Im Test unserer österrei­chischen Part­neror­ganisation VKI (Verein für Konsumenteninfor­mation): 4 Skihelme mit Visier. Weil sonst nicht genügend Zeit für den Test geblieben wäre, hat der VKI die Helme vor der Saison direkt von den Anbietern gekauft. Um sicher­zustellen, dass die getesteten Prüf­muster den Modellen entsprechen, die im Handel erhältlich sind, wurden alle Helme anonym nachgekauft und auf Über­einstimmung geprüft. Ergänzend dazu wurden im November 3 weitere Helme gekauft, geprüft und bewertet.

Einkauf der Prüf­muster: Juli, August und November 2014.

Preise: Anbieterbefragung im November 2014 und Internetrecherche im Februar 2015.

Tech­nische Prüfung

  • Stoß­dämpfung und Stich­festig­keit: Wichtigste tech­nische Prüfungen bei der Sicherheit der Helme waren die Stoß­dämpfung und die Stich­festig­keit (Durch­dringungs­festig­keit gegen spitze Gegen­stände wie zum Beispiel Skistöcke). Es gelten die erhöhte Grenz­werte nach Helm­klasse A (Ski- und Snowboard­helme für höhere Anforderungen), bei denen Schläfen und Ohren­bereiche von der Helm­schale bedeckt sein müssen.
  • Wirk­samkeit des Halte­systems: Die Prüfung der Wirk­samkeit des Halte­systems nach vorne und nach hinten sowie des Sicht­felds erfolgte angelehnt an DIN EN 1077, die Prüfnorm für Ski- und Snowboard­helme. Dazu gehört die Reiß­kraft des Kinn­riemens. Die wurde angelehnt an EN 13087–5 Pkt. 5.2.3.1, das Prüf­verfahren für Schutz­helme geprüft und bewertet: Bei einer Kraft zwischen 500 bis 1 000 Newton musste sich das Trage­system öffnen.
  • Licht­durch­lässig­keit: Beim UV-Schutz wurde die Licht­durch­lässig­keit im UV- und im sicht­baren Bereich mithilfe eines Spektralfoto­meters ermittelt. (Es wurde gemessen, wie viel Prozent des Lichts im Wellen­bereich zwischen 380 bis 780 Nano­meter vom Visier zurück­gehalten werden). Das Sicht­feld wurde mithilfe einer Kamera und einer Winkel­skala auf einem Drehtisch gemessen.
  • Geräusch­wahr­nehmung: Bei der Prüfung der Geräusch­wahr­nehmung (Hören) wurden den Probanden im schallarmen Raum Sinustöne unterschiedlicher Frequenz mit ansteigender Laut­stärke zugespielt. War das Signal für die Test­personen eindeutig wahr­nehm­bar, wurde der Zuspielpegel registriert. Für die Unter­suchungen wurden die Messungen mit und ohne Helm durch­geführt, die Differenz der Signalwahr­nehm­barkeit ergab die akustische Dämmung des jeweiligen Helms.
  • Halt­barkeit: Bei der Halt­barkeit wurde das Innenfutter entsprechend EN ISO 20344 Punkt 6.12, der Norm für das Innenfutter von Sicher­heits­schuhen, auf den Abrieb­widerstand hin geprüft. Die Materialien wurden im nassen Zustand 12 800 Zyklen und im trockenen Zustand 25 600 Reib­zyklen nach Norm berieben.
    Die Schlag­festig­keit des Helms wurde nach zwei­stündiger Lagerung bei minus 10 Grad Celsius durch­geführt. Montiert auf einen Prüf­kopf schlug ein Fall­pendel mit 1,2 Kilonewton auf den Helm ein.
    Bei der Kratz­festig­keit des Visiers wurde ein mit Gewichten bis 240  Gramm beschwerter Blei­stift der Härte H4 über die Scheibe geschoben.
    Die Verarbeitung von Helm­schale, Innenmaterial, Nähten, Riemenbe­festigung sowie der Wechsel des Innen­futters und des Visiers wurden subjektiv durch Inaugen­schein­nahme beur­teilt.

Bedienungs­anleitung

Sechs Personen bewerteten die Bedienungs­anleitung unter anderem in Hinblick auf Lesbarkeit und Gestaltung, Glie­derung, logischen Aufbau und Voll­ständig­keit sowie auf Hinweise zur Verwendung des Helms, zur Pflege sowie der Wartung von Helm und Visier. Des Weiteren wurde die Kenn­zeichnung am Helm entsprechend EN 1077, Punkt 6 über­prüft.

Praktische Prüfung

Die Hand­habung der Helme wurde durch sechs Personen anhand eines Fragebogens geprüft und bewertet. Bewertet wurden unter anderem: wie sich der Helm anpassen lässt, das Anpassen des Helms, Aufsetzen und Abnehmen, die Pass­form und Rutsch­festig­keit, der Trage­komfort, die Belüftung und die Geräusch­wahr­nehmung. Ebenso wurde die Hand­habung des Visiers bewertet – mit aufgesetzter Bügelbrille und ohne – sowie das Sicht­empfinden und Beein­trächtigungen im Sicht­feld (zum Beispiel durch Beschriftung und Sonnen­einstrahlung), das Geräusch­empfinden sowie der Visiertausch samt Montage.

Schad­stoffe

Prüfung des Helminnenmaterials und des Visierschaum­stoffs auf Poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe (PAK), Weichmacher (Phthalate), Flamm­schutz­mittel und pheno­lische Verbindungen. Der Schaum­stoff wurde vom Visier und das Innenmaterial aus dem Helm abge­löst, in einem Lösungs­mittel extrahiert und analysiert (mittels Gaschromato­graphie mit Massenspektrometrie-Kopp­lung).

Dieser Artikel ist hilfreich. 84 Nutzer finden das hilfreich.