Interview: Empfindlich­keiten

Slip­einlagen Test

Dr. Maria J. Beckermann ist Gynäkologin in Köln. Sie hat in ihrer Praxis die Erfahrung gemacht, dass nicht jede Frau Slip­einlagen verträgt, und empfiehlt unparfümierte Einlagen.

Kommen Frauen in Ihre Praxis, die Probleme mit Slip­einlagen haben?

Ja, das kommt durch­aus vor. Meist sind es Reizungen der Haut und der Schleimhäute, die dann auf das Tragen von Slip­einlagen zurück­zuführen sind. Wenn sie zum Beispiel nicht einwand­frei im Slip kleben, verrutschen oder sich gar lösen. Vor allem sind es aber die auf der Rück­seite gummi­erten Slip­einlagen, die manchmal ein feucht­warmes Klima im Intim­bereich schaffen, das unter Umständen Reizungen hervorrufen kann.

Kann das weitere gesundheitliche Auswirkungen haben?

In einem feucht­warmen Klima können Pilze prima gedeihen. Besonders bei Frauen, die zu derartigen Infektionen neigen, können Slip­einlagen Pilz­entzündungen auslösen.

Welche Empfehlungen geben Sie diesen Frauen?

Der erste Ratschlag heißt dann, möglichst viel Luft an den Intim­bereich zu lassen. Das heißt auch, zumindest zeit­weise auf Slip­einlagen zu verzichten. Dann ist das Risiko eines Rück­falls nach einer Behand­lung auf jeden Fall geringer.

Gibt es auch Probleme mit parfümierten Slip­einlagen?

Von parfümierten Einlagen rate ich eher ab, häufig reagieren Frauen da sehr empfindlich. Es kann auch zu allergischen Reaktionen kommen.

Wie sollen Frauen sich in einem solchen Fall verhalten?

Erst einmal sollten sie völlig auf die Slip­einlagen verzichten oder zumindest solche wählen, die luft­durch­lässiger und natürlich unparfümiert sind. Gerade unparfümierte gibt es immer häufiger im Handel.

Wie oft sollte die Slip­einlage gewechselt werden?

Hier gibt es keine generelle Regel. Es kommt ganz darauf an, wie stark die Vaginal­absonderungen sind und auch darauf, wie stark die Frauen schwitzen. Aber das hat eigentlich jede Frau im Gefühl und wechselt nach Bedarf.

Es gibt Frauen, die tag­ein tagaus Slip­einlagen tragen. Halten Sie das für ratsam?

Wenn sie das gut vertragen, ist dagegen nichts einzuwenden. Wer aber schnell mit Hautrei­zungen reagiert, sollte den regel­mäßigen Gebrauch in Grenzen halten.

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