhalten der Apps. Unter den getesteten Zentralen findet sich auch ein smarter Router (FritzBox 7580) sowie eine App (Apple Home­kit). Exemplarisch haben wir außerdem das Smart-Home-System Google Nest geprüft und die Ergeb­nisse zusammengefasst.

Hintergrund und Tipps. Wir erklären, wie eine Smart-Home-Zentrale funk­tioniert, wie Anwender Smart-Home-Systeme steuern können und warum Anbieter in Sachen Sicher­heits­updates bislang wenig verbraucherfreundlich handeln. Ein Jurist erklärt, was bei Smart Home in recht­licher Hinsicht zu beachten ist.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf den Testbe­richt aus test 8/2018.

Energieeffizienz, Einbruch­schutz, mehr Wohn­komfort

In einer Online-Umfrage der Stiftung Warentest bekundete knapp jeder dritte der 1 751 Teilnehmer Interesse am Thema Smart Home. Besonders häufig erhofften sich die Nutzer Energieeffizienz, Einbruch­schutz und mehr Wohn­komfort. Um solche Wünsche zu erfüllen, muss ein intelligentes Zuhause verschiedene Geräte miteinander vernetzen.

  • Energie sparen lässt sich zum Beispiel, wenn die Wohn­temperatur nach Verlassen des Hauses sinkt und vor der Heimkehr wieder steigt.
  • Sicherer kann es für die Smart-Home-Besitzer werden, wenn das System über offene Fenster oder ungebetene Gäste mittels Bewegungs­melder alarmiert.
  • Der Komfort lässt sich mittels Licht- und Roll­laden­steuerung erhöhen.

Unser Test zeigt: Solche Basics decken fast alle Zentralen ab. Zwei Anbieter im Test erfüllen auch viele Wünsche darüber hinaus, bei den anderen darf der Nutzer kaum Extrawürste erwarten. Auch die Freiheit, die Zentrale individuell zu programmieren oder auf bestimmte Szenarien einzustellen, ist nicht bei allen getesteten Zentralen gleich groß.

Tipp: Die Stiftung Warentest hat auch geprüft wie gut sich Smart-Home-Systeme zum Einbruch­schutz eignen. Nur eines von vier smarten Sicherheitssystemen im Test bietet halb­wegs Schutz.

Smart Home bei Neubau oder Reno­vierung

Wichtiges Auswahl­kriterium für ein System ist auch die Wohn­situation. So ist Smart Home grund­sätzlich über Funk, Stromnetz oder zusätzliche Daten­kabel möglich. Wer neu baut oder grund­renoviert, kann sein Zuhause auf allen drei Wegen smart machen. Bei recht­zeitiger Planung kommen auch Systeme infrage, für die schon beim Bau zusätzliche Daten­kabel verlegt werden müssen. Stehen Haus und Wohnung bereits, sind Anbieter interes­sant, die das Stromnetz nutzen oder auf Funk setzen. Insbesondere für Mieter, die ihr Zuhause ohne große bauliche Eingriffe smart machen wollen, sind funk­basierte Systeme oft die sinn­vollste Wahl. Alle sechs Smart-Home-Lösungen in unserem Test funk­tionieren auf diese Weise.

Sicher­heits­konzepte im Test

Die Vernetzung im Smart Home eröffnet aber auch Daten­dieben neue Möglich­keiten. Die Sicherheit sollte deshalb ein zentrales Auswahl­kriterium bei der Entscheidung für ein System sein. Wir haben die IT-Infrastruktur der Systeme auf Sicher­heits­lücken abge­klopft und untersucht, welche personenbezogenen Daten die Apps senden. Grund­sätzlich gilt: Die Annehmlich­keiten des Smart Homes haben den Preis, dass Nutzer sich mit Risiken beschäftigen und ihre Daten best­möglich schützen müssen. Sichere Pass­wörter und auto­matisch aufgespielte Updates sind zwei Wege, Risiken zu mindern.

Lang­fristige Nutzung der Systeme unsicher

Haus­technik ist auf eine lang­fristige Nutzung ausgelegt. Fraglich ist, ob das auch fürs Smart Home gilt oder ob das installierte System schon in einigen Jahren über­holt ist. Das verunsichert potenzielle Nutzer intelligenter Systeme, wie auch unsere Umfrage zeigte. Teilnehmer fürchten beispiels­weise, dass ihre Haus­technik schnell veralten und unsicher werden könnte. Ein Faktor für die Zukunfts­sicherheit ist auch, ob Anbieter ihre Systeme auch künftig über Updates in Schuss halten. Warum Anbieter damit bislang wenig verbraucherfreundlich umgehen, erfahren Sie nach dem Frei­schalten des Tests.

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