Skibrillen Test

Viele Anbieter versprechen einen schnellen Wechsel von der Schlecht­wetter- zur Schönwetter- scheibe. Wirk­lich fix geht er nur bei Uvex und Alpina.

Fast schlag­artig verfins­tert sich der Himmel. Die eben noch gleißende Sonne verschwindet hinter Wolken­bergen. Es beginnt zu schneien. Da der Tag sonnig begann, wählte der Skifahrer eine Brille mit dunklen Scheiben, die wenig Licht durch­lassen. Nun steht er im Dunkeln. Abrupte Wetter­umschwünge sind in den Bergen keine Seltenheit. Wohl dem, der blitz­schnell zur passenden Scheibe wechseln kann.

Das Angebot an Skibrillen mit Wechselscheiben wird immer größer – aber nicht besser. Schnell, einfach und sicher gelingt der Wechsel nur mit dem Magnetsystem von Uvex. Auch Brillen der Tochterfirma Alpina sind damit ausgestattet. Uvex und Alpina liegen im Test mit deutlichem Abstand vorn.

Unsere österrei­chische Part­ner­organisation VKI, Verein für Konsumenten­information, hat 13 Skibrillen mit Wechselscheiben untersucht. Ausschlag­gebend für den Doppelsieg von Uvex und Alpina ist die einfache Hand­habung. In den anderen Prüf­punkten können die Konkurrenten durch­aus mithalten.

Magneten saugen die Scheibe an

Skibrillen Test

Scheiben­wechsel. Bei Uvex und Alpina geht es kinder­leicht. Der Skifahrer muss die Brille nicht einmal abnehmen.

Scheiben­wechsel. Bei Uvex und Alpina geht es kinder­leicht. Der Skifahrer muss die Brille nicht einmal abnehmen.

Brillen­konstrukteure haben mehrere Systeme für den Scheiben­wechsel entwickelt. Beim Magnetsystem von Uvex und Alpina bildet die Schlecht­wetterbrille mit einer fest einge­bauten hellen Scheibe die Basis. Für schönes Wetter nutzt der Skifahrer eine einfache dunkle Scheibe, die er bequem in der Jackentasche verstauen kann. Er fixiert sie mit einem Griff auf der Grund­scheibe, ohne die Brille abnehmen zu müssen. Kleine Magneten saugen die Scheibe förmlich an. Auch mit Hand­schuhen ist der Scheiben­wechsel kein Problem.

Die Anon. m1. verfügt ebenfalls über ein Magnetsystem. Der Scheiben­wechsel ist bei ihr aber nicht so einfach wie bei Uvex.Die Anon-Scheiben muss der Skifahrer komplett austauschen, dafür muss er die Brille abnehmen. Außerdem besteht die Gefahr, dass er beim Wechseln die Anti-Fog-Beschichtung auf der Scheibeninnenseite beschädigt. Die Beschichtung soll ein Beschlagen verhindern.

Klemmen, stecken, bauen

Bei den übrigen geprüften Modellen hält ein Klemm- oder Steck­mecha­nismus die Wechselscheibe. Adidas hat wie Uvex und Alpina eine fest­einge­baute Schlecht­wetterscheibe. Bei der Tecno­Pro ist es eine einfache klare Scheibe. Auf dieser wird die entsprechende Wechselscheibe mit einem Klapp­mecha­nismus befestigt. Bei den anderen Brillen müssen die Nutzer eine Doppelscheibe für Schön- beziehungs­weise Schlecht­wetter komplett aus- und einbauen. Das funk­tioniert nur mit abge­nommener Brille und meist nur ohne Hand­schuhe. Wer auf der Piste wechselt, riskiert, die Anti-Fog-Beschichtung zu beschädigen. Die erfüllt ihren Zweck übrigens bei allen getesteten Brillen tadellos. Die klobigen Doppelscheiben zu trans­portieren, ist nicht gerade bequem. Sie lassen sich oft nur schwer in der Jacke verstauen.

An den Seheigenschaften gibt es im Praxis­test wenig auszusetzen. Die Konturen auf der Piste sind gut zu erkennen, sowohl mit der Schön- als auch mit der Schlecht­wetterscheibe. Bei der Prüfung des Sicht­empfindens zeigt sich, dass zwei Brillen nur wenig abdunkeln. Die Schönwetterscheiben von Head und Smith I/OS empfinden die Tester als zu hell. Alle Anbieter versprechen einen hundert­prozentigen Schutz vor der ultra­violetten Strahlung bis 400 Nano­meter, also eine Sperre für die gefähr­lichen UV-A- und UV-B-Strahlen. Bis auf Tecno­Pro halten alle das Versprechen. Die Schlecht­wetterscheibe der Tecno­Pro-Brille bietet bei 400 Nano­meter keinen hundert­prozentigen Schutz.

Brille und Helm müssen harmonieren

Als besonders angenehm empfanden die Tester Brillen mit mehr­facher Schaum­stoff­auflage und zusätzlicher Flee­ceschicht. Einen Nachteil muss der Träger aber in Kauf nehmen: Wenn Fleece nass geworden ist, dauert es lange, bis es trocknet.

Die Brille muss unbe­dingt zum Helm passen. Die Tester haben die Tauglich­keit an drei Skihelmen mit unterschiedlichen Befestigungs­systemen für das Trageband untersucht. Bei Cébé und Uvex take off harmoniert das Doppel sehr gut. Die Brillen von Giro und GPR können auf dem Helm leicht wegrutschen. Bei der GPR-Brille klaffte zudem ein Spalt zwischen Helm und Brille, durch den es unangenehm ziehen kann.

Aus dem Rahmen gefallen

Das Scheibenmaterial ist stabil, aber nicht immer kratz­fest. Alle Brillen haben den Schlagtest bestanden, wenn auch mit kleinen Dellen. In einer vollen Skihütte kann es passieren, dass sich ein Gast aus Versehen auf die Brille setzt. Das ist meist kein Malheur. Gelegentlich aber schon: Die Basisscheibe der Uvex take off hatte nach dem Belastungs­test einen deutlichen Knick. Die GPR-Brille musste wieder zusammen­gebaut werden. Scheibe und Tragebandhalterung hatten sich aus dem Rahmen gelöst.

Dieser Artikel ist hilfreich. 34 Nutzer finden das hilfreich.