Skiträger von Lidl Schnelltest

Bald gehts wieder los: Skier aufs Dach schnallen, ab in den Winterurlaub. Lidl macht allen, die schnell und günstig packen wollen, ein Angebot: magnetische Skiträger für 24,99 Euro. Skepsis ist angebracht - nicht wegen des Preises, sondern wegen des Trägersystems. Beide Halterungen kommen einfach direkt aufs Blechdach. Das soll genauso sicher halten wie fest installierte Systeme. Stiftung Warentest wollte im Schnelltest wissen, ob der Skiträger auch bei Kurven, Vollbremsungen und Crashs hält.

Magnet auf dem Dach

Magnetische Skiträger sind so einfach zu montieren, dass die Prüfer im aktuellen Vergleichstest Skiträger und Dachboxen 11/2002 zunächst wenig Vertrauen in das System hatten. Doch nach den harten Prüfungen waren die Zweifel der Tester verflogen - jedenfalls für den getesteten Magnetträger „Racksystem“. Er war nämlich unter den Testsiegern. Und kostete mit 28 Euro gerade mal ein Drittel der Preises der beiden anderen Testsieger. Die Skiträger von Lidl sind für 25 Euro ein interessantes Angebot, weil sie auch eine Diebstahlsicherung haben.

Blech putzen

Und sie machen von Anfang einen guten Eindruck. Die Montage ist denkbar einfach. Bevor Lidl-Käufer die Magnethalter auf dem Dach installieren, sollten sie die beiden Stellen mit Lackreiniger säubern. Dadurch hält der Träger besser. Es kann sich auch kein Rost ansetzen, weil durchs Reinigen kleine Metallsplitter entfernt werden. Nun sollen Skiurlauber nur noch mit einem Zollstock messen, wie weit sie die beiden Träger voneinander positionieren. Der Hersteller empfiehlt 70 Zentimeter. Generell gilt: Besser größerer als kleinerer Abstand. Vorher sollte man ausprobieren, dass sich die beiden Skibindungen nicht gegenseitig stören.

Position finden

Geputzt und gemessen: Jetzt können Autobesitzer die Halterungen einfach aufs Dach setzen. Der Magnet zieht kräftig an, sodass die Halterung schnell Richtung Blech saust. Dann kann der Träger beim Drauflegen verrutschen. Einmal fest, immer fest: Um die Position zu korrigieren, müssen Lidl-Kunden an einer Öse ziehen, die den Magnet anhebt. Anschließend lässt sich der Träger lösen. Ist die richtige Position gefunden und sind die Skier in die Halterung eingelegt, zeigt sich der einzige echte Nachteil des Lidl-Angebots: Für die Skistöcke ist kein Platz. Die müssen Urlauber im Auto verstauen.

Magnet hält

Jetzt wirds ernst: Während der Fahrt müssen Skiträger sicher halten. Auch bei Vollbremsungen, Kreisfahrten, Slalom und hoher Geschwindigkeit. Wenn sich die Halterung löst, werden die Skier bei Unfällen zu gefährlichen Geschossen. Der Hersteller sichert für solche Fälle das Ganze mit einem zusätzlichen Seil, das in die Tür eingeklemmt wird. Das ist im City-Crashtest auch zum Einsatz gekommen. Bei 30 Stundenkilometer fuhr das Auto gegen einen feststehendes Hindernis. Dabei rutschte die vordere Halterung quer über das Dach und blieb am Rande gerade so hängen. Trotz dieses Verrutschens hat der Skiträger den Crashtest bestanden, da die Skier auf dem Dach blieben. Die Tester nahmen die Skiträger auch in anderen Situationen hart ran: Vollbremsung bei 80 Stundenkilometer, Beschleunigung bei Kreisfahrten, Slalomfahrten mit 50 und konstant schnelle Autobahnfahrt bei 130 Stundenkilometer. Alles kein Problem für Lidls Skiträger: Er hält und sitzt fest auf dem Dach. Schäden an Auto oder Träger gabs auch keine.

Ordentliche Verarbeitung

Auch bei der Verarbeitung zeigt das Trägersystem keine Schwächen. Es ist sehr ordentlich verarbeitet. Scharfkantige Ecken, Grate, Splinte und Schrauben haben die Prüfer nicht gefunden. Autofahrer können die Träger sogar abschließen. Die Diebstahlsicherheit ist allerdings nicht besonders groß. Eine kleine Schwäche gibts noch: Die Bedienungsanleitung taugt wenig. Das ist allerdings zu verschmerzen, weil die Montage auch ohne Anleitung prima funktioniert.

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