Skiunfall Meldung

Für Kopf­verletzungen beim Skifahren gibt es nur mit Helm vollen Schaden­ersatz. So hat es das Ober­landes­gericht München entschieden. test.de erklärt die Einzel­heiten.

Bruch­pilot riss Opfer mit

Über zwei Instanzen hinweg stritten drei Skifahrer erbittert um die Folgen eines Unfalls. Der eine Fahrer war gestürzt und hatte die anderen beiden mitgerissen. Sie trugen keinen Helm. Einer der beiden erlitt unter anderem Kopf­verletzungen. Fast 800 Euro Ersatz von Behand­lungs­kosten und Schmerzens­geld forderte er von dem Bruch­piloten.

Land­gericht mit strengem Urteil

Die Streit ging vor Gericht. In der ersten Instanz verurteilte das Land­gericht München II den Unfall­fahrer zu vollem Schaden­ersatz. Der Helm sei nicht Pflicht, argumentierte der Richter des Land­gerichts. Wer einen Unfall verursacht, muss grund­sätzlich für alle Folgen gerade stehen, wenn das Opfer kein Mitverschulden trifft.

Zweite Instanz urteilt milder

Der Streit ging in die zweite Instanz – und dort kürzte das Ober­landes­gericht den Schaden­ersatz um die Hälfte. Die drei Richter im Senat gaben sich selbst als Skifahrer zu erkennen. Der Betrieb und das Tempo auf den Pisten habe in den letzten Jahren rasant zugenommen, argumentieren sie. Da sei es nicht mehr vertret­bar, ohne Helm zu fahren. Wer das erhöhte Risiko dennoch eingeht, tut das auf eigene Gefahr. Soweit ein Helm Verletzungen verhindert hätte, muss der Unfall­ver­ursacher keinen Ersatz leisten. Im aktuellen Fall kürzten sie die Forderung pauschal um die Hälfte.

Ober­landes­gericht München, Beschluss vom 25.11.2011
Aktenzeichen: 8 U 3652/11

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